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Hacride

Storie von: arne, am 01.03.2007 ]

Mit ihrem Debüt “Deviant Current Signals“ konnten HACRIDE für allerlei Aufmerksamkeit sorgen, und mit “Amoeba“ legen die Franzosen nun erneut über Listenable gewichtig nach. Zwischen Meshuggah- Stakkato und progressiven, ausladenden Gojira-Momenten ist die Gruppe gut zu verorten, wobei es dem Quartett heute auch gelingt, Eigenständigkeit unter Beweis zu stellen…

 
„Für uns stand im Mittelpunkt der Anstrengungen, die Intensität unserer Songs weiter zu steigern.“ berichtet Gitarrist und Noise-Verantwortlicher Adrien Grousset: „Das Album sollte dicht und kompakt werden, weshalb wir mit vielen Samples gearbeitet haben. Darüber hinaus habe ich zusätzlich füllende Töne gesetzt, um die Hörer sowohl zu verwirren als auch ihr Interesse für eine Stunde komplexer Musik zu wecken. Im Vorfeld der Aufnahmen haben wir deutlich härter als für unser Debüt geprobt. Wir haben nach einer perfekten Platte gestrebt, auf der jeder einzelne Riff seinen fest definierten Platz haben sollte.“

Vor allem hinsichtlich der Nachvollziehbarkeit des Songmaterials hat eine beachtliche Entwicklung stattgefunden. Der Listenable-Band ist es über weite Strecken hinweg gelungen, gleichsam hoch komplexe und hörbare Stücke zu konservieren. Einfach und intuitiv erschließbar gestaltet sich der Umgang mit “Amoeba“ jedoch nicht, obwohl HACRIDE die spätere Außenwirkung durchaus ins Kalkül zogen:

„Die Erfahrungen unserer ersten Tour haben maßgeblichen Einfluss auf das Album genommen. Wir hatten Gelegenheit, die Wirkung der “DCS“-Songs auf die Leute kennen zu lernen. Das hat uns geholfen, herauszufinden, was deren zentral wirkende Bestandteile waren. Das hatten wir beim Schreiben der neuen Stücke natürlich im Hinterkopf.“

Doch auch in anderer Hinsicht zahlte sich das Touren aus: „Man wird im Umgang mit den Instrumenten sicherer, was die kompositorischen Möglichkeiten ausweitet. Dieser neuen Chancen kann man sich dann bedienen, um das zu Spielen, was man im Kopf hat. Will man auch komplexere Passagen mit Polyrhythmik auf der Platte haben, muss man dazu handwerklich in der Lage sein. Für “Amoeba“ haben wir endlos geprobt, um uns das nötige Level anzueignen. Zudem haben wir


uns dafür entschieden, auch Elemente, die außerhalb des Metal-Genres liegen, zu integrieren und stärker mit Melodien zu arbeiten. Gerade die Auseinandersetzung mit dem Flamenco und Südamerikanischer Musik war eine besondere Herausforderung für uns.“

Die harte Arbeit zahlt sich aus und führt dazu, dass HACRIDE nicht länger nur als Meshuggah-Kopie gehandelt werden können. Mit diesem „Label“ waren die Franzosen nach der ersten Platte versehen: „Als Band kann man sich niemals davor schützen, in bestimmte Schubladen gesteckt oder abgestempelt zu werden. Man muss möglichst breit aufgestellt sein, um sich dem zu entziehen. Dann ist es nicht so leicht, Parallelen zu ziehen. Fest steht, dass HACRIDE eine Metal-Band sind, doch weiter einzugrenzen ist das nicht. Wir behalten es uns vor, unseren Stil jederzeit völlig umzukrempeln, wenn wir uns unwohl fühlen sollten. Diese Freiheit muss bestehen, aber das ist vor allem eine Einstellungsfrage.“

Doch auch als Musiker ist man in Bezug auf die eigene Band nicht völlig frei: „Sicherlich hat man bei der Arbeit an Songs oder Platten ein bestimmtes Bild im Kopf, doch derartige Erwartungen versuchen wir auszublenden. Nichts ist schöner, als sich selbst zu überraschen, und das ist uns erneut gelungen. Vor allem die energetische Aura und die Tiefe der Platte hätten wir uns so nicht träumen lassen. Wenn du ins Studio gehst, weißt du zwar, wann du was zu spielen hast, doch das spätere Ergebnis ist immer eine Unbekannte.“

Das Ergebnis begreift Adrien als Ansporn für die Zukunft: „Mit “Amoeba” haben wir ein Album abgeliefert, das zu 100 Prozent HACRIDE ist. Das heißt im Umkehrschluss jedoch nicht, dass wir jetzt zufrieden sind und zurückstecken. Gäbe es nichts mehr zu sagen, hätte die Band keine Daseinsberechtigung mehr, und die hat sie.“

 
 Links:
  hacride.com
 
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