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Noumena

Interview von: Daniel mit Hannu, am: 06.08.2007 ]

Stichwort Nachberichterstattung. Im letzten Jahr haben die Finnen von NOUMENA mit "Anatomy Of Life" ein beachtliches Scheibchen vorgelegt, daß spürbar den Geist vergangener Tage atmet und genau in die gleiche Kerbe schlägt wie einst "Tales From A Thousand Lakes" von Amorphis, ohne allerdings eine billige Kopie zu sein. Mit philosophischem Background und wundervollen Melodien gebündelt in tollen Songs ging es vor kurzem auf Europatournee. Grund genug bei Bassist Hannu nachzufragen, wie es den Jungs ergangen ist.

 

Musicscan: Erzähl doch mal ein bisschen was zur gerade absolvierten Tournee und ob es irgendwelche schrecklichen oder amüsanten Geschichten zu erzählen gibt...

Noumena: Hallo an Music-Scan und alle Moshpit – Animals ! Nun, es war unsere zweite Tour in Deutschland und in der tchechischen Republik haben wir zum ersten Mal gespielt. Letztes Jahr im April haben wir bereits Deutschland und Österreich betourt und es gibt nur zwei Worte das zu beschreiben: Spaß und Heiß! Wir haben es wirklich genossen in eurem gastfreundlichen Land zu spielen, allein wegen der guten Atmosphäre in den Clubs. Irgendwie war die Tour fast wie ein Urlaub für uns und in der ersten Hälfte war es so heiß wie in der Hölle bei euch. Es gab keine Klimaanlage in unserem Van, also hatten wir eine Sauna auf Rädern (also praktisch wie zu Hause für die Finnen...Anm. d. Verf.) und auf den Bühnen war es auch nicht gerade kalt. Doch letztlich haben wir nette Leute getroffen und in tollen Clubs gespielt.

Musicscan: Ich könnte Dir eine Geschichte über Zufälle erzählen, wie manchmal einfach Dinge passieren, diesmal allerdings gute Dinge. Wir spielten in Lübeck, Du weißt, diese urige kleine Stadt an der Ostsee. Als wir beim Soundcheck waren, fiel mir ein Verlängerungskabel auf, auf dem der Name "Munter" geschrieben stand. Sofort war mir klar, daß Aleksi "Hippi" Munter, Keyboarder bei den bekannten finnischen Saufbolden und Doomstern von Swallow The Sun, dieses Kabel in Deutschland vergessen haben mußte. Also entschieden wir dieses Kabel mit zu nehmen und ihm in Finnland zurück zu geben. Schließlich fuhren wir nach Prag, um dort in einem netten, kleinen Club mittem im Herz der Stadt zu spielen. Als ich dann mein Equipment aufgebaut habe, fiel mir auf, daß unsere Geräte nich in die deutschen Steckdosen passen. Heilige Scheiße! Wir hatten keine Adapter dabei, also mußten wir zunächst befürchten, daß wir den Gig absagen müssen, da uns der lokale Veranstalter auch nicht weiterhelfen konnte. Dann erinnerte ich mich plötzlich an Munters Verlängerungskabel. Dr. Torso (unser Fahrer und guter Freund von Munter) rannte nach draußen, holte das Kabel und wie sich herausstellte war es eine Art Hybridkabel, das uns schlußendlich Saft für unsere Amps bescherte. Kurzum: Wir waren glücklich, haben einen tollen Gig für ein wie wild abgehendes Publikum gespielt und haben alle Aleksi im Geiste für seine Vergesslichkeit hochleben lassen. Ende der Geschichte.

Noumena: Wie hat besonders das deutsche Publikum auf das Material von "Anatomy Of Life" reagiert?

Musicscan: Wir hatten ein wirklich gutes Feedback nach den Gigs. Ich denke mal, daß das neue Material ein wenig Abwechslung in unsere Setlist gebracht hat. Unsere Gastsängerin Hanna Leinonen war auch mit dabei und so konnten wir die gesamte Palette an Noumena-Songs spielen. Außerdem hat es uns gefreut bei einigen Gigs bereits bekannte Gesichter wieder zu sehen. Vielleicht haben wir letztes Jahr etwas richtig gemacht ?.

Noumena: Würdest Du sagen, daß sich der Noumena-Sound über die Jahre weiterentwickelt hat? Von welchem Punkt aus seit ihr gestartet und wie würdest Du eure Musik heute beschreiben?

