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Monstrosity

Interview von: Daniel mit Lee, am: 06.05.2007 ]

Monstrosity waren in ihrer Karriere immer schon massiv vom Pech verfolgt, aber vielleicht werden sie gerade deswegen auch so innig von ihren Fans geliebt und gelten immer noch als eine Art Geheimtipp. Zunächst gingen sie nach zwei wegweisenden Alben ("Imperial Doom" und "Millenium") ihres Sängers Corpsegrinder verlustig, der sein Glück fortan bei Cannibal Corpse suchte. Dann folgte mit "In Dark Purity" ein weiteres Knalleralbum und es folgten sozusagen unweigerlich die Probleme mit dem Label, daß MONSTROSITY nicht helfen konnte oder wollte. "Rise To Power" zeigte die Mannen um Drummer Lee Harrison erstmal etwas schwächer, aber immerhin brachte die Zeit einen Vetrag mit Metalblade. Nun also, nach zahlreichen Besetzungserwechseln und sonstigen Querelen kommt "Spiritual Exstacy". Zeit also, den Underdog-Status endgültig hinter sich zu lassen und mit Mut und Optimismus nach vorne zu schauen.

 

Musicscan: Bitte erinnere Dich an die Zeit nach "Rise To Power". Wieso mußtest ihr schon wieder Veränderungen im Line-Up vornehmen ?

Monstrosity: Einige Veränderungen waren schlicht nötig. Als erstes mußten wir den Sängerposten neu besetzen, denn Jason Avery wollte nicht weitermachen. Zudem wußten wir alle, daß Tony (Norman) mit Morbid Angel spielen wollte, also ist er seit "Rise To Power" nicht mehr mit von der Partie.

Musicscan: Welchen Einfluss hat denn das neue Line-Up auf die Entstehung von "Spiritual Extacy" gehabt ?

Monstrosity: Ich denke Mark hat etwas von seinem ganz persönlichen Stil mit eingebracht. Allerdings habe ich ebenso eine Menge des neuen Materials geschrieben, so daß vielleicht dieser Umstand zur Kontinuität zwischen den einzelnen Alben beiträgt. Es klingt immer noch sehr nach MONSTROSITY, so daß die Leute wohl kaum negative überrascht sein dürften, wenn überhaupt werden sie es mehr mögen. Mike hat darüber hinaus ebenso seine derbes Organ zu Mischung hinzugefügt.

Musicscan: Die Scheibe klingt über weite Strecken doch sehr frisch, daß es mich wundern würde, wenn die Songs schon älter wären.

Monstrosity: Doch, wir haben mit dem Songwriting tatsächlich gleich nach Vollendung von "Rise To Power" begonnen. Komischerweise bekomme ich jedesmal dann einen kreativen Schub, wenn wir mit dem Mixing beginnen. Ich bin dann extrem inspiriert und es fällt mir leicht neue Ideen zu entwickeln. Genau wie jetzt, denn ich hab schon dieersten Ideen, sogar einen neuen Song für das nächste Album. Möglicherweise verändert er sich noch, aber immerhin schon etwas.

Musicscan: Was denkst Du sind die großen Unterschiede zwischen "Rise To Power" und "Spiritual Extascy" ? Ich finde, es zeigt noch breitere Einflüsse als zuvor, daneben auch verschiedene Stile als auf dem letzten Album. Was betrachtet ihr dieser Tage noch als Einfluss beim Songwriting ?

Monstrosity: Der große Unterschied liegt in der Produktion. Zweitens sind Marks Riffs einfach musikalischer, als das bei Tony der Fall war. Das mag daran liegen, daß wir viel, sehr unterschiedlichen Kram hören. Ich mag Metal, genauso aber auch moderne Sachen. Neben Dio und Blackmore, also eher klassischem Rock und Metal, höre ich auch ein bisschen Pop, was aber auch keine Veränderung zu früher darstellt, denn diese breiten Einflüsse gab es immer schon.

Musicscan: Inwiefern sind denn noch aktuelle Trends und Bands ein Einfluss ? Verfolgt ihr die aktuellen Strömungen ?

Monstrosity: Es ist immer gut am Ball zu bleiben und zu wissen, was vor sich geht. Allerdings bin ich ziemlich strikt in dem, was ich mag und was ich nicht mag. Ich bin auch der Überzeugung, daß es für eine Band wichtig und unerlässlich ist sich zu verändern und das eigene Spektrum zu erweitern, so lange es in einem logischen Kontext passiert und nicht völlig absurde Einflüsse auftauchen.

