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Sworn

Interview von: Daniel mit Sworn, am: 23.08.2007 ]

SWORN aus Norwegen sind ein durchaus beachtenswerte und noch junge Band, die vor kurzem mit "The Alleviation" eine richtig gute BlackMetal-Scheibe veröffentlicht hat, die zwar in der Tradition des Stils verpflichtet ist, aber ebenso der Tradition ihres Heimatlandes, dessen Bands immer schon ein wenig anders waren, als der Rest. Melodisches Songwriting trifft auf Oldschool-Charme, ohne aber Niveau vermissen zu lassen und in barbarisches Gerumpel zu verfallen. Das alles, obwohl das Songwriting bisher allein in den Händen von Gitarrist Christoffer lag. Drummer Tom klärt uns auf.

 

Musicscan: Zunächst einmal eine Standardfrage: Was kannst Du mir über die "The Alleviation" sagen? Wie lange habt ihr für die Komposition und die Aufnahmen benötigt? Gibt es es etwas erinnerungswürdiges, was diese Scheibe für euch von den Vorgängern unterscheidet, irgendeine lustige Begebenheit?

Sworn: Nun, der erste Song stammt sogar noch aus dem Jahre 2004, als SWORN immer noch eine EinMann-Bands waren. Den letzten Songs haben wir tatsächlich erst im Studio fertig gestellt, also hat der kreative Prozess schon einen langen Zeitraum umfasst. Wir haben diesmal mehr Zeit im Studio verbracht, ungefähr einen Monat. Lars hat allerdings noch ein wenig mehr Zeit benötigt, und schließlich war der Gesang im April fertig aufgenommen. Ich erinnere mich noch an einen der ersten Studiotage, als Tom Ian gerade das Drumkit aufgebaut hatte und bereit war loszulegen, als wir bemerkten, daß ein paar Teile fehlten. Schlußendlich bin ich dann zum nächsten Musikalienhändler geflitzt und mußte den Rest leihen, was leider nicht ganz billig war. Außerdem waren wir diesmal ganz heiß auf das Recording, aber am Anfang verbrachten wir 90% unserer Zeit damit dem Produzenten dabei zuzusehen, wie er die Drums getriggert hat.

Musicscan: Warum habt ihr euch ausgerechnet für BlackMetal entschieden? Habt ihr diesen Stil auch schon vor eurer aktiven Zeit als Musiker gemocht, oder hat eure norwegische Herkunft damit etwas zu tun?

Sworn: Für einige von uns war es sicher eher eine natürliche Entwicklung. Angefangen hat alles mit Punk und Rock und von da aus entwickelte es sich weiter bis zu jener Musik, die irgendwie passend und "hart" genug für uns schien. Ich denke, das Bewußtsein für unsere norwegische Herkunft kam wirklich erst mit dieser Musik und Bands wie Windir, Einherjer und Helheim, die alle schon seit einiger Zeit dabei waren und unser kulturelles Erbe bereits für sich entdeckt hatten. Aber, wir haben noch nie spezifische Wikingerthemen, oder die nordische Mythologie bemüht, weder musikalisch noch textlich.

Musicscan: Was würdest du heute als musikalische Einfluss nennen, gibt es neben den genannten Bands mehr, daß euch inspiriert? Vielleicht etwas neben der Musik?

Sworn: Vermutlich haben alle in SWORN mehr weniger Lieblingsbands oder Lieblingsinstrumentalisten, aber es ist ja letzten Endes hauptsächlich Christoffer, der sich um das Songwriting kümmert. Aber daneben glaube ich schon, daß es noch außermusikalische Einflüsse gibt, wie Gefühle oder Geisteszustände.

Musicscan: Bitte erzähle mir mehr über die Texte, wer schreibt sie und wovon handeln sie?

Sworn: Ich habe die moisten Songtexte verfasst und ich hoffe das auch in der Zukunft tun zu können. Die Texte handeln in erster Linie von Schmerz und Leiden, Verrücktheit und Geisteskrankheit, Tod und Verzweiflung, haha. Texte und Musik wurden zwar seperat verfasst, aber als wir im Studio alles zusammenfügten, bemerkten wir, daß die Songtitel und die Texte eine starke Verbindung zueinander haben. Es war nicht beabsichtigt, ein Konzeptalbum aufzunehmen, aber irgendwie hat "The Alleviation" einen leichten Touch davon.

