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Audrey

Interview von: Gabi Bohus und Alexandra Durian mit Victoria (voc., git.) Emelie (contrabass, piano, v, am: 28.12.2006 ]

Am 12.Dezember 06 lockt wohl nicht nur der Weihnachtsmarkt zum Einkaufsbummel durch Stuttgart. Nachdem sich gegen 20 Uhr dann endlich doch noch alle Mädels der Band Audrey im Schocken eingefunden haben kann das Interview losgehen. Rebekka und Anna ziehen es jedoch vor, die beiden anderen die Fragen beantworten zu lassen. Und so machen wir es uns zunächst nur mit Victoria und Emelie im Backstageraum gemütlich.

 

Musicscan: Hallo zusammen, schön euch zu treffen! Wo kommt ihr gerade her? Wo habt ihr gestern gespielt ?

Audrey: Vicoria: Hamburg.

Musicscan: Hamburg, oh das ist aber weit im Norden.

Audrey: Victoria: Oh ja, wir müssen immer hoch und runter, hoch und runter.

Musicscan: Und wo spielt ihr morgen?

Audrey: Emelie: Köln. Als erstes haben wir in Berlin gespielt und dann in Stuttgart.

Musicscan: Aber Stuttgart ist heute.

Audrey: Emelie: Oh nein, wo haben wir am Tag danach gespielt? Ah, Offenbach, Hamburg, Stuttgart.

Musicscan: Wir haben eure Coverartwork auf eurer CD gesehen. Es ist wirklich sehr schön und es passt perfekt zu eurer Musik. Habt ihr Einfluss auf die Gestaltung des Covers?

Audrey: Victoria: Ja, also ich habe es gemacht.

Musicscan: Es ist von dir?

Audrey: Victoria: Ja, also wir hatten da schon Einfluss drauf. (lacht) Ich mochte den Gedanken, dass man das bekommt was man sieht. Dass man sich ein Cover ansieht und sich vorstellen kann wie die Musik ist, die dahinter steckt. Ich glaube, dass es in der heutigen Zeit mit dem vielen downloaden wichtig ist, dass man den Leuten etwas besonderes gibt. Ich glaube es ist für uns sehr wichtig die Möglichkeiten uns selbst auszudrücken zu kombinieren. Unsere Musik und unsere Kunst sind sehr emotional.

Musicscan: Das ist also der visuelle Ausdruck eurer Musik?

Audrey: Victoria: Ja, ich habe versucht unsere Songs anzuhören und sie bildlich darzustellen.

Musicscan: Eure erste Single heißt Mecklenburg und für uns als Deutsche wäre es mal interessant zu erfahren warum ihr den Song so genannt habt.

Audrey: Emelie: Es war eigentlich erst nur ein Arbeitstitel. Unsere Songs bekommen anfangs immer Arbeitstitel. Victoria: Ich glaube du hattest zu dem Zeitpunkt Geschichtsstunden, in denen du darüber gelesen hast. Emelie: Oh ja, ich habe den Kurs mittlerweile verlassen und weiß nicht wirklich so viel über Mecklenburg. Für mich persönlich geht der Song mehr um Göteborg als Mecklenburg. Wir haben uns gedacht der Song ist irgendwie heftig und seltsam wie die Geschichte von Mecklenburg. Ja, es hat also als Arbeitstitel angefangen, aber am Ende konnten wir uns einfach nicht mehr davon trennen

Musicscan: Weil die beiden Dinge einfach so gut zusammenpassten?

Audrey: Ja, so war das.

Musicscan: Das ist glaube ich heute euer 5. Tourtag in Deutschland in diesem Jahr. Davor wart ihr in England. Gibt es offensichtliche Unterschiede zwischen Deutschland und England in der Art in der die Leute auf eure Musik reagieren?

Audrey: Victoria: Ich finde es gibt große Unterschiede. Die Leute in U.K. haben so viel Musik in ihrem Land. Sie sind daran gewöhnt seit den Beatles bis hin zu den Massenproduktionen. Sie haben immer einen sehr hohen Anspruch an die Musik. Sie haben ein höheres Level. Das war unsere dritte Tour in England und jedes Mal versuchen wir einen Schritt weiter, eine Stufe höher zu gehen. Emelie: In England hängt es auch sehr davon ab, ob es dort gerade wieder einen Hype gibt. Man braucht einen Hype um dort Erfolg haben zu können. Und in Deutschland sind die Leute viel offener. Die Leute kommen zu Konzerten von Bands von denen sie vorher noch nie etwas gehört haben. Sie finden vielleicht nur das Poster interessant und deshalb sehen sie sich das Konzert an. Es ist nicht so wie in Schweden oder UK, wo die Leute immer selektieren und nicht zu Bands gehen von denen sie noch nie etwas gehört haben. Victoria: Die Deutschen sind offener und hören sich mehr Musik an.

