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Sworn Enemy

Storie von: arne, am 05.12.2007 ]

Die New Yorker Hardcore-Recken SWORN ENEMY präsentieren sich zum zehnjährigen Bandjubiläum auf ihrem dritten Album “Maniacal“ so metallisch wie niemals zuvor. Das 1997 gegründete Quintett stellt seine thrashige Schlagseite ebenso stark wie die obligatorisch toughe Hardcore-Komponente heraus. So ist ein ungemein bissiges und brutales Werk entstanden.

 
In allen Belangen stellt die dritte Scheibe der Jungs vom Big Apple das bislang Gewesene in den Schatten. Das ist gerade im Vergleich mit dem letztjährigen “The Beginning Of The End“ festzustellen. Die Tempo-Parts von “Maniacal“ sind schneller und geradliniger, während die Mosh-Passagen stampfiger und die Breakdowns heftiger ausgefallen sind. SWORN ENEMY kommen prägnant auf den Punkt und spielen genau das, was sie „müssen“ und was die Fans hören wollen. Nur deshalb funktioniert das Material des Quintetts so überzeugend, obwohl die Songstrukturen durchweg berechen- und durchschaubar verbleiben. Doch die zehn Stücke von “Maniacal“ sind eine Wucht und auf ihrem Brutalitäts-Level gerade richtig:

„Es ist eine bewusste Entscheidung und unser Wunsch gewesen, sowohl härter als auch brutaler zu werden.“, erklärt es Gitarrist Lorenzo Antonucci. „Wir wollen all die Gruppen, die unsere Szene infiltriert haben, zerstören und den Fans die Liebe zu aufrichtigen Metal-Hardcore-Sounds zurück bringen. Die Szene, in der wir uns bewegen, hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Und nicht alle Entwicklungen sind positiv zu bewerten. Sicherlich bieten sich für Bands deutlich bessere Chancen, die es auch uns ermöglichen, unseren Lebensunterhalt von der Musik zu bestreiten. Ein großes Problem scheint mir allerdings zu sein, dass viele Gruppen zu wenig Zeit im Proberaum und zu viel auf Tour oder im Studio verbringen. Man muss erst sicher auf seinen Instrumenten sein, bevor man nach höheren Zielen greift. So habe ich es jedenfalls gelernt.“

Die einer Kampfansage gleichende Kritik beinhaltet auch ein spürbares Maß an Frustration, was weitere Nachfrage herausfordert: „Was mich immer wieder mit dem Kopf schütteln lässt, ist die Tatsache, dass viele Bands scheinbar gar nicht wissen, wie man eigene Songs schreibt. Von wirklich guter oder brachialer Musik einmal ganz abgesehen.“, sprudelt es aus dem Gitarristen hervor. „Alles klingt gleich und die Einflüsse sind an einer Hand abzuzählen. Wenn du die Hälfte der neuen Gruppen fragst, wer ihre Inspirationsquellen sind, nennen sie dir Acts, die wie sie selbst erst in den letzten zwei Jahren auf der Bildfläche erschienen sind. So kann das nicht funktionieren.“

Kein One-Hit-Wonder

Lorenzos Wut richtet sich vor allem gegen Gruppen, die im Spannungsfeld von Emo/Screamo und Hardcore agieren: „Meiner Ansicht nach ist das ein schon viel zu lange andauernder Trend. Die „coolen Kids“ haben diese Richtung für sich entdeckt und alle anderen folgen. Es funktioniert nur deshalb, weil all diese Bands nicht zu hart sind und damit letztlich schon irgendwie gefallen müssen. Myspace und all die anderen Plattformen haben daran einen großen Anteil. Einige Gruppen scheinen ihre Musik allein für diese Communities zu machen, weil sie cool sein und Plays generieren wollen. Wirkliche Passion bleibt da leider auf der Strecke.“ SWORN ENEMY, die praktisch als „Gegenentwurf“ den langen und harten Weg über endloses


Touren gewählt haben, sind angesichts der schnellen und immensen (kommerziellen) Erfolge neuer Bands ein wenig frustriert. Verständlicherweise:

„Wenn ich an One-Hit-Wonder denke, werde ich immer ein wenig aggressiv. Schließlich kann es nicht angehen, dass Bands ohne Historie auf der Bildfläche erscheinen, absahnen und sofort wieder verschwinden. Leider hat es in den letzten Jahren einige Beispiele gegeben, wo Gruppen innerhalb kürzester Zeit abgesahnt haben und sich wieder auflösten, während wir uns unsere Ärsche aufreißen und Asphalt fressen. Doch wir vertrauen darauf, dass sich Konstanz letztlich durchsetzen wird. Die Kids werden erkennen, wer Musik spielt, die aus dem Herzen kommt.“

Thrash it up!

Hört man “Maniacal“, stellt man schnell fest, dass bei SWORN ENEMY sowohl die Einstellung als auch die Dedication stimmt. Die Mischung aus Thrash-Riffs von Anthrax oder Slayer in Kombination mit einer direkten Hardcore-Attitüde, wie man sie auch von Agnostic Front oder Hatebreed her kennt, lässt für Freunde tougher HC-Metal-Klänge keine Wünsche offen: „Hardcore ist nicht nur Musik. Es ist unsere Lebenseinstellung und unser Lebensstil.“, beschreibt es Lorenzo. „Egal, ob wir nun Hardcore- oder Metal-Shows spielen – wir geben immer unser Bestes. Da wir aus New York stammen, sind unsere musikalischen Einflüsse offensichtlich. Neben HC-Acts wie Cro-Mags oder Sick Of It All sind das aber auch Thrasher wie Exodus oder Pantera. Und natürlich auch Metallica.“

Die noch offensichtliche Metal-Orientierung auf der neuen Platte ist dabei nur konsequent: „Thrash ist schon immer in uns gewesen, auch wenn es bislang nicht derart vordergründig durchgeschlagen ist. Es hat seine Gründe, dass die Metal-Szene dieser Tage ein Thrash-Revival feiert, denn es ist eine der aggressivsten und rohesten Metal-Spielarten, die es jemals gegeben hat. Ohne die legendären Thrash-Größen gäbe es heute kaum eine Band. Auf der neuen Platte wollten wir den Legenden Tribut zollen. Diese Richtung haben wir bereits mit “The Beginning Of The End” eingeläutet und nun mit “Maniacal” weiter ausgebaut. Wir stellen unter Beweis, dass wir als Musiker über Talent verfügen und richtig brutal rocken können.“

Die Drum-Parts wurden in Ermangelung eines festen Schlagzeugers zum Zeitpunkt der Aufnahmen von As I Lay Dying’s Jordan Mancino eingehämmert: „Unser alter Drummer Pauly hat die Band recht plötzlich verlassen, als wir gerade begannen, die Stücke für das neue Album zu schreiben.“, resümiert Lorenzo. „Da wir Deadlines einzuhalten hatten, blieb keine Zeit, vor dem Studio-Termin Ersatz zu suchen, diesen ein zu arbeiten und mit ihm das Material aufzunehmen. Der Vorschlag, Jordan anzusprechen, kam von Produzent Tim (Sänger von As I Lay Dying), also rief ich ihn an. Er sagte spontan zu und kam zu uns ins Studio. Bereits während der Aufnahmen, lernten wir dann Jerad kennen, der ein enger Freund der AILD-Jungs und für SWORN ENEMY eine tolle Verstärkung ist.“

 
 Links:
  myspace.com/swornenemy
 
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