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Maroon

Interview von: Flo mit Tom, am: 22.10.2007 ]

Alles richtig gemacht: MAROON legen mit “The Cold Heart Of The Sun” ihr viertes und bislang bestes Album vor. Nachdem man zunächst die MetalCore- und wenig später auch die Thrash-Szene gehörig aufmischten konnte, greift das Nordhausener Quintett nun nach dem Metal-Thron. Nichts anderes darf das Ziel sein, wenn man ein derart souveränes und brachiales Werk im Rücken hat.

 

Musicscan: Das neue Werk „The Cold Heart Of The Sun“ ist mächtig; wie kommt´s, dass ihr gut 1 Jahr nach VÖ des Vorgängers schon die nächste Platte in der Pipeline habt? Seid ihr solche Kreativbolzen?

Maroon: Mit den Aufnahmen zu WHEN WORLDS COLLIDE waren wir ja schon im Dezember 2005 fertig und vor Veröffentlichung der Platte hatten wir schon 1- 2 grobe neue Songs. Da wir mit WHEN WORLDS COLLIDE nicht auf Tour waren und überhaupt 2007 für unsere Verhältnisse eher weniger live gespielt haben, haben wir die Zeit eben genutzt neue Songs zu schreiben. Deswegen waren die meisten Songs für THE COLD HEART OF THE SUN schon im Sommer fertig. Es ist besser gleich nachzulegen als zu lange nichts von sich hören zu lassen. Ich bin persönlich auch eher ein Fan von einem 2 Jahres Rhythmus, aber ich glaube das ist heutzutage schwer einzuhalten.

Musicscan: Auf der neuen Platte gibt es Sound / Songs zu hören, die man qualitativ auf jeden Fall von euch erwarten konnte – trotzdem überraschen die Songs bzw. die Strukturen. Wie erklärst du dir diesen Quantensprung in Sachen Songwriting, Musikalität etc.?

Maroon: Keine Ahnung. Wir haben einfach angefangen neue Songs zu schreiben und das ist eben am Ende dabei raus gekommen. Ich denke WWC war noch eine Art Übergang, da haben wir an vielen Stellen schon mal ein wenig getestet wo wir so hin wollen. Aber haben doch an manchen Stellen gesagt, dass wir das jetzt vielleicht nicht so machen können. Bei der neuen Platte haben wir uns von Anfang an keinerlei Grenzen gesetzt und das gemacht wozu wir zum jeweiligen Zeitpunkt gerade Lust hatten.

Musicscan: Ihr habt euch in sehr kurzer Zeit vom markanten und gängigen Metalcore Geballer (Endorsed by Hate) über technisch feine, traditionell-metallisch angehauchte Tracks auf When Worlds Collide zu einer Band gemausert, die momentan hochklassige Sounds, bestehend aus verschiedenen Genres, zelebriert, dabei aber dem eigentlichen typischen Maroon Stil treu bleibt. Gewollt? Natürliche Entwicklung oder einfach der „Flow“ im Studio?

Maroon: Genau so sehe ich das auch. EBH war ein recht einfaches, brutales und geradliniges Album. Mitunter haben da aber die Abwechslung und vor allem die Experimentierfreude gefehlt. Ich finde die Platte immer noch super, gerade weil sie perfekt beschreibt wie wir uns zu der Zeit gefühlt haben. Der Titel war eben einfach Programm. Wir wollten einen rohen Hassbrocken rausbringen, und das haben wir getan. WWC war dann eine Art Übergang. Riechtor war das erste Mal am Songwriting beteiligt und hat somit neue Einflüsse gebracht. Wir haben viel probiert und haben uns doch sehr an melodischem Metal orientiert. Allgemein war uns schon bei diesem Album klar, dass wir unsere Grenzen weiter ausloten wollen. Dieses Ausloten und Experimentieren haben wir bei THE COLD HEART OF THE SUN noch weiter getrieben. Und zwar in jede Richtung! Also würde ich schon von einer natürlichen Entwicklung sprechen, die hoffentlich noch viel weiter geht. Denn wenn man an irgendwelche Grenzen stößt muss man versuchen diese zu überwinden sonst würde es keinen Sinn ergeben weiter zu machen. Natürlich kommen manche Sachen auch spontan durch Experimente im Studio raus. Aber da wir immer mit zu 99% fertigen Songs ins Studio gehen ist dies eher die Ausnahme.

Musicscan: Ihr tourt demnächst mit diversen anderen Genre-Kollegen – für meinen Geschmack allerdings an zu niedriger Position im Running… wie kommt´s? Vor allem in Deutschland seid ihr manch anderen voraus… Wann gibt´s die ultimative Maroon Headliner Tour?

