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Becoming The Archetype

Storie von: arne, am 02.07.2007 ]

Ihre zweite Platte gehen BECOMING THE ARCHETYPE mit zwei neuen Gitarristen an, wobei sich die Veränderungen im Line-Up einstückweit auf den Sound der Band aus Atlanta auswirken. Verglichen mit dem phänomenalen Debüt “Terminate Damnation“ wirkt “The Physics Of Fire“ noch düsterer und progressiver aufgestellt. Zu hören ist weitaus breiter kanalisierte Extrem-Kost mit ausgeprägtem Bombast-Touch.

 
Die Solid State-Kombo forciert die bipolare Anlage aus drückender Härte und genreübergreifender Komplexität ganz bewusst. Egal, ob sich BECOMING THE ARCHETYPE im Brutalo-Death, Hardore, MathCore, Thrash oder Prog-Bereich bewegen; jede Ausprägung steht ihnen gut zu Gesicht. Für das experimentierfreudige Quartett scheint es das Natürlichste auf der Welt zu sein, beständig das musikalisches Gesicht und die Härtegrade zu verändern. Die vielschichtigen, technisch anspruchsvollen Arrangements werden hin und wieder um kurze (Akustik-)Instrumentals ausgebaut, die den kraftraubenden, apokalyptisch anmutenden Charakter von “The Physics Of Fire“ zusätzlich steigern, der auch textlich seine Entsprechung findet:

„Wir verstehen die Band als Plattform, unsere Kunst und Überzeugen mit anderen zu teilen, sofern die Möglichkeit dazu besteht.“ führt Gitarrist und Keyboarder Seth Hecox ein: „Wie in allen Bereichen des Lebens gibt es Leute, die auf dich abfahren, dich mit Fragen und Komplimenten überhäufen und wieder andere, die sich keinen Deut um dich scheren, weil du ein „junger Amerikaner“ oder Christ bist. Wenn du mich fragst, sind christlich orientierte Bands die am meisten diskriminierten.“ Nicht jedoch bei einem Dortmunder Label, das für die Euro-Lizenzen der beiden Scheiben des Quartetts verantwortlich zeichnet:

„Wir schätzen die Entscheidung von Century Media, sich für das Experiment BECOMING THE ARCHETYPE entschieden zu haben. Schließlich war es nicht selbstverständlich, dass sich ein Label für die Veröffentlichung unserer beiden Longplayer in Europa finden würde. Doch sie glauben an uns und leisten vollen Support. Auf unserer letzten Tour hingen wir einige Zeit lang bei ihnen im Büro rum, und diese Stunden sind uns als sehr angenehm und lustig in Erinnerung geblieben. Hoffentlich zahlt sich das Vertrauen in uns durch gute Verkäufe unserer zweiten Platte aus. Das wäre mehr als gerecht und ihrer harten Arbeit angemessen. Für uns als Band ermöglichen sie uns zudem den Zugang zu Hörergruppen, die sich recht deutlich von unseren amerikanischen Fans unterscheiden, was interessant ist.“

Nicht zuletzt auch deshalb, weil dem Banddasein der vier ein besonderer, gehobener Anspruch zugrunde liegt: „Wir streben definitiv danach, aus der gesichtlosen Masse herauszustechen und einen Unterschied zu machen; sowohl musikalisch als auch philosophisch-textlich. Noch sind wir eine junge Band, die Basisarbeit zu leisten hat, doch ich blicke bereits in die Zukunft, in der BECOMING THE ARCHETYPE hoffentlich irgendwann als legendäre Gruppe bekannt sein werden, die mit ihrer großen Kreativität das Gesicht der Musik im Ganzen


verändert hat. Auf kleinerer Ebene versuchen wir, unsere Hörer auf eine spirituelle Reise mit zu nehmen und ihnen Aspekte und Ansichten einer christlichen Weltsicht zu vermitteln, die ihnen zuvor noch nicht bekannt oder bewusst waren. In diesem Unterfangen waren wir auf unserem bisherigen Weg recht erfolgreich, denke ich, doch zufrieden sind wir noch lange nicht. Wir denken bereits an die Zukunft. Alle Mitglieder unserer Band glauben daran, dass sich gute Musik so oder so durchsetzen wird. BECOMING THE ARCHETYPE sind eine Metal-Band, doch wir haben weit mehr zu bieten als nur krachende Riffe oder Blastbeats. Unser Anspruch ist es, mitreißende Soundlandschaften zu erschaffen, die auch musikalische Elemente umfassen, die eher Mainstream-orientierte Hörer schätzen. Es erfüllt uns mit Stolz, dass wir scheinbar auch Leute ansprechen, die sonst keine harte Musik hören. Der Einsatz eines Keyboards, von klassischen Gesangslinien und progressiven Momenten mit dominanten Klavierklängen ist dabei scheinbar unser Geheimnis.“

Wobei ein Nachahmen angesichts der anspruchsvollen Songkonstrukte per se unmöglich scheint: „Ich sehe uns wenn überhaupt in der progressiven Metal-Ecke, auch wenn wir zumeist mit Hardcore- oder MetalCore-Bands auf Tour gehen. Wir müssen uns da nach den Angeboten richten, die wir bekommen, doch als Band fühlen wir uns vornehmlich einer progressiven Grundhaltung verbunden, die sich auch in unseren Songs ausdrückt.“ Will heißen, dass BECOMING THE ARCHETYPE immer das Unvermutete in die Waagschale werfen und sich im Grunde nicht festlegen lassen wollen. Allenfalls der Rahmen ist nachvollziehbar gesetzt:

„Es stimmt, hinter “The Physics Of Fire” steht tatsächlich ein Konzept. Bevor wir mit der Arbeit an der Platte begonnen haben, diskutierten Alex, Jason und ich darüber, welche Gefühle wir mit unserer Musik ausdrücken wollten. Schnell entwickelte sich das „Konzept des Feuers“, und welch ein ergiebiges Thema haben wir da aufgetan. Von dieser Idee ausgehend wurden sowohl die Texte als auch die Musik der Scheibe inspiriert, und das Thema ist noch längst nicht erschöpfend abgearbeitet. Feuer steht für so viele Ideen oder Bedürfnisse und wird von jedem verschieden assoziiert. Die Menschheit nutzt das Feuer zum Kochen, aber auch, um andere zu quälen und ihnen weh zu tun. Flammen können kurz und fast unsichtbar oder aber grell, langanhaltend und verheerend sein. Oder auch das „ewige Feuer“, es symbolisiert die Unendlichkeit oder das Vermächtnis. All diese und noch viele weitere Ausprägungen aber auch die biblischen Konzepte haben uns für inspiriert und nach der Vertonung des Feuers suchen lassen.“

 
 Links:
  myspace.com/becomingthearchetype
 
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