Musicscan: Ja, ich glaube die Deutschen sind da offener für neue Sachen. Ihr ward auf der Kompilation „Vintermusik“ vertreten. Würdet ihr eure Musik als eine Art Wintermusik beschreiben?

Audrey: Victoria: Nein, ich weiß nicht, ich glaube nicht. Ich habe noch nie über unsere Musik in dieser Weise nachgedacht. Wenn wir unsere Musik spielen denke ich oft an Landschaften und Natur und natürlich - da könnte auch Schnee sein.

Musicscan: Okay, eure Musik ist also von der Landschaft Schwedens beeinflusst.

Audrey: Victoria: Ja, genau. Und klar, im Winter ist es minimalistischer. Im Norden gibt es dann viel Schnee und wenige Farben. Ich glaube deshalb ist unsere Musik auch auf eine Art minimalistisch und unsere Kunst ist ebenfalls irgendwie minimalistisch.

Musicscan: Also, ihr glaubt eure Musik funktioniert auch in warmen Ländern wie z.B. Hawaii, wo es die ganze Zeit warm ist und die Sonne scheint? Oder glaubt ihr das nicht?

Audrey: Victoria: Doch natürlich glaube ich das. Ich hoffe das sich alle unsere Musik anhören. Emelie: Ich glaube nicht, dass es dort einen Zusammenhang gibt. Also, ob man unsere Musik in einem tropischen Land oder kalten Land eher mag. Vielleicht beeinflusst es die Musik, die dort entsteht, aber nicht die Musik, die dort gehört wird. Das hängt meiner Meinung nach nicht zusammen.

Musicscan: Wir haben gelesen das es Zufall ist, dass alle Bandmitglieder Mädels sind. Was wäre, wenn eine von euch die Band verlassen würde. Würdet ihr auch einen Mann als neues Mitglied akzeptieren oder seid ihr damit zufrieden, dass ihr ein Frauenhaufen seid?

Audrey: Emelie: Nein, das könnte dann jeder sein. Wir sind nur eine Band und da macht es keinen Unterschied, ob die nur aus Mädels oder nur aus Jungs besteht.

Musicscan: Also ist es euch egal?

Audrey: Victoria: Es geht nur um die Musik, aber als erstes sind wir alle auch wirklich gute Freunde. Emelie: Und wenn eine von uns die Band verlassen würde wären wir nicht mehr Audrey.

Musicscan: Okay, also Audrey ist genau diese Zusammensetzung.

Audrey: Victoria: Ja genau. Es gibt einen Jungen, Niclas. Er spielte in Schweden zwei Shows mit uns. Er arbeitet mit uns an unserem Album - ja, also... er ist auch ein Junge

Musicscan: Ist es manchmal anstrengend auf der Tour mit nur Frauen? Gibt es zum Beispiel Streit darum, wer als erstes das Bad benutzen darf?

Audrey: Emelie: Ach so, morgens wenn wir aufstehen? Nein, nicht wirklich. Da gibt es keine Probleme. Wir stellen uns jetzt nicht gemeinsam unter die Dusche aber wir sind wie eine Familie. Victoria: Ich glaube wir sind da nicht anders als andere Leute.

Musicscan: Kennt ihr alle in der Band euch schon seit langem?

Audrey: Emelie: Also, die Band gibt es seit 4 Jahren. Manche von uns kennen sich schon länger.

Musicscan: Wir haben euer Video auf myspace.com gesehen. Spielt ihr gerne Mastermind oder war das Zufall?

Audrey: Victoria: Nein, das war nur so eine Idee von den Jungs für das Video.

Musicscan: Also war es nicht eure Idee?

Audrey: Victoria: Nein.

Musicscan: Und was habt ihr gerne gespielt als ihr klein ward?

Audrey: Emelie: Ich mochte Trivial Pursuit. Kennt ihr das?

Musicscan: Ja, klar.

Audrey: Emelie: Egal ob Brettspiele oder andere Spiele?

Musicscan: Ja.

Audrey: Emelie: Also, ich hab noch gern Ping Pong gespielt und ach, wie heißt das? Nicht Tennis, so ähnlich. …ah, ich meine Badminton. Victoria: Ich spielte gerne Monopoly. Mein Bruder hat mich immer dazu gezwungen, es mit ihm zu spielen. Er hat mir immer Geld dafür angeboten.

Musicscan: Hast du wenigstens oft gewonnen?

Audrey: Victoria: (Stolz) Ja.

Musicscan: Ich habt Deutschland schon mal im letzten Jahr besucht. Gibt es irgendwelche offensichtliche Veränderungen für euch? So von Jahr zu Jahr?