Maroon: Da kann man nix machen. Ich glaube wir sind da auch ein paar Angsthasen. Eine Headlinertour ist natürlich immer schwerer als Teil eines starken Paketes zu sein. Wir haben uns eigentlich immer recht wohl gefühlt an Positionen zu spielen die eigentlich nicht wirklich gerechtfertigt schienen. Aber da ist die Erwartungshaltung nicht so hoch und man kann die Leute noch richtig überraschen. Außerdem blasen wir gerne alle Bands nach uns weg ha ha! Aber nichtsdestotrotz werden wir im Januar auf ausgedehnte Headlinertour mit der neuen Platte gehen.

Musicscan: Was genau darf man sich unter dem Albumtitel vorstellen und was ergibt sich daraus in Verbindung mit dem Coverartwork?

Maroon: Plattentitel sind immer so eine Sache. Ich finde damit tut man sich oft am schwersten. Der Titel klingt schön griffig und lässt sich leicht merken. Außerdem finde ich den Gegensatz zwischen Kälte und Wärme äußerst spannend und dieser Gegensatz beschreibt die Platte auch sehr schön. Aber zu viel will ich da jetzt nicht reininterpretieren. Es ist halt ein schöner Titel, ein schönes Cover und eine schöne Platte mit schöner Musik ha ha.

Musicscan: Es taucht in Track 5 eine deutsche Textzeile auf – Könnt ihr euch vorstellen, auf den kommenden Releases einen kompletten Song in deutsch aufzunehmen?

Maroon: In den Sessions zu WWC ist auch schon ein Stück entstanden mit dem schönen Titel "Wider Allem". Dieser Song hatte einen deutschen Refrain. Ich hoffe der kommt mal irgendwann raus. Manchmal machen Andre oder Ich so was mit den Texten. Nur so aus Spaß und weil wir alle noch tief in uns drin richtige Deutsch Punk Fans sind. Aber ich persönlich kann mir bei unserer Musik keine deutschen Texte vorstellen. Aber immer mal ne Zeile finde ich lustig.

Musicscan: Wie geht’s weiter im Hause Maroon? Was sind die Pläne / Ziele? Nehmt ihr demnächst die USA in Beschlag?

Maroon: In ein Paar Tagen, also am 11.September (zum Glück müssen wir nicht fliegen) geht die Tour mit AS I LAY DYING los. Am 19. Oktober wird die neue Platte THE COLD HEART OF THE SUN erscheinen. Also alle schön kaufen! Nicht runterladen! Es wird nämlich auch ne streng limitierte Digipak Version mit Bonus DVD geben. Ja, und dann geht der Stress eigentlich erst richtig los. Dann stehen ein Haufen Promo Sachen an, d.h. Interviews und so ein Zeug. Ende Oktober gibt es dann wieder eine Release Show bei uns hier in Nordhausen mit vielen besonderen Sachen. Danach geht es gleich für ein paar Shows nach Russland. Von da aus mit NEAEAEAREA für ein paar Tage nach Spanien und dann ist das Jahr auch schon wieder rum. Im Januar 2008, pünktlich zum 10 jährigen Bandjubiläum geht es dann auf Headliner Tour und was dann noch so ansteht ist noch nicht raus. USA, Japan und Südamerika sind in Planung.

Musicscan: Ihr habt einen Samael Song gecovert, wart lange mit ihnen auf Tour… Alte Helden von euch und eine spezielle Verbundenheit?

Maroon: Ach, die Tour war ein Traum. Ich denke nicht nur für mich persönlich eine der besten Touren die wir gemacht haben. Von Anfang an hat alles gestimmt. Alle waren super nett und die Shows waren alle extrem erfolgreich für uns. Und natürlich OBITUARY und SAMAEL. Beides Bands mit denen ich groß geworden bin. Natürlich alte Helden für uns. Ich weiß noch wie ich das erste Mal mit 12 Cause Of Death auf Kassette gehört habe und mir dann The End Complete gekauft habe. Heute noch eine meiner Lieblingsplatten. Andre hat, kurz nachdem die Blood Ritual von SAMAEL rausgekommen ist, mir diese damals zum Familien- Weihnachtsfest geschenkt. Hätten meine Eltern gewusst worum es bei dieser Band und dieser Platte geht… Ich war 11 oder 12! Ich hatte damals noch nicht viele Platten, deswegen habe ich diese paar ständig gehört. Und dann durften wir mit unserer Rumpelcombo 15 Jahre später mit diesen Bands touren. Fantastich. Und alle waren so nett. Besonders SAMAEL sind zu guten Freunden geworden. Ich kann gar nicht aufhören mich über diese Tour zu freuen…

 
 Links:
  maroonhate.com
 
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