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Pig Destroyer

Storie von: arne, am 25.06.2007 ]

Seit dem grandiosen “Terrifyer“ sind abermals drei Jahre vergangen, bis sich PIG DESTROYER mit ihrem neuen Album “Phantom Limb“ zurückmelden. Bereits nach “Prowler In The Yard“ hatte man als Fan eine nicht minder lange Spanne zu überbrücken, doch im Songwriting scheinen die Jungs aus Virginia einfach nicht schneller zu sein.

 
„Wir sind weder langsam, noch nehmen wir uns Auszeiten zwischen den Releases.“ klärt Shouter JR Hayes auf: „Wir versuchen allen Veröffentlichungen die bestmögliche Aufmerksamkeit und Anstrengung entgegenzubringen und sie in allen Aspekten so gut wie möglich zu machen. Das beginnt bei den Arrangements der Stücke, setzt sich bei den Texten und der Artwork-Gestaltung und auch in der Produktion fort. Wir überstürzen die Dingen nicht und widmen jedem Teilschritt die nötige Zeit, bis wir mit dem Ergebnis zufrieden gestellt sind. Ist ein Album erst einmal erschienen, kannst du schließlich nichts mehr ändern.“

Dafür ist die Band aber immer für eine Überraschung und stete Unberechenbarkeit gut. So auch im Falle von “Phantom Limb“, einer wieder deutlich Death’n’Grind-lastigeren Prügelorgie. Das Label dürfte es freuen: „Ich denke schon, dass die Relapse-Crew mit der neuen Platte sehr zufrieden ist. Jedenfalls habe ich nichts Gegenteiliges gehört. Vielleicht haben sie es aber auch einfach aufgegeben, Erwartungen an uns zu stellen, weil wir so häufig unser musikalisches Gesicht wechseln. Da sie aber wissen, dass wie stets 110 Prozent geben und Platten immer so knallig wie möglich machen, unterstützen sie uns mit ebensolcher Anstrengung.“

Das neue Album gestaltet sich dabei wieder deutlich rabiater, brutaler und schneller: „Bei der Arbeit an jeder Platte, versuchen wir, so hart, roh und extrem wie möglich zu klingen. Wenn wir dann die Ergebnisse hören, sind wir wie unsere Fans überrascht, dass die Scheiben teils sehr unterschiedlich klingen. Vergleiche einfach mal “Terrifyer“ mit “Phantom Limb“. Allenfalls lässt sich sagen, dass die Art der Arrangements und die Produktion ähnlich angelegt sind, doch sie klingen schon sehr verschieden. “Terrifyer“ hat ein gewisses Punk-Feeling, während “Phantom Limb“ eine deutliche Death Metal-Schlagseite aufweist. Dieses Gefühl entsteht nicht zuletzt durch die weitaus dichtere Produktion. Die Ausprägungen beschäftigen uns im reinen Arbeitsprozess allerdings nicht. Sie entstehen ganz von selbst.“

Doch es hat auch greifbare Veränderungen gegeben, wie JR Hayes berichtet: „Eigens für das neue Album sind wir zum ersten Mal in ein richtiges Studio gegangen. Das war für uns eine völlig neue Erfahrung. Bislang hatten wir ja stets alleine bei uns aufgenommen und für alles selbst verantwortlich gezeichnet. Doch dieses Mal gaben wir ganz bewusst einen Teil der Verantwortung ab, und es hat sich gelohnt. Wir haben uns noch stärker unter Druck gesetzt und sind mit einer tollen Produktion und einem klasse Album belohnt worden.“ Neben einem beeindruckenden Tempolevel und roher Härte fällt auf “Phantom Limb“ auch ein stimmiger Rahmen auf, was kein Zufall ist:

„Wir haben besonderes Augenmerk auf die Songstrukturen


gelegt und versucht, diese sowohl eingängiger als auch einprägsamer zu gestalten. Das erwies sich als reichlich schwieriges Unterfangen, da wir die Intensität und das Drucklevel nicht abschwächen wollten. Vor den eigentlichen Aufnahmen waren wir zudem unsicher, wie “Phantom Limb“ letztlich klingen würde, denn wir arbeiteten ja unter neuen und unbekannten Bedingungen. Letztlich haben sich die Zweifel als unbegründet erwiesen.“ Erneut ist ein Album entstanden, das Hörer der verschiedensten Lager ansprechen dürfte, was Methode zu haben scheint: „Wir spielen ja auch unterschiedliche Shows für unterschiedliche Zuschauergruppen. Sich einstückweit der jeweiligen Situation anzupassen, fällt uns nicht schwer, denn wir stehen zu den Songs all unserer Platten. Letztes Jahr waren wir sogar mit Whitehouse und Wolf Eyes auf Tour und der Großteil des Publikums hätte uns sonst wohl niemals gesehen. Das war eine interessante Erfahrung. Davon kann man sich mitunter richtig mitreißen lassen, allerdings wird man dadurch auch risikofreudiger, was nicht unbedingt von Vorteil ist. Neue Wege auszuprobieren bedeutet in jedem Fall eine Menge Spaß und motiviert dich.“

Das Wichtigste lässt man sich ohnehin nicht nehmen: „Für uns steht von jeher der Spaß im Vordergrund, das ist richtig. Mit Streitereien oder Skandalen haben wir uns noch nie aufgehalten. Nur wenn der Spaß stimmt, kann man als Band weitermachen. Wir befinden uns in der komfortablen Position, dass wir alle dieselben musikalischen Vorstellungen haben und diese einfach ausleben. Diskussionen kommen so gut wie nie auf, was es uns ermöglicht, konzentriert und effektiv zu arbeiten.“

Die eigene Entwicklung kann der Shouter jedoch nicht in Worte fassen: „Ich weiß nicht so recht. Das oberste Ziel für uns war es von jeher, immer heftiger und direkter zu werden und dabei keine Kompromisse einzugehen. Inwieweit wir uns über die Jahre verändert oder gar verbessert haben, ist nichts, worüber ich nachdenke, oder worüber man nachdenken sollte. Musik, wie wir sie spielen, ist vor allem instinktiv.“

Oder auch eine Mischung, die sich aus einer individuellen Blastbeat-Orientierung und der Inspiration durch einschlägige Genre-Größen ergibt: „Ich höre nach wie vor jede Menge Metal, allerdings bin ich mit den Jahren deutlich wählerischer und kritischer geworden. Auf ewig ungeschlagen und immer für Inspirationszwecke gut sind Rotten Sound, Benumb, Phobis, Unsane, Today Is The Day, Eyehategod, Acid Bath, Brutal Truth,… Ich höre jedoch auch jede Menge anderer Sachen wie Gangsta-Rap, und das schon eine halb Ewigkeit.“ Angesichts der extrem hasserfüllten Songs von PIG DESTROYER war abschließend die Frage unumgänglich, was JR Hayes denn abgrundtief hasst: „Black Metal. I fucking hate Black Metal!”

 
 Links:
  pigdestroyer.net
 
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