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The Sorrow

Storie von: arne, am 14.08.2007 ]

Aus dem Nichts stoßen die österreichischen THE SORROW mit ihrem Debüt-Album “Blessings From A Blackened Sky“ in Richtung Metal-Olymp vor. „Der Schlüssel zum Erfolg“ liegt für das junge Quartett darin, populäre Bands wie Killswitch Engage, Caliban, Machine Head oder Iron Maiden zu zitieren und bekannte Elemente stimmig arrangiert in Form einer fast schon überproduzierten Platte auf den Markt zu bringen.

 

Es bleibt abzuwarten, wie es um die Halbwertzeit der Band bestellt sein wird, doch im Moment könnte es für die Alpenkombo nicht besser laufen. In der Fachpresse wird man in den höchsten Tönen gelobt und als „Heilsbringer des modernen europäischen Metals“ abgefeiert. Sowohl das veröffentlichende Label Dakkar als auch die Band zeigen sich vom losgetretenen Hype überrascht. Wenigstens die Musiker haben bereits auf ihn reagiert und die eigenen Ansprüche hochgeschraubt:

„Noch gehen wir alle regulären Jobs und Ausbildungen nach, doch dies wird sich ab Herbst ändern. Spätestens dann, wenn wir länger auf Tour gehen.“, berichtet Sänger und Gitarrist Mathias Schlegel: „Momentan sind wir nicht mehr als eine „Hobby-Band“! Die Prioritäten liegen noch darauf, die Band und unsere Platte so gut wie möglich zu pushen. Denn eines Tages möchten wir ein paar unserer Rechnungen mit der Musik begleichen können.“ Die Vorzeichen dafür stehen gut, schaut man sich nach Rezensionen von “Blessings From A Blackened Sky“ um: „Das Feedback ist echt riesengroß und durchweg sehr positiv. Wir sind überglücklich, dass die Platte so gut ankommt und nichts als positive Kritik erntet. Es erfüllt uns natürlich mit Stolz, aber es kommt im Moment so viel rein, dass es schon schwierig ist, den Überblick zu behalten. Die Sterne stehen einfach gut für uns und auch wir sind sehr zufrieden mit der Scheibe. Es ist uns dennoch klar, dass wir noch am Anfang unserer Bandkarriere stehen und fokussiert bleiben müssen.“

Was bei dem ganzen Presserummel rund um THE SORROW aktuell schwierig sein dürfte: „Im Moment sind wir fast jeden Tag mit Interviews beschäftigt. Es macht uns schon Spaß, etwas über uns oder die Platte zu erzählen. Der ganze Rummel ist schon okay, schließlich profitiert die Band davon. Wir können uns promoten und müssen uns nicht einmal überwinden, all die Anfragen zu bearbeiten. Hoffentlich wird das noch eine Weile andauern. Die Motivation ist natürlich riesengroß. So ein Rummel motiviert ja zusätzlich und zieht auch immer mehr Leute auf die Shows. Die Tourangebote, die an uns herangetragen werden, sind immer attraktiver, und sein Gesicht in diversen Magazinen zu sehen, motiviert auch.“

In der Vergangenheit passten weder gut gespielter MetalCore und Österreich noch selbiger und Drakkar zusammen. THE SORROW treten nun mit “Blessings From A Blackened Sky“ den Beweis an, das durchaus Schnittmengen bestehen: „Die Szene in Österreich ist natürlich kleiner als die in Deutschland, aber sie wächst beständig.“, äußert sich Schlegel: „Es gibt immer mehr Bands, die ihr Potential zeigen und offen ausleben. Es sind aber eher kleinere


Communities als eine geschlossene Szene. Die Gruppen agieren voneinander unabhängig, doch in naher Zukunft wird man sicher noch mehr von österreichischen Bands wie Slumber, Before The Fall oder Estate hören. Sie alle sind Freunde von uns und in dem, was sie machen, sehr gut aufgestellt!“

Die Drakkar-Kombo selbst schleppt sich entweder in malmendem MidTempo-Mosh durch ihre Tracks, oder aber sie gehen offensiv und spritzig Tempo, wobei Letzteres seltener geschieht: „Es hat keinen bestimmten Grund, dass wir häufiger moshen als Tempo gehen. Wenn man im Proberaum zum ersten Mal einen Moshpart spielt, der Arsch tritt und man richtig dazu abgehen kann, ist das allerdings ein gutes Gefühl und auch live gehen die Leute bei Moshparts am meisten steil. Wichtigstes Kriterium ist aber der Song als Ganzes, denn ein Moshpart macht noch keinen Track.“ Das Album “Blessings From A Blackened Sky“ präsentiert sich als unterhaltsame Platte, der „lediglich“ Eigenständigkeit fehlt. Denn die Vorbilder der Österreicher sind offensichtlich:

„Wir leugnen unsere Inspirationsquellen nicht, aber wir sind sicher keine Band, die nur kopiert. Jeder Musiker lässt sich von anderen Gruppen inspirieren, manchmal auch unbewusst. Uns wird häufiger unterstellt, dass wir das Rad nicht neu erfunden haben oder zu „vorhersehbar“ sind. Doch wenn wir etwas komplett Neues hätten machen wollen, würden wir auch anders klingen. Von der Sache mit der Vorhersehbarkeit darf sich jeder sein eigenes Bild machen.“, entgegnet der Shouter und Gitarrist offensiv, und benennt sogleich die Trademarks von THE SORROW: „Unsere Stärken liegen sicherlich im Songwriting. Andi und Mätze haben sich ein solches Selbstverständnis auf der Gitarre erarbeitet, dass der Großteil der Songs aus ihrer Feder stammt. Wir streben danach, mit der Band auch ein Konzept zu verbinden, das als roter Faden durch THE SORROW fließt. Wir möchten mit einer gewissen Düsternis assoziiert werden, obwohl wir weder Grufties noch Emo´s sind.“

Stilistisch zeigt man sich mit “Blessings From A Blackened Sky“ etwa in der Mitte von MetalCore und Metal aufgestellt, wobei die Tendenz hin zum Erstgenannten geht: „Wir fühlen uns in unserer Position ziemlich wohl und haben kein Problem damit, den einen tag mit J.B.O. auf der Bühne zu stehen und den nächsten mit einer sXe-Hardcore-Band. Generell fühlen wir uns auf reinen Metal-Shows aber wohler, da wir bis jetzt stets die Erfahrung gemacht haben, dass dort eine offenere Atmosphäre herrscht. Das soll jetzt die HC-/MetalCore-Szene nicht abwerten, aber manchmal hinterlässt diese Bewegung schon den Eindruck eines exklusiven Clubs bei uns.“

 
 Links:
  myspace.com/thesorrowmetal
 
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