Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1758

Despised Icon

Storie von: arne, am 18.06.2007 ]

Im Vorprogramm von Unearth konnten sich DESPISED ICON zahlreiche Fanherzen erspielen und selbst neben Job For A Cowboy bestehen. Was die kanadische Band ihren Kollegen voraus hatte, waren Spritzigkeit, Spielfreude und ungezügelte Kompromisslosigkeit.

 
Eben das sind auch die Stärken, die den neuen Longplayer der Jungs, “The Ills Of Modern Man” (Century Media), auszeichnen. Die Montrealer befinden sich jederzeit auf der Höhe des Geschehens und überzeugen sowohl mit anspruchsvollem Spielwitz als auch schierer Brutalität:

„Wir sind gerade erst aus Europa heim gekommen und können noch immer kaum fassen, wie gut unsere erste Tour bei euch gelaufen ist.“ erzählt Shouter Alex Erian: „Bevor wir die Euro-Tour spielten, waren wir mit Job For A Cowboy bereits in Kanada unterwegs, so dass wir mit ihnen ganze zwei Monate zusammen gewesen sind. Fast jede der kanadischen Shows war ausverkauft und die Gigs mit Unearth liefen ebenfalls fantastisch. Wir hatten durchweg eine gute Zeit. Sicherlich waren die Schwingungen und Reaktionen der Laute unterschiedlich, aber cool war es überall. Vielleicht lag es in Europa gerade daran, dass wir zum ersten Mal in einem Bus getourt und mehr zum Schlafen gekommen sind. So konnten wir sowohl mehr Party feiern als uns auch viele Sehenswürdigkeiten anschauen. Und auch das europäische Catering bleibt uns positiv in Erinnerung. Endlich gab es mal etwas anderes als Junkfood.“

Der Aufstieg der potenten Band schreitet demnach ungebrochen voran, was beileibe keine Selbstverständlichkeit darstellt: „Da es die Band bereits seit fünf Jahren gibt, darf man wohl wirklich zurückblicken. Ich kann nur staunen, denn ich hätte nie erwartet, dass wir mit DESPISED ICON soweit kommen würden. Gerade vor dem Hintergrund, dass wir uns 2003 fast aufgelöst hätten. Wir standen vor der Wahl, aufzugeben oder mit ganzer Kraft Vollgas zu geben. Unsere Anstrengungen haben sich gelohnt, wenn man unseren Weg rückblickend wertet. Auf den erworbenen Lorbeeren ruhen wir uns allerdings nicht aus. Man darf nicht nachlassen oder sich eine Rockstar-Attitüde zulegen, was ohnehin nicht unser Ding wäre. In den letzten zwei Jahren sind wir in den Staaten und Kanada ununterbrochen auf Tour gewesen. Noch dazu managen wir die Band bis heute selbst, auch wenn unser A&R eine Menge Support leistet. All das ist gut, doch am wichtigsten ist es, den Spaß an der Sache nicht zu verlieren, sowohl an der Musik als auch am Leben. Ginge dieser verloren, wäre das wohl das Ende von DESPISED ICON.“

Solange die Montrealer


auch mit Motivation und Inspiration bei der Sache bleiben, besteht wohl nicht die Gefahr eines Splits. Und gerade jetzt hat man ja die besten Chancen und sich großen Herausforderungen zu stellen wie der Frontmann bestätigt:

„Im Grunde vermisse ich in der derzeitigen Heavy-Musik-Szene nichts Grundlegendes. Ich trauere um Bands, die nicht länger bestehen, vermisse die frühen Tage, in denen ich die Welt von Metal und Hardcore für mich entdeckte, die Nervosität der ersten Konzerte und die Probleme beim Schreiben und Aufnehmen der ersten Stücke. Das ist aber normal, denke ich, denn seiner Jugend trauert letztlich jeder irgendwie nach. Heavy-Bands geht es heute besser denn je, was ich sowohl als Fan als auch als Musiker freut. Mit DESPISED ICON versuchen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten originell und eigenständig zu klingen, aber da draußen gibt es unzählige Bands und Stile. Man muss realistisch bleiben. Wir werden wohl niemals so richtungsweisend und bahnbrechend wie die Vorreiter der Genres sein. Nicht grundlos haben Meshuggah, Suffocation oder The Dillinger Escape Plan ihre Ausnahmestellung inne. Doch auch in unseren Songs kannst du eine kompromisslose Hingabe an schwere, komplexe Musik hören. Wir arbeiten beständig daran, auftretende Grenzen zu durchbrechen, sowie uns durch schnellere, tightere und komplexere Strukturen immer weiter zu fordern.“

Gefördert wird dieser Umstand sicherlich auch von einem breiter gewordenen Fan-Zuspruch, der sich wie auch der Band-Sound beständig steigerte:

„Viele der MetalCore-Kids konnten mit uns nichts anfangen, als wir auf der Bildfläche erschienen, denn unsere Songs führten Blastbeats und Growls. Die heute so angesagte Durchmischung technischer Parts mit Breakdowns und Blasts betreiben wir bereits seit fünf Jahren, und heute ist die Szene für uns bereit. Wir konnten uns kontinuierlich verbessern, und ich kann noch immer nicht so richtig glauben, wie tight wir die Songs der neuen Platte eingespielt haben. So wollten wir schon immer klingen, und endlich finden wir unsere Hörer. Dabei ist es egal, ob wir mit Morbid Angel, Deicide und Suffocation oder mit Hatebreed, Unearth und Through The Eyes Of The Dead spielen. Elemente all dieser Bands finden sich im Sound von DESPISED ICON wieder.“

 
 Links:
  myspace.com/despisedicon
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  Bastard Grave
  Gatecreeper
  Insomnium
  Mass Worship
  Yonder

Interviews/Stories:

  Issues
  Aviana
  Guilt Trip

Shows:

  15.11. Cancer Bats - Berlin
  15.11. Comeback Kid - Berlin
  15.11. Fallbrawl - Munchen
  15.11. Lionheart - Munchen
  15.11. Opeth - Nuremberg