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All Boro Kings

Storie von: arne, am 22.07.2002 ]

Die ALL BORO KINGS sind einfach unglaublich und ihr Debüt "Just For The Fun Of It" ist ohne Frage das Album des Sommers! Auf eine solche Platte habe ich schon lange gewartet, auch wenn ich mir dessen nicht bewusst war.

 
Ohne mich näher über die Band zu informieren, schob ich die CD in meine Anlage und drehte schnell lauter. Von Beginn an erinnert der Sound an gute alte Bekannte. Das ist auch kein Zufall und die Gruppe taufte sich nicht grundlos ALL BORO KINGS. 1994 veröffentlichten Dog Eat Dog ein Album gleichen Titels und "Just For The Fun Of It" klingt eben genau so, wie es Dog Eat Dog zur Hochzeit des Crossover taten.

Hinter den ALL BORO KINGS stehen Dan Nastasi, Dave Neabore und Sean Kilkenny, die gemeinsam als Mucky Pup und eben auch Dog Eat Dog musizierten. Nachdem sich Dan Nastasi nach seinem Familienbreak wieder zu seinen einstigen Weggefährten gesellt hat (Er verließ Dog Eat Dog nach besagter Platte), startet man jetzt zusammen stärker denn je durch.

Jeder Song ist ein Hit; ohne Ausnahme. Zwölf Tracks beinhaltet das Debüt-Album und die sind durchweg auf ihren jeweiligen Refrain bzw. Chor zugeschnitten. Nach spätestens drei Durchläufen kennt man alle Chöre und brüllt sie aus voller Kehle mit. Jeder einzelne Song strotzt geradezu vor fetten Gitarrenläufen, ordentlichem Groove und einer großen Portion guter Laune. Beim Hören stelle ich mir immer wieder die Musiker mit einem Zwinkern im Augenwinkel vor. Die Jungs hatten bei den Aufnahmen sicherlich eine Menge Spaß. Nennt man so etwas Party-Core? Die ALL BORO KINGS liegen mental auf einer Wellenlänge mit Murphy's Law, die ja wohl DIE Partyband im Hardcore überhaupt sind. Ihr Sänger Jimmy Gestapo gibt sich als Gast auf einem Track die Ehre und darüber hinaus sind auch Auftritte vom ehemaligen Anthrax- Gitarristen Paul Crook und den beiden Dog Eat Dog- Musikern Scott Mueller (Saxophon) und John Connor (Gesang) zu verzeichnen. Da nichts dem Zufall überlassen scheint, wurden die Songs zusammen mit Produzent und Freund Tim Gilles in den Big Blue Meenie Studios in New Jersey eingespielt.

Das Motto war dabei wie simpel: "Just For The Fun Of It". Das hört man auch. Keine aufgelegte, übertriebene Attitüde sondern pure Leidenschaft und die totale Identifikation mit dem eigenen Tun treibt die vier New Yorker voran. Die Songs danken das natürlich und auch wir Fans tun es. Musik, die sich nicht auf einen bestimmten Stil limitiert, war schon immer die beste. Die ALL BORO KINGS sind der beste Beweis dafür. Wer sich dieser Musik entziehen kann, sollte sich gleich einweisen lassen. Ein Partykracher jagt den nächsten im unnachahmlichen Crossover-Sound der einstigen Vorreiter dieser großen Welle. Hardcore, Rap und Punk verbinden sich zwanglos zu einem großen Ganzen. Die ALL BORO KINGS liefern hier den ultimativen Party-Soundtrack ab, der auch noch nach unzähligen Rotationen keine Abnutzungserscheinungen aufweist.

Dan Nastasi (Gitarre und Gesang) beantwortete mir per Mail meine Fragen in bezug auf die Band und erwies sich als sehr lebensfroher und gut gelaunter "Gesprächspartner":

"Die Verbindung zu DOG EAT DOG wäre so oder so schnell hergestellt gewesen; ganz unabhängig davon, wie wir die Band nun genannt hätten." erwidert Dan auf meine Frage, warum man schon mit der Namensgebung der neuen Band in die Nähe der alten rückte. "Es ist ein Fakt, dass Dave, Sean und ich von Beginn an bei DED dabei waren. Es gab auch andere Gründe uns ALL BORO KINGS zu nennen. Nachdem die ersten Songs standen, hörten wir uns das Ergebnis mit engen Freunden zusammen an und jeder reagierte gleich: "Holy Shit." Das klingt wie die alten DOG EAT DOG- Sachen; nach der "All Boro Kings"- Zeit." Es waren keinesfalls finanzielle Überlegungen, die die Musiker veranlassten mit einer neuen Band an vergangene, erfolgreiche Tage anzuknüpfen: "Nein, solche Erwägungen gab es nicht. Die Band ist keine geplante Re-Union. Es passierte einfach. Wir hoffen, noch lange Zeit unterwegs zu sein und viele Platten einzuspielen.