Audrey: Emelie: Meint ihr musikalisch oder für uns hier zu sein?

Musicscan: Nein, also hier zu sein.

Audrey: Victoria: Also, dieses mal haben wir zum ersten mal ein richtiges Album, dadurch gibt es natürlich mehr Interviews und mehr Reviews. Und es gibt natürlich auch allgemein mehr Promotion dieses Mal. Emelie: Ja es gibt einfach mehr öffentliches Interesse. Als wir bei dieser Tour in Berlin gespielt haben, haben die Leute teilweise sogar mitgesungen. Victoria: Ja und weil unsere Single Mecklenburg heißt kommen auch viele auf uns zu und wollen etwas darüber wissen.

Musicscan: Ah, ihr werdet berühmt. Genießt ihr das?

Audrey: Emelie: Ja, klar. Ich mag es in Deutschland zu sein. Alle passen auf uns auf, wir bekommen gutes Essen. Die Leute hier wissen, wie sie mit Bands umzugehen haben.

Musicscan: Einige von euch haben studiert. Seid ihr inzwischen fertig damit?

Audrey: Emelie: Ich hatte nur einzelne Kurse. Ich weiß noch nicht genau in welche Richtung ich gehen will. Anna und Rebekka haben Jobs, wir arbeiten alle. Ich hab z.B. Sound Engeneering studiert. Aber um etwas damit anfangen zu können muss ich eindeutig noch mehr studieren. Aber das ist gar nicht so einfach, wir haben mit Audrey auch sehr viel zu tun.

Musicscan: Also ist Audrey gerade die erste Priorität ?

Audrey: Emelie: Solange wir genug Geld für die Miete und unser Essen verdienen, fließt das restliche Geld in die Band. Ja..

Musicscan: Was hört ihr privat für Musik?

Audrey: Victoria: Wir hören alle sehr unterschiedliche Musik. Emelie: Es ist sehr hart sich jetzt für eine Band zu entscheiden. Es gibt so viele Bands. Keine hat uns jetzt besonders beeinflusst. Wir mögen teilweise nur ihre Musik. Victoria: Bei der einen Band finde ich den Gesang cool, bei einer anderen das Gitarrenspiel. Für uns ist es mehr so, das wir von mehr als nur Musik beeinflusst werden. Es hängt davon ab was du gerade im Leben tust.

Musicscan: Also seid ihr mehr von den Umständen beeinflusst?

Audrey: Victoria: Ja, genau.

Musicscan: Braucht ihr manchmal etwas Heavy Metal um einen Kontrast zu der Musik zu bekommen die ihr macht? Harte Musik.

Audrey: Emelie: Ja, ich finde es sehr gut Kontraste zu haben. Wenn man nur langsame Parts hat wird das schnell langweilig, man braucht dann auch starke Parts. Victoria: Du meinst, ob wir harte Musik hören?

Musicscan: Ja, also, wenn ihr z.B. drei Tage lang probt und dann nach Hause kommt, braucht ihr dann etwas harte Musik?

Audrey: Emelie: Für uns sind manche unserer Songs auch hart und explosiv und tragen viel Zorn in sich. Es lässt sich jetzt nicht mit Hardcore oder Metal vergleichen, aber für uns steckt da auch ne menge Zorn drin.

Musicscan: Also, die Art Zorn in einer anderen Weise auszudrücken?

Audrey: Emelie: Nein, nicht wirklich. Eher die Art, wie wir unseren Zorn ausdrücken. So wie wir es haben wollen.

Musicscan: Habt ihr noch letzte Worte für unsere Leserschaft?

Audrey: Emelie: Äh, ich hoffe ihr mochtet es...Das ist jetzt, als ob ich einen Oskar gewonnen hätte... Ich hoffe, dass die Leute zu unseren Konzerten kommen um uns zu sehen, aber auch dass sie wegen der anderen Band da sind. Also, dass die Leute vielleicht von uns gehört haben sich aber auch für die Anderen interessieren. Ja, ich hoffe sie haben eine gute Zeit bei unserer Show.

Musicscan: Okay, vielen Dank für eure Zeit und viel Glück bei der Show!

Musicscan: Zum kleinen Fotoshooting haben sich Anna und Rebekka dann wieder zu uns gesellt. Und immerhin gibt es hier im Backstageraum ja auch das gewohnt gute Catering. Nach dem wohlverdienten Abendessen eröffneten Audrey den Abend mit ihren traumhaften Songs, die das ganze Schocken in andächtiges Schweigen versetzte.. Aufmerksam wurde den Songs gelauscht, die live einen so zerbrechlichen Eindruck machten, als ob der Blitz eines Fotos hier alles zerstören könnte. - Behutsamer Applaus für eine solch zarte Performance. - Atemberaubend!

 
 
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