Musicscan: Wie steht es mit den Texten, einer Konstante bei MONSTROSITY. So weit ich es erkennen kann, habt ihr euch immer mit den dunklen Seiten der menschlichen Natur auseinandergesetzt, ohne allerdings auf eine platte Ebene abzurutschen.

Monstrosity: Unsere lyrische Grundlage ist über die Jahre immer konstant geblieben. Wir tendieren dazu über das Ende der Welt und all den kranken Scheiß zu schreiben, der um uns herum passiert. Das mag von Song zu Song etwas variieren, aber das summiert die generelle Haltung der Band ganz gut.

Musicscan: Habt ihr jemals darüber nachgedacht die Band aufzulösen ? Ihr mußtet so viele Rückschläge verkraften und habt dadurch auch immer irgendwie im Schatten anderer, mittlerweile größerer Bands gestanden.

Monstrosity: Wir haben nur einmal wirklich darüber nachgedacht alles zu beenden, aber selbst zu jenem Zeitpunkt war uns allen klar, daß es mehr Dinge zu bewältigen geben wird. Um ehrlich zu sein glaube ich nicht, daß wir uns jemals wirklich auflösen werden. Eher werden wir wie Obituary irgendwo in der Ferne vergehen, ohne jemals eine konkrete Ankündigung zu machen. Sie verschwanden und kamen einfach wieder. Wir hoffen weitermachen zu können, aber wenn es keine Tourangebote mehr gibt, oder Dinge einfach nicht mehr durchführbar sind, werden wir einfach etwas anderes machen. Ich werde dann einfach an meinem Lavoizen-Projekt weiterarbeiten, auch wenn da bisher nur der reine Wille existiert. Aber, wir hoffen, daß dieses Album uns endlich an einen Punkt bringt an dem wir nicht mehr hören müssen wie sträflich unterbewertet wir doch sind.

Musicscan: Inspirieren euch Bücher ? So wie der Titel des neuen Albums klingen viele eurer Bücher etwas bibelinspiriert, soweit es die Apokalypse angeht.

Monstrosity: Nicht wirklich. Manchmal bekomme ich dadurch eine Idee, aber es ist nicht so, daß ich erst ein Buch lese und dessen Geschichte dann direkt in einem Text umsetze. Normalerweise benutze ich dazu nur meine Vorstellungskraft und meine Interpretation der Wirklichkeit.

Musicscan: Wie funktioniert denn die Zusammenarbeit mit Metalblade, gerade wenn man bedenkt welch erschütterte Haltung ihr gegenüber Labels haben müßtet.

Monstrosity: Es läuft richtig gut, denke ich. Zwar fällt es uns schwer es hier aus der Distanz wirklich zu beurteilen, aber scheinbar machen sie ihre Sache gut. Hoffentlich eröffnet uns dieses Album ein paar Türen und verhilft uns zu dem Status, den wir verdienen.

Musicscan: Beschäftigt ihr euch noch mit anderen Dingen als der Musik ?

Monstrosity: Ich spiele nebenbei in einer lokalen Cover-Band für Geld. Wir spielen da ganz schlichten Radio-Rock und klassischen Rock wie zum Beispiel Bad Company. Wir spielen halt die Musik, die "normale" Leute mögen. Es ist ein richtig guter Job für mich, denn es ist so einfach wie einem Baby den Lutscher zu klauen. Außerdem habe ich da ein paar Freunde, die ein so eine Art Adventure-Agentur mit Trampolinen und Kletterwänden haben. Ab und zu betreue ich so ein Trampolin in einem Erholungsgebiet namens Trade Winds. Das macht Spaß, da ich immer noch mein eigenes Ding machen kann und man mich auch machen lässt, auch was meine eigene Arbeitszeit angeht. In den 90ern habe ich als Bäcker gearbeitet, aber da bin ich geflogen, da man dort keine Lust mehr darauf hatte, daß ich zwischendurch andauernd fürs Touren abgehauen bin.

Musicscan: Zum guten Schluß : Was würdet ihr gerne in Zukunft noch mit Monstrosity erreichen ?

Monstrosity: Einfach mehr, mehr, mehr...Mehr Touren, mehr Alben, ein Abstecher nach Japan, eine eigene DVD, mehr Merchandise. Einfach immer mehr, mehr, mehr !

Musicscan:Es wäre der Band nun endlich zu wünschen, daß "Spiritual Extacy" den Erfolg bringt, den MONSTROSITY schon lange verdient haben. Sie sind auf einem guten Weg und daneben spielen Lee und seine Mannen in puncto Florida-Sound immer noch die meisten Nachahmer locker an die Wand. Monstrosity may Rise To Power !

 
 Links:
  monstrosity.us
 
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