Musicscan: Ich würde unsere Weiterentwicklung vom Absence-Album aus beschreiben, wenn das okay ist. "Absence" war und ist ein starkes Album, voll von großen Melodien und einer Menge Abwechslung. Aber irgendwie ist da trotzdem zu viel gewöhnliches Melodeath-Material drauf, doch für seine Zeit war es okay. Mittlerweile aber haben wir genug Courage, um Sachen auszuprobieren, die wir für interessant und faszinierend halten. Es gibt mehr Abwechslung auf "Anatomy Of Life", mehr Nuancen und es beschränkt sich nicht mehr so sehr auf die Melodien. Die Songs sind teilweise eher riff-basiert und oft auch epischer. In Zukunft werden wir diese Vielschichtigkeit wohl noch mehr ausreizen. Allerdings werden wir die Growls natürlich nicht aufgeben und auch in Zukunft wie eine melodische Deathmetal-Band klingen. Aber wir werden die Grenzen weiter verschieben und Richtungen einschlagen, die zu uns passen.

Noumena: Neben der Musik, gibt es Dinge, die euch inspirieren? Filme, Bücher etwa?

Musicscan: Ich denke, Texas Hold'em (eine Pokervariante...) ist in letzter Zeit sehr populär, allerdings interessiert es mich nicht gerade (???). Ich interessiere mich sehr für Geschichte und Bücher. Gute Filme und Fernsehserien klauen mir auch viel meiner Zeit. Wenn ich über Inspiration nachdenke, dann sind Geschichte und die Gesellschaft, die diese umgibt ein wichtiges Thema für mich, zumindest wenn es um Songtexte geht. Es wäre schön, wenn wir mal ein Konzeptalbum aufnehmen würden, aber bisher ist uns noch kein Thema untergekommen, das interessant genug gewesen wäre.

Noumena: Können wir denn bald schon mit neuem Material rechnen und wie sehen NOUMENAs Pläne für die zweite Hälfte des Jahres aus?

Musicscan: Momentan nehmen wir un seine Auszeit von der Band. Wir werden im Herbst ein paar Gig in Finnland spielen und nebenbei neue Songs schreiben. Tatsächlich hat Ville (Lamminaho, Gitarrist) schon zwei oder drei neue Songs am Start. Natürlich müssen wir das neue Material erst noch arrangieren und proben und anschließend ist es erst Zeit ein Demo aufzunehmen. Im Moment haben wir allerdings auch keinen gültigen Plattenvertrag mit irgendeinem Label. Wir haben schon mit Spikefarm über eine gemeinsame Zukunft diskutiert, aber bisher sind wir uns noch nicht einig. Sobald wir ein paar Songs fertig und aufgenommen haben, werden wir uns Gedanken machen, wie es weitergeht.

Noumena: Könntest Du Dir ein Traum-Lineup vorstellen? Mit welcher Band würdet ihr gerne touren?

Musicscan: Von unserem persönlichen Standpunkt aus, was Lieblingsbands angeht, würden wir gerne mit folgenden Bands touren: Borknagar, Amon Amarth, Primordial und Lumsk. NOUMENA würde dann eine Art Crossover aus all diesen Bands darstellen. Wir haben eine Menge guter Freunde in vielen finnischen Bands, also gibt es noch eine Menge potentieller Bands, mit denen wir in der Zukunft touren können.

Noumena: Was denkst Du über den großen Erfolg von LORDI, die den Eurovision Song Contest gewonnen haben? Meinst Du, daß es finnischer Musik oder Finnland generell irgendwie geholfen hat?

Musicscan: Natürlich war es toll, daß Finnland letztlich den ESC gewonnen hat. Außerdem hat es bewiesen, daß Europäer doch recht offene Menschen sind. Ich bin allerdings kein Lordi-Fan. Ihre Musik ist bestenfalls okay, aber für mich trotzdem gesichtslos. Lordis Musik hat den Mainstream an Hard Rock und Metal erinnert und den Rest von Euroap an Finnland. Meine persönliche Wahrnehmung ist, daß finnischer Metal recht beliebt ist im kontinentalen Europa, weil er gut gespielt ist, die Songs Qualität haben und die Musik einen bestimmten finnischen oder skandinavischen Vibe hat. So wie NOUMENA beispielsweise.

Noumena: Genießt alle den Sommer und wir wünschen euch alles Gute! Ich freue mich darauf euch in Kürze in Wacken zu sehen! Kippis!

 
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