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Cephalic Carnage

Storie von: arne, am 11.06.2007 ]

Bereits Anfang Mai gastierten CEPHALIC CARNAGE drei Mal auf deutschen Bühnen, die Tracks ihres neuen Longplayers “Xenosapien” bereits im Vorfeld der Veröffentlichung der Platte live vorzustellen. Und die Sickos aus Denver blieben sich selbst und ihrer Linie treu, wie Leonard Leal berichtet…

 
„Die deutschen Shows waren fantastisch, aber auch hier in Großbritannien läuft es super. Wir können es kaum glauben. Es kommen so viele Leute und alle gehen ab. Wir hängen jeden Abend mit anderen Kiffern rum, die versuchen, uns higher als sich selbst zu machen. Wir sind rundum zufrieden.“ Diese Aussage überrascht, da bekannt ist, dass die Jungs lieber in der Heimat oder im Studio denn auf Tour weilen: „Das kommt drauf an, denn beides macht uns Spaß und hat Vor- und Nachteile. Den kreativen Part beim Songschreiben und Recording schätze ich ebenso sehr wie die Interaktion auf Konzerten. Andererseits müssen wir für Aufnahmen Denver nicht verlassen, was ein klarer Vorteil ist und dieser Seite einen weiteren Pluspunkt einbringt.“

Glücklicherweise begibt sich das Outfit dennoch auf Tour, und ihre tighten, ungestümen Gigs sind legendär wie berüchtigt. Ein gehobener Anspruch liegt jedoch weder der eigenen Bühnenpräsenz noch dem Banddasein zugrunde. Man gibt sich bescheiden: „Wir sind einfach nur CEPHALIC CARNAGE. Nicht mehr und nicht weniger. Mit der Band und den Songs fordern wir sowohl uns selbst als auch die Hörer heraus, wobei wir stets bestrebt sind, mit ihnen auf einer Wellenlänge zu sein. Vor allem live gelingt uns das richtig gut.“ Als Antrieb, die Shows der Relapse-Kombo aufzusuchen, hat Leonard Leal folgende Gründe identifiziert:

„Die Leute kommen, um mit uns zu kiffen. Wenigstens tut das ein Teil derjenigen, die auf unseren Shows erscheinen. Doch es muss auch irgendwie an der Musik liegen. Auf dieser Seite profitieren wir meiner Ansicht nach stark von Denver. Das elektrisierende Wetter dort wirkt sich maßgeblich auf unsere Songs aus, und die Energien übertragen sich auf die Ohren der Leute.“ Nachvollziehbarer ist da schon die Nennung des in den Augen Leal’s größten Erfolges von CEPHALIC CARNAGE: „Dass wir heutzutage Shows mit den Bands spielen können, die uns selbst beeinflusst haben, ist für mich noch immer kaum zu glauben. Das Gefühl neben den Musikern zu stehen, ohne die du nie so weit gekommen wärst, ist unbeschreiblich. Das Grinsen auf den Gesichtern unserer Fans natürlich ebenso wenig.“

Als maßgebliche Einflüsse sind folgende Gruppen zu nennen: „Die Werkzeuge für unseren Sound haben uns Slayer, Black Sabbath, Mr. Bungle, Carcass, Terrorizer und Disembowlment in die Hand gegeben, was vielleicht nicht in jedem Fall offensichtlich ist. Bevor wir an neuen Songs und Platten arbeiten, versuchen wir, möglichst wenig Metal zu hören, um uns nicht unabsichtlich von der einen oder anderen Gruppe zu deutlich beeinflussen zu lassen. Am Ende des Tages wollen wir schließlich nach CEPHALIC CARNAGE klingen und auch als diese erkennbar sein.“

Und noch eines ist Leonard wichtig: „Was wir spielen,


ist definitiv kein Krach. Ich wünschte mir, mehr Leute könnten nachvollziehen, wie schwer es ist, in diesem Feld extremer Musik kreativ tätig zu sein und Songs zu schreiben, wie wir es tun. Inzwischen sind wir schon dann zufrieden, wenn es uns gelingt, mit unseren Songs und Texten, einige Leute anzusprechen und sie zum Denken oder zu einer Reaktion zu bewegen. Außerhalb unseres Fankreises gelingt uns das nicht in jedem Fall.“ Einen neuen Anlauf nimmt man mit der neuen Platte, der ein interessantes Thema zugrunde liegt:

„Zunächst hatten wir mit dem Gedanken gespielt, ein Konzept-Album zu machen, doch letztlich ist es nicht dazu gekommen. “Xenosapien“ setzt sich aus unterschiedlichen Science Fiction-Stories zusammen, die durch krasse Musik zusammengehalten werden. Als textliche Leitmotive lassen sich wohl aber ’G.obal O.verhaul D.evice’ und ’Ov Visisitude’ verstehen. In dem einen Stück erklärt jemand, die Menschheit hätte nur noch zwei Jahre bis zu ihrem Untergang. Das andere handelt von dem Tag, an dem die zwei Jahre vorbei sind und sich die Menschen, die überlebt haben, dramatischen Situationen gegenüber stehen sehen.“

Musikalisch wird die Thematik von Blastbeat-getragenem, technischem Grind’n’Death getragen. Und CEPHALIC CARNAGE lassen sich hier nicht lumpen. Zeit zum „Verschnaufen“ bleibt lediglich während der Brutalo-Death-Passagen. Das Erstaunlichste in Bezug auf die Colorado-Frickler ist es wohl, dass es der Relapse-Kombo auch nach vier Longplayern wieder gelingt, sich selbst einstückweit neu zu erfinden und die Fans zu verblüffen:

„Die musikalische Weiterentwicklung lässt sich vor allem mit den Touren für “Anomalies” begründen. Diese haben uns die Augen für andere Hörergruppen und Szenen geöffnet. Wir warenvöllig neuen Einflüssen und Erfahrungen ausgesetzt. Als wir schließlich zurück nach Hause kamen, haben wie alle Ängste und den Stress der Touren, aber auch den des Alltagslebens, in die neuen Songs gepackt. Das Ergebnis musste diverser und roher ausfallen. Wir waren davon nicht im Mindesten überrascht.“ Die Musiker müssen schon einiges an Wut und Frustration angestaut haben, um derart heftig und rigoros auszuteilen. Kanalisierter klingt man allerdings auch:

„Wir arbeiten nach wie vor hart daran, bessere und flüssigere Songs zu schreiben. Das ist derzeit unser größtes Ziel. Auf unseren bisherigen Releases haben wir vor allem unter Beweis gestellt, dass wir rabiat und extrem aufspielen können. Das haben wir nicht länger nötig. Jetzt steht das Gesamtbild im Mittelpunkt des Interesses. Schreiben wir ein neues Album, verstehen wir dieses als musikalische Reise, deren Ziel uns anfangs unbekannt ist. Wie auch die Hörer lassen wir uns überraschen, wohin die Reise geht.“

 
 Links:
  cephaliccarnage.net
 
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