Musicscan: Auch wenn man die Basis für die Musik von SWORN schon im Bereich Oldschool-BlackMetal lokalisieren kann, spürt man euer Bemühen, dem ganzen einen leicht technischeren Anspruch zu verleihen. Was haltet ihr von der ewigen Debatte zwischen den Verfechtern der reinen Lehre und denjenigen, die eher einen progressiven Ansatz verfolgen?

Sworn: Ich denke, sobald jemand dem Black Metal etwas hinzufügt, was man gemeinhin nicht als dieser Musik zugehörig empfindet, dann kann man es nicht mehr als "true" oder "pur", weil es das eben nicht mehr ist. Dann wird es eben "symphonisch", "melodisch" wie in unserem Falle, oder aber irgendein anderer Stil, der sich von dem ursprünglichen Gedanken dieser Musik allerdings entfernt. Man nennt das dann alles Black Metal, aber SWORN klingen nun mal anders als Darkthrone, auch wenn wir flüchtig in die gleiche Kategorie einzusortieren sind. Ich denke, Du weißt, was ich meine. Soweit es mich und diese Debatte betrifft: Bands wie wir werden immer Respekt für das haben, was die frühen Bands getan und erreicht haben, denn ohne sie gäbe es uns nicht. Das gleich gilt für Bands wie Venom und Bathory, die den Terminus Black Metal geprägt haben und die nachfolgenden Bands der frühen 90er inspiriert haben. Fortschritt und Weiterentwicklung werden immer Teil der Musik sein, die Leute mögen es, oder auch nicht, aber am Ende des Tages ist es genau die sich verändernde Konstante, auf die man sich verlassen kann.

Musicscan: Ihr seid von ihrem Durchschnittsalter her immer noch eine recht junge Band. Wie verlief eure musikalische Sozialisation? Wie seit ihr mit Musik in Kontakt gekommen und wie hat es mit SWORN angefangen?

Sworn: Wir müssen so um die 15 oder 16 gewesen sein, als wir wirklich anfingen gezielt Musik zu hören und Interesse für die Bands entwickelten, die wir mochten. Ich bin mir nicht einmal sicher, wie alles genau ablief, aber es muß wohl die Pubertät an sich gewesen sein. In dem Alter hatten wir dann wohl auch zum ersten Mal ein Instrument in der Hand und fingen an unsere Lieblingsbands zu imitieren, ohne viel Erfolg anfangs. SWORN aber gründeten sich, als wir alle schon ein paar Jahre Erfahrungen hatten und zuvor schon in anderen Bands aktiv waren.

Musicscan: Was denkst du bedeutet Black Metal heute noch und was bedeutet es für dich persönlich?

Sworn: Ich denke, Black Metal steht für die inividuelle Meinung eines jeden in dieser Szene. Es ist eine persönliche Revolte gegen die Dinge, die du verachtest. Black Metal ist meiner Meinung nach die Freiheit der Rede, die Freiheit über alles zu singen und zu schreiben, wonach dir der Sinn steht. Niemand, der über dir steht und kein Buch, das dir sagt, was du zu tun hast.

Musicscan: Was plant ihr als nächstes und was würdet ihr mit Sworn gerne noch erreichen? Gibt es ein Traum-Tour-Lineup?

Sworn: Ich hoffe, wir werden noch viele Alben veröffentlichen, auch wenn ich hoffe, daß die Zeit im Studio nicht mehr so lang ist, wie beim ersten Mal. Was das Touren angeht, wüßte ich schon sehr genau, wie das aussehen sollte: SWORN headlinen eine Welttournee mit Iron Maiden, Dimmu Borgir, Metallica und Ozzy als Support. Und natürlich müßten Windir und Valfar dafür von den Toten auferstehen.

 
 Links:
  sworn.no
 
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