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Ribozyme

Interview von: Daniel mit Ribozyme, am: 02.12.2007 ]

RIBOZYME aus Norwegen sind eine echte, kleine Entdeckung. Tonnenschwere Riffs, extrem verspielte Arrangements und Songs, die insgesamt einen enormen Tiefgang haben finden sich auf der neuen Scheibe "Blacklist Mercy". Kein Black Metal aus Norwegen, sondern introvertierter Inide-Rock für die Jetztzeit. Mindestens ein paar gute Gründe um bei Sänger Kjartan mehr über das Universum namens RIBOZYME zu erfahren.

 

Musicscan: Fangen wir mit einer ziemlichen Standardfrage an. Erzählt mir bitte mehr über den kreativen Prozess, der "Blacklist Mercy" vorausging und natürlich auch über die Aufnahmen dazu. Gibt es etwas, was euch aus dieser Zeit besonders in Erinnerung geblieben ist, eine spezielle Ankedote vielleicht?

Ribozyme: Wir schreiben die komplette Musik zusammen. Oft hat einer einer von uns ein bestimmtes Gefühl im Hinterkopf und dann versuchen wir es geradezu heraus zu hämmern. Oft klingt es dann wie Scheiße, aber die guten Teile behalten wir dann natürlich fürs Album. Wir hatten beim Aufnehmen Zutritt zu einer Schule mit einem Konzertflügel, allerdings nur für eine Nacht, so daß ich gezwungen war es schnell richtig zu machen. Ich spielte den Song, wir gingen zurück ins Studio und fanden leider heraus, daß ich verkackt hatte. Bard (der Bassist) war tierisch sauer und ging nach Hause. Dort schrieb er den Text zu "Threshold" und ich übernahm ihn schließlich für den Song, den ich just vergeigt hatte. Am Schluß hatten wir einen richtig guten Song über und mit viel Frust.

Musicscan: Als ich das erste Mal "Blacklist..." hörte, hatte ich sofort den Eindruck, daß RIBOZYME ein enormes Spektrum an Sounds offenbart, angefangen bei einer Band wie Tool. Welche Einflüsse habt ihr auf diesem Album verarbeitet und welche Band war prägend für euch?

Ribozyme: Tool haben uns schon sehr beeinflusst, neben anderen bands wie Motorpsycho, Filter und Led Zepplin, aber genauso weichere Bands wie Sigur Ros und Radiohead.

Musicscan: Was hat euch zu eurem Namen inspiriert?

Ribozyme: Es ist ein sehr visueller Name, der die Energie und die Kraft besitzt, wie es ein Bandname tun sollte. Er rockt einfach.

Musicscan: Die Band gibt offen zu, daß ihr Sound nicht einfach zu umschreiben ist. Wie würdet ihr einer tauben Person eure Musik näherbringen?

Ribozyme: Groß und klein zur selben Zeit. Wir versuchen harte Rockmusik zu machen, die trotdem interessant ist. Nicht wirklich einfach manchmal, aber wir versuchen es.

Musicscan: Könntet ihr euch vorstellen einen Soundtrack zu komponieren? Um welche Art von Film würde es sich handeln?

Ribozyme: Es sollte ein düsterer Film sein, so wie die Werke von David Lynch oder vielleicht etwas erotischer. Ja, ich glaube RIBOZYME hätten einen guten Soundtrack für einen Porno abgeliefert,

Musicscan: Da ihr all eure Texte auf der Website abdruckt, scheinen sie euch viel zu bedeuten. Bitte gebt mir einen kurzen Einblick in euer lyrisches Universum.

Ribozyme: Es dreht sich alles um die Atmosphäre, den Raum und das Gefühl. Die Texte beschreiben oder erklären oft, aber am Ende ist es der geduldige Hörer, der sie interpretieren sollte. Das gilt auch für die Musik.

Musicscan: Manchmal, in den Momenten in denen ihr Elektronik und Samples einsetzt, erinnert ihr mich ein wenig an Ulver. Ist elektronische Musik ein Genre, das euch interessiert?

Ribozyme: Wir sind alle große Bewunderer der Nine Inch Nail, also is es gut möglich, daß unsere Einflüsse aus dieser Richtung kommen.

Musicscan: Beeinflusst euch eure norwegische Herkunft? Warum habt ihr nicht gleich eine BlackMetalBand gegründet? Nein, im Ernst, manchmal bekommt man schon das Gefühl, daß man als Norweger fast keine andere Option als Black Metal hat.

Ribozyme: Es ist dunkel in Norwegen, also bleiben wir drinnen und machen Musik. Aber RIBOZYME machen Hardrock, weil es sich natürlich für uns anfühlt und eben mehr rockt als Black Metal. Und an euch Black Metaller dort draußen: Ich denke, es gibt nur vier Männer, denen es erlaubt it Make up und HighHeels zu tragen und das sind Paul, Gene, Peter und Ace!!!

Musicscan: Wie man bemerkt, Kjartan ist nicht gerade eine Plaudertasche vor dem Herrn. Aber, wenn die Musik einer Band so eindrucksvoll und vor allem gut wie jene auf "Blacklist Merccy" gerät, sei alles verziehen, denn hier gilt: Let the music do the talking!

 
 Links:
  myspace.com/ribozymenorway
 
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