Es geht uns nicht darum, mit der Band Geld zu verdienen. Geld ist keinesfalls die Motivation hinter dieser Platte. Nachdem wir bereits über einen Zeitraum von zwei Jahren an unseren Songs arbeiteten, mussten wir auch einen Schritt weiter gehen."

Ergebnis dieses Schrittes ist das nun vorliegende Debüt-Album "Just For The Fun Of It" und ich bin froh, dass die Jungs so weit gekommen sind. In der letzten Zeit gab es zu selten Alben, die gleich bei der ersten Rotation zündeten und mit jeder weiteren dann noch besser wurden. An den zwölf Songs der ALL BORO KINGS gibt es einfach nichts, aber auch gar nichts auszusetzen.

"We dont care, what you think! We're gonna drink and rip out the sink!" ist nach Dan übrigens das Motto, mit dem die vier New Yorker sowohl an ihre Musik und auch ihr Leben gehen: "Wir sind inzwischen schon so alt, dass, egal, was wir tun, wir einfach Old School sind. Jeder, der unser Album hört, wird verstehen, dass wir eben so sind. Das ist real. Das ist unser Sound und der einzige Weg für uns."

Schon die Covergestaltung verdeutlicht das. Es ist ein gemaltes Cover mit fettem Sprayer-Logo und vielen Klischees drauf. Die vier Musiker können scheinbar wirklich nicht anders und vertonen mit ihren Liedern das, was sie in ihren Herzen tragen.

"Wenn wir keinen Spaß an unserem Tun hätten, gäbe es keinen Grund, es zu tun!" bestätigt Dan meine Vermutung. "In dieser Welt gibt es so viel negativen Scheiß, so viele Verantwortlichkeiten, denen man sich stellen muss. Wenn man das alles am Ende des Tages bewältigt hat, gibt es nichts schöneres als sich abends bei einem Bier zu entspannen und Spaß zu haben. Ich möchte niemals alt werden und wenn ich es doch werde, fühle ich mich dennoch vom Kopf her jung. Unser Album hat nicht den Anspruch intellektuell zu sein. Es gibt keine verborgene Botschaft. Es geht einfach um Fun, Fun und nochmals Fun. Testet es einfach; vielleicht mögt ihr, was ihr da hören werdet."

Kein Angst, platt ist der Sound dennoch nicht und das führt unweigerlich dazu, die potentielle Hörerschaft der Band abzustecken: "Ich denke nicht, dass unser Album keine besondere Altersgruppe anspricht. Jeder, der sein Herz schlagen fühlt, ist ein potenzieller ALL BORO KINGS Fan. Unser Album ist ebenso verträglich wie Bier. Natürlich gibt es Leute, die kein Bier trinken, aber es gibt so viele Menschen, die es tun."

Wie von mir vermutet, schreiben die Jungs die Chöre der einzelnen Songs zuerst um dann die anderen Parts zu erstellen. "Die besten Songs schreiben sich von selbst." weiß Dan zu berichten.

Viele alte New Yorker Bands sind nach wie vor sehr populär; denken wir z.B. an Biohazard oder Agnostic Front. Sie bestehen den Wettbewerb mit vielen jungen Bands und auch die ALL BORO KINGS werden ohne Frage ihr Publikum finden. Woran liegt es aber, dass gestandene Musiker oftmals die bessere Musik spielen? "Das sind durchweg großartige Bands, die älter und erfahrener als ihre jungen Kollegen sind. Vor allem sind sie aber ehrlich zu sich selbst und dem Spiel geblieben. Sie haben nie den Weg verlassen, den sie von Beginn an gegangen sind. Nehmen wir z.B. Biohazard. Ich lernte diese Band vor vielen Jahren kennen. Sie eröffneten unsere '92er Mucky Pup- Tour und man konnte in ihren Augen sehen, dass sie heiß, begierig und sehr sehr real waren. Das ist ein Großteil der Bands heute nicht mehr. Viele Leute durchschauen diesen ganzen Bullshit und die Popularität der Bands geht wie bei einem Jojo rauf und runter. Wenn eine Band aber das, was sie darstellt, ernst meint, wird sie immer einen Platz in den Herzen und den Erinnerungen der Leute finden."

Die Kings sollten damit keine Probleme haben, aber Dan zeigt sich bescheiden: "Ich hoffe, die Leute mögen unser Album und es lässt sie sich gut fühlen. Uns geht es jedenfalls so."
 
 
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