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Raging Speedhorn

Storie von: Daniel, am 19.11.2007 ]

RAGING SPEEDHORN sind wahrlich keine Band, die auf einer rosanen Wolke des Erfolges dahinschwebt, oder gar unbeirrt ihren Weg geht und doch hat sie sich immer wieder berappelt und legt nun eindrucksvoll Zeugnis ab. "Before The Sea Was Built" heißt der unumstössliche Beweis dafür, daß man auch 2007 unbedingt wieder mit den Jungs aus Corby rechnen muß.

 
Doch auch im Camp der Band weiß man, wie sehr dieses Album die Gemüter erhitzen und die Lager spalten könnte, ging mit der neuerlich notwendig gewordenen Umbesetzung auch eine Neuorientierung des Bandsounds einher.

"Ich würde sagen, daß dieses Album der größte Sprung, der größte Fortschritt war, den die Band innerhalb der neun Jahre ihrer Existenz vollführt hat. Dieses Album ist musikalisch ganz anders, die Gitarren klingen anders, weniger Bass und mehr höhere, melodische Töne. Dazu steuert Kev (der neue Sänger) die ganze Bandbreite seiner Stimme bei, die wir bis zum Äußersten ausgereizt haben. Es ist das düsterste Album, das wir jemals geschrieben haben".

Es sei die Frage aufgeworfen, wieviel RAGING SPEEDHORN noch in der aktuellen Besetzung steckt und ob die Band niemals daran gedacht hat, den Namen zu wechseln, einen Neubeginn zu wagen unter anderer Flagge. Gitarrist Gareth bestätigt diese Überlegungen, doch erläutert die Motive zum Durchhalten, denn auch wenn man vor dem neuen Album intensiv über einen Neustart nachgedacht habe, schon als klar war, daß das Material zu "Before The Sea Was Built" anders würde, als die Songs der Vergangenheit, es gab einen speziellen Moment, als die Band erstmalig nach den Aufnahmen eine Bühne betrat. "Eine Menge Leute erzählten uns nach den Shows, daß es das Beste gewesen wäre, was sie jemals von uns gesehen hätten und daß es ihnen eine Menge bedeutet. Da verstand ich auch, wieviel uns unsere Band bedeutet". Die Entscheidung war somit eindeutig ausgefallen.

Einstmals gestartet, um der Trostlosigkeit der Heimat irgendwo im englischen Nirgendwo zu entkommen, entpuppten sich RAGING SPEEDHORN als perfektes Ventil. Trotzdem zeigen die zahlreichen Besetzungswechsel, daß diese Form


des Eskapismus nicht immer gut funktioniert. Hat sich die Bedeutung der Band für die einzelnen Mitglieder geändert? Auch wenn sich die Lebensumstände verbessert haben mögen, so "denke ich manchmal, daß diese Band mein Leben gerettet hat. Die Band hat mir die neun besten Jahre meines Lebens beschert, mich um die Welt geführt. Ich bin verheiratet und lebe in Schweden, was sich einfach richtig gut anfühlt! Doch immer noch ist diese Band mein Vehikel zu fliehen und der Negativität in meinem Leben zu entkommen".

"Before The Was Built" ist hörbar anders als seine Vorgänger, komprimierter, gradliniger, rockiger, was einigen vielleicht unverständlich ist. Doch Gareth hat eine einfache Erklärung, denn "Als ich nach Schweden zog, bin ich verstärkt mit Black Metal und Hardcore in Kontakt gekommen. Außerdem habe ich mit ein paar Jungs im Proberaum just for fun gejamt. Das hat mich unheimlich weitergebracht. Alles in allem wollten wir dieses Album genau zu dem machen, was seine Vorgänger nicht waren. Nicht einfach zehn Minuten auf einem Riff rumreiten, nur weil es cool ist".

Doch wenn es eine Konstante bei RAGING SPEEDHORN gibt, dann sind es die Texte. Neben den offensichtlich eher subjektiven und persönliche Dinge behandelnden Themen, dreht es sich beispielsweise bei "Last Comet" um den Klimawandel und wie aufmerksamkeitsgeile Berühmtheiten diese miese Situation auch noch für sich ausnutzen. So bleibt nun zu hoffen, daß die Fans die neue Scheibe genauso enthusiastisch aufnehmen, wie es "Before The Sea Was Built" nun einmal verdient hat. RAGING SPEEDHORN haben überlebt, junges Blut hat die Band spürbar revitalisiert und auch, wenn die Musik einen Sprung gemacht hat, die Wut, die Energie, das Ventil ist das gleiche geblieben.

 
 Links:
  myspace.com/ragingspeedhorn
 
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