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Akercocke

Interview von: Daniel mit Jason & David, am: 28.06.2007 ]

Nach dem wohlwollend bis begeistert aufgenommenen "Words That Go Unspoken, Deeds That Go Undone" veröffentlichen AKERCOCKE dieser Tage den Nachfolger. Der schlicht "Antichrist" betitelte Silberling zeigt das satanische Quartett in Höchstform und sollte ein weiterer Schritt zu Satans Weltherrschaft sein. David Gray und Jason Mendonca erklären die Fakten zum neuen Album und beweisen eindrucksvoll, daß Satanismus auch Spaß machen kann.

 

Musicscan: Um der Wahrheit zur Ehre zu gereichen, durch die etwas ungünstigen Umstände heute (ich bekam die fertige CD erst ein paar Stunden vor diesem Interview), habe ich "Antichrist" natürlich noch nicht wirklich intensiv hören können. Aber allein diese kurze Zeit hat schon gereicht, um zu wissen, daß es ein intensives Album geworden ist. Habt ihr denn überhaupt genug zeitliche Distanz zu dieser Scheibe, um irgendein Urteil fällen zu können? Wo seht ihr die Unterschiede zu "Words That Go Unspoken..."

Akercocke: JASON: Du bist wirklich absolut der erste, der diese wirklich korrekte Beobachtung macht, denn wir sind mit dem Mastern erst letzten Montag fertig geworden. Aber um Deine Frage zu beantworten: Ich denke, es ist eine natürliche Weiterentwicklung. Rein akustisch gibt es ein paar Veränderungen, aber der Spirit ist absolut der gleiche geblieben.

Musicscan: DAVID: Es ist ein wenig schneller!

Akercocke: Allein der erste Song hat mich sehr spontan an "Verdelet" vom letzten Album erinnert und es schien mir so, daß ihr euch in zwei unterschiedlichen Extremen bewegt. Zum einen die wirklich heftigen und brutalen Blasts, zum anderen die melodischen Linien, der melodische Gesang.

Musicscan: JASON: Wir werden immer bessere Songwriter und so gelingt es uns immer besser die Kontraste herauszuarbeiten, zwischen Licht und Schatten, die uns auch sehr wichtig sind. Die brutalen Parts wirken umso extremer, wenn sie sich mit den melodischen Parts abwechseln. Es ist aber auch so, daß sich die Songs von selbst entwickeln und wir immer öfter instinktiv wissen, was ein Song benötigt, also letztlich wenig bewußte Richtungen eingeschlagen werden. Aber am Ende des Tages kommen wir ja dann doch immer wieder zu diesen Höhlenmenschenklängen zurück.

Akercocke: Ist denn Black Metal noch ein Einfluss für euch?

Musicscan: JASON: Bathory vielleicht, frühe Darkthrone, oder Burzum.

Akercocke: Könnte man sagen, daß ihr von dieser rohen Atmosphäre aus eure Musik in eine intelligente Richtung weiterentwickelt habt? Denn die Bands, die ihr genannt habt, waren nun eher für primitive, rohe Musik bekannt.

Musicscan: JASON: Nun, aber diese Bands haben eine bestimmte Stimmung kreiert. Immer, wenn ich diese Bands höre, fühle ich mich wie an einem kalten Ort.

Akercocke: Eure Musik, auch wenn sie auf "Antichrist" im Vergleich zum Vorgänger etwas begradigt scheint, ist doch sehr komplex. Gibt es Einflüsse progressiver und komplexer Bands bei euch, die euch bewußt sind ?

Musicscan: DAVID: Unsere Einflüsse sind in der Regel alle älter, was uns natürlich irgendwie reichlich alt aussehen lässt. Aber wir haben uns nie vorgenommen, wie jemand anderes zu klingen. Wir sind wohl einfach mehr als die Summe unserer Einflüsse. Wir sind eben alle Mitte 30 und somit in den 80ern mit guten altem Trashmetal und der NWOBHM aufgewachsen. Und komischerweise haben wir immer noch das gleiche Feeling wie damals in der Schule. Einfach dieses "Hey, lasst uns alles kaputtschlagen".

Akercocke: JASON: Wir sind halt völlig zurückgeblieben.

Musicscan: Ohne euch verschärft Honig um den Bart schmieren zu wollen, aber mir persönlich fällt auch bei "Antichrist" kaum, oder eher gar keine Band ein, mit der ich euch vergleichen könnte.

Akercocke: JASON: Danke, dabei ist das nocht nicht einmal beabsichtigt, denn wir spielen seit ewigen Zeiten im Grunde nur die Musik, die wir selbst gerne hören wollen. Wäre ich nicht bei AKERCOCKE, ich würde mir wünschen bei AKERCOCKE zu sein. Das sagt doch alles.

Musicscan: Soweit ihr euch ein Urteil erlauben könnt, seit ihr zufrieden mit dem neuen Album ?

Akercocke: DAVID: Ja, definitiv, obwohl es noch sehr früh ist, etwas darüber zu sagen. Aber wir haben schon eine Meinung darüber. Es ist definitiv das wichtige und richtige nächste Kapitel in der Bandgeschichte.

Musicscan: Ihr seit bekennende Satanisten, inwiefern ist das ein Einfluss?

Akercocke: DAVID: Extrem wichtig, denn wir haben alle unsere gemeinsamen Ideale. Die Band würde schlicht nicht funktionieren, würden wir nicht alle dem gleichen Gedankengang folgen. Hätten wir nicht diese satanischen Ideale, die Band würde nicht nur anders klingen, sie würde nicht existieren. Vielleicht hätten wir alle irgendeine Pop-Band am Start...

Musicscan: Jason: Oder vielleicht eine Band, mit der man Geld verdienen kann (lacht sich halb schlapp)...

Akercocke: Verfolgt ihr eine bestimmte Strömung innerhalb der satanistischen "Bewegung" ?

Musicscan: DAVID: Es sind die verschiedensten Elemente bekannter Strömungen, wie der von LaVey. Allerdings betrachten wir Satanismus eher als persönliches, philosophisches Konzept. Wir mögen die einfachen, leicht zu absorbierenden "Erkenntnisse" von LaVey, die ja auch nicht mehr waren als simple Beobachtungen der Natur des menschlichen Tieres. Allerdings widerstrebt es uns und eigentlich auch der satanistischen Idee, in einem Club zu sein.

Akercocke: Was verbirgt sich hinter dem Titel "Antichrist", ein Konzept etwa?

Musicscan: DAVID: Nur insofern, daß allen unseren Songs Satanismus und eine antichristliche Haltung zugrunde liegt.

Akercocke: Aber ihr haltet euer Privat- bzw. euer Berufsleben immer noch sehr strikt unter Verschluß.

Musicscan: JASON: Das hat aber eher praktische Gründe, denn wir leben in einer Welt, die mit Satanismus immer noch eine Menge Stereotypen verbindet. Um keine unnötige Unruhe einkehren zu lassen, halten wir diese beiden Welten eben getrennt.

Akercocke:Selten ist Satanismus so sympathisch und intelligent vorgetragen worden, wie im Falle von AKERCOCKE. Auch das neue Album beweist, daß es auch in diesem Genre noch möglich ist, originell zu klingen. Here comes the "Antichrist"!

 
 Links:
  akerkocke.com
 
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