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Job For A Cowboy

Storie von: arne, am 31.05.2007 ]

Sie waren eine der (!) Hype-Bands auf myspace.com, und im Handumdrehen wurden die Jungspunde von JOB FOR A COWBOY von nahezu allen großen Metal-Labeln umworben. Den Zuschlag erhielt letztlich Metal Blade, die zunächst die fabelhafte “Doom“ MCD neu auflegten und nun das nicht minder umwerfende Debüt “Genesis“ nachschieben.

 
„Die Aufregung um unsere Band ist der helle Wahnsinn, und noch immer haben wir uns daran nicht gewöhnen können.“ resümiert Gitarrist Ravi: „Denkt man an die Phase zurück, in der wir noch keinen Plattenvertrag in der Tasche hatten, ist die Hälfte der Angebote noch immer ein Schock. Innerhalb kürzester haben wir die Aufmerksamkeit der größten Metal-Label und unzähliger Metal-Heads auf uns gezogen. Das zu begreifen ist sehr sehr schwer, fühlt sich allerdings durchaus gut an. Die Entscheidung für Metal Blade fiel letztlich aufgrund des guten Angebotes, das sie uns unterbreiteten. Wir hatten bei ihnen das beste Gefühl und sie behandeln uns so, wie wir uns das versprochen hatten. Teil dieses wichtigen und renommierten Labels mit seiner großen Historie zu sein, hat für uns ein Traum wahr werden lassen. Dass Metal Blade von uns nichts anderes als das Bestmögliche erwartet, spornt uns zusätzlich an und lässt uns über unsere Möglichkeiten hinaus wachsen.“

Und die Vorschusslorbeeren wurden völlig zu recht verteilt, denn die Teenager zementieren mit dem Album sowohl ihre Ausnahmestellung als auch ihr immens großes Potenzial. Ähnlich den Kollegen von The Black Dahlia Murder, The Red Chord oder Psyopus verbinden JOB FOR A COWBOY Elemente aus dem Grind, Brutalo-Death und MetalCore zu einem größeren Ganzen:

„Anspruch bezüglich “Genesis” war es, eine reife Scheibe zu schreiben. “Doom“ war cool, doch wir haben lediglich separat stehende Songs hintereinander gestellt, denen eine Linie fehlte. Wir waren Kids, die kaum auf ihren Instrumenten spielen konnten und noch nicht so recht wussten, wie man Songs schreibt. Deshalb war das Material ziemlich zerfahren. Diesmal wollten wir es besser machen und ein in sich stimmiges Werk erschaffen. Wir waren erfolgreich, denke ich. “Genesis“ ist sowohl technischer als auch tighter als die MCD ausgefallen. Endlich konnten wir richtig mit unseren Instrumenten umgehen, was sich deutlich auswirkt. Doch neben all der Technik und Brutalität haben wir die Platte auch hörbar und ansprechend gehalten. Es geht darum, wie du Riffs einsetzt und nicht darum, den verrücktesten Riff zu spielen. Diesen Lernprozess muss man erst einmal durchmachen.“

Tatsächlich ist eine extrem anspruchsvolle Scheibe entstanden, der sogar textlich ein Konzept zugrunde liegt, was man nicht unbedingt vermuten würde: „Es dreht sich um „Bio-Chip“, das auch als „Veri-Chip“ bekannt ist. Zappt man ins christliche Fernsehen hört man sie davon reden. Es wurde so ein neuer Chip entwickelt, der alle deine relevanten Informationen speichert; von der Kredit-Karten-Nummer, über die Sozialversicherung oder was-auch-immer. Den Christen wird nun eingeredet, dieser Chip sei ein Zeichen des Teufels, denn er wird unter die Haut implantiert. Diese Thematik fanden wir spannend, also wurde sie zur Basis unserer ersten CD.“

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sind die nach wie vor unter Beweis gestellten „Crossover-Ambitionen“ der Metal Blade-Kombo. Schließlich bleiben die Musiker nicht nur auf eine Spielart beschränkt. Das widerspräche dem Selbstverständnis der Band, die ganz natürlich und ungemein zwingend die vielfältigen Einflüsse der eigenen Sozialisation verbindet. Da wird geblastet, gegrinded, etwas gemosht und toll gegrowlt. Extreme Metal-Kost kann so schön sein, wenn sie unberechenbar angeboten wird: “Genesis” kommt schon ziemlich nah an unsere Idealvorstellung einer ersten Platte. Wir haben nichts übertrieben oder vom Zaun gebrochen, sondern haben eine natürliche Entwicklung genommen. Uns war es wichtig, den Leuten ein ausgereiftes Album vorzulegen, dessen Stücke miteinander in Verbindung stehen und nicht bloß eine lose Ansammlung von Tracks. Sicherlich sind wir noch nicht 100prozentig zufrieden, aber wir stehen ja auch erst am Beginn unserer Karriere. Für die nächste Scheibe habe ich schon viele neue Ideen, die den ein oder anderen gehörig schocken werden.“

Spruchreif sind die Ideen leider noch nicht: „Es gibt keinen definierten Schlachtplan. Wir hören allein auf uns selbst, folgen dem, was sich gut anfühlt und stehen für unsere Überzeugungen ein. Sicherlich muss man das Glück haben, dass die Kids auch auf dich abfahren, und in unserem Fall ist es so gewesen. Der überwältigende Zuspruch aus allen Lagern bestätigt es, und ich hoffe, es wird noch eine lange Zeit so bleiben.“

Angesichts des ungebrochenen Erfolges gibt es keinen Anlass Gegenteiliges zu erwarten, JOB FOR A COWBOY sind nach wie vor eine der (!) Bands der Stunde: „Es geht uns nicht darum, Leute zum Metal zu bekehren oder als Innovator einen völlig neuen Stil zu kreieren. Es gibt doch längst alles. Wir spielen schlichtweg Death Metal und wollen rocken; nicht mehr und nicht weniger. Dennoch ist festzustellen, dass viele Kids auf uns stehen, von denen ich das niemals erwartet hätte. Insofern scheinen wir schon einige von ihnen zu bekehren, wenn man so will. Ich bin so gespannt, was die Zukunft für uns bereithalten wird. Von Erfolg würde ich aber erst dann sprechen, wenn wir in zehn Jahren noch immer dabei sind und die Leute zu uns stehen. Erfolg definiert sich im extremen Metal über den Test der Zeit.“ Oder aber über die Reaktionen in Live-Situationen:

„Die Europa-Tour an der Seite von Unearth war unglaublich. Wir haben unheimlich viel gesehen und wurden mit offenen Armen empfangen. Es ist schon verrückt, dass uns die Kids auf der ganzen Welt derart abfeiern und teilweise nur wegen uns auf die Shows kamen. Für den Start hätte es nicht besser laufen können, allerdings hängt die Messlatte für die nächste Rundreise nun doch recht hoch. Mal schauen, ob wir die Erwartungen der Kids rechtfertigen konnten und sie beim nächsten Mal wieder da sein werden. Das wird sich sicherlich schon bald herausstellen.“

 
 Links:
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