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Caliban

Storie von: arne, am 03.06.2007 ]

Hoffentlich können CALIBAN dieses Tempo noch eine Zeit lang beibehalten und verbrauchen sich nicht zu schnell. Mit “The Awakening“ erscheint schließlich bereits der sechste Longplayer der vor zehn Jahren gegründeten Kapelle. Mit der dritten Platte für Roadrunner erscheint das stärkste Werk der letzten Jahre. Wo man sich auf “The Undying Darkness“ und “The Opposite From Within“ zu stark an Killswitch Engage und As I Lay Dying anlehnte und gerade im Hart-Zart-Wechselgesang die „seichte Seite“ überbetonte sind CALIBAN den Schritt zurück gegangen und setzen wieder stärker auf Härte und Mosh.

 
„Den Schritt, die Band zum Beruf zu machen, haben wir auf keinen Fall bereut.“ berichtet Drummer Patrick: „Jeder in CALIBAN ist glücklich, diesen Schritt gewagt zu haben, und wir sind jeden Tag dankbar, dies machen zu dürfen. Klar, manchmal, wenn du unterwegs bist und Heimweh bekommst, stellst du dir schon die Frage, ob das alles das Richtige ist. Aber nach kurzem Überlegen weißt du: Ja!!!!! Es ist richtig. Das ist das, wonach sich so viele Musiker die Finger lecken, und man darf einfach nicht vergessen, dass wir hiermit Riesen Glück haben. Das sollte man jeden Tag zu schätzen wissen.“

Im deutschen MetalCore-Segment war das Quintett die erste Band überhaupt, die sich professionalisierte. Aus der eigenen Erfahrung lassen sich jedoch nur schwerlich Tipps ableiten: „Man sollte immer das tun, was man für richtig hält. In unserem Fall war es für jeden Einzelnen klar, was er machen will. Wir wollten alle nie was anderes, als Musik machen und damit unseren Lebensunterhalt verdienen. Aber man sollte sich auch genau überlegen, ob man diesen Schritt machen kann und will. Denn dies bedeutet, viele Kompromisse einzugehen und auf viel zu verzichten, was das Private und Zwischenmenschliche betrifft. Und es ist absolut von Nöten, einen guten Rückhalt zu Hause zu haben.“

Trotz zwischenzeitlicher Tiefs war bislang keiner der Musiker an dem Punkt, auszusteigen: „Dieses Gefühl kommt schon manchmal. Gerade, wenn ich lange unterwegs bin und die Sehnsucht plagt. Sonstige Auswirkungen sind natürlich, dass Freunde flöten gehen, Beziehungen zerbrechen usw. Aber das hat man sich ja so ausgesucht. Ich glaube, wir haben das alle gut im Griff und können uns arrangieren.“ Um den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, fahren CALIBAN seit Jahren ein immenses Tourprogramm, sehen die großen deutschen Städte im Verlauf eines Jahres mehrfach; mögliche Abnutzungserscheinungen inklusive:

„Wir versuchen schon, nicht so oft die gleichen Städte zu touren, was sich nicht immer so hinbiegen lässt. Aber die Nachfrage ist noch groß, und wir haben bis jetzt noch keine Einbußen verzeichnen müssen. Was sich an der letzten Show in Köln zeigt, wo wir, obwohl wir kurz zuvor die X-Mas-Tour gemacht haben, die LMH aus verkauft haben. Das war schon toll. Aber sicher ist es richtig, dass man sich manchmal auch eher rar machen sollte, was für dieses Jahr auch getan wird. Außer den Festivals werden wir erst einmal nichts in Deutschland machen.“ Apropos rar machen, das Treiben in den Weiten des Internets verfolgt man nicht mehr so akribisch wie in der Anfangszeit:

„Ich hab es mir abgewöhnt, Foren zu lesen. Die Leute nerven oft mit ihrem neunmalklugen Geschwätz über uns. Machen oft so, als würden sie uns kennen und mehr über uns wissen, wie wir selbst. Das gebe ich mir nicht mehr. Jeder kann seine Meinung über uns haben, aber ich muss auch nicht jede dieser Meinungen kennen.“ Zurück zu den Shows, und dem für eine Band nicht zu verachtendem


Mechandise-Aspekt. Entgegen jeglicher Erwartung steigert sich die Anzahl CALIBAN-Shirt-tragender Konzert-Besucher bis heute:

„Das Krasse ist, dass es eine never ending story ist. Die Leute kaufen immer noch gerne unser Merch, und ich wundere mich sehr oft, dass nach all den Jahren und den guten Verkäufen immer noch mehr geht.“ Die Musiker reflektieren den eigenen Werdegang also durchaus: „Klar, man fragt sich schon, wie weit das noch gehen kann, aber so wirklich realisieren und das jetzt schon im Kopf haben, tu ich für meinen Teil nicht. Sicher wird der Tag kommen, an dem unsere Entwicklung rückläufig sein wird, aber im Moment denke ich, dass noch einiges gehen kann und hoffentlich auch wird. Aber wenn der Tag da ist, versuche ich, es wie ein Mann zu nehmen. Hahahaha.“

Um die eigene Position ist es in jedem Fall noch gut bestellt: „In uns als Band steckt noch jede Menge Potential. Ich denke, wir haben uns jetzt auch nach 10 Jahren, die es CALIBAN gibt, wieder selbst übertroffen und mit dem neuen Album viele Leute zum Staunen gebracht. Und das werden wir auch wieder schaffen, da einfach die Energie und der Wille von jedem Einzelnen hinter dem Erfolg und dem guten Schaffen der Band steckt.“ Die Longplayer der Roadrunner-Kombo erscheinen in recht kurzen Abständen, was sich bei gleich bleibender Frequenz unter Umständen irgendwann auf die Qualität der Scheiben auswirken könnte: „Nee, überhaupt nicht!“ entgegnet Patrick prompt:

„So schnell kam „The Awakening“ nicht raus. 15 Monate nach “Undying…“ bei Release. Ich finde, das ist recht normal. Das Ding ist, dass Marc weitestgehend das Album im Kasten hatte, weil wir von RR zwei Release-Daten bekommen hatten; Mai oder September. Wir hatten Anfang des Jahres zwei Monate frei und wollten nicht sinnlos rumsitzen. So haben wir uns entschieden, das Kind in trockene Tücher zu bringen und im Mai zu releasen. Klar, man hätte sich noch Zeit lassen können, aber es ist oft nicht gut sich zu lange mit fertigen Songs zu beschäftigen, da die Gefahr besteht, dass du die Songs mit deinem Eifer zu gut machen willst und sie dadurch einfach nur noch scheiße werden. Also, dann lieber so.“

Auf jeden Fall, denn ihre Überraschung ist CALIBAN geglückt: “Wir wollen keinen logischen Nachfolger zu “Undying…“ machen. Wir wussten, dass wir was machen mussten, um einen „Aha-Effekt“ zu erzeugen. Wir wollten auch mal ein bisschen experimenteller werden. Da wir uns auch diesmal sehr auf den Gesang von Denis konzentriert haben, ist es deutlich weniger an Cleanvocals auf der Platte gekommen. Wir wollten seine Harmonien und Arrangements perfektionieren und nix Halbherziges machen. Dazu haben wir Andy auch mehr Verantwortung gegeben, da wir auf “Undying…“ bei dem Song ’Room Of Nowhere’ gesehen haben, dass man Refrains nicht unbedingt singen muss. Marc ging einfach an die Songs „härter“ ran. Wir hatten einfach Bock drauf, mal wieder einen auf die Mütze zu ballern.“

 
 Links:
  calibanmetal.com
 
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