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Presence Of Mind

Storie von: Daniel, am 13.09.2006 ]

Machen wir uns nichts vor - Auch im Jahre 2006 ist die Musikbranche immer noch weitestgehend testosterongeschwängert und männlich dominiert. Darüber können auch die wenigen weiblichen und größtenteils akzeptierten Aushängeschilder nicht hinwegtäuschen.

 
Letztlich darf Frau höchstens irgendwo im Hintergrund ein wenig auf dem Keyboard klimpern und ansonsten einen hübschen Eindruck hinterlassen. Umso bemerkenswerter und auffälliger stechen da die qualitativen Ausnahmen hervor, wie eben auch Presence Of Mind. Gegründet in jungen Jahren, startete die Band noch als gemischtgeschlechtliche Truppe. Nach diversen Demos und einer ersten, selbstfinanzierten CD ist die Band nun auf STF – Records gelandet. Nun erscheint „To Set Out On The Light“. Somit also Grund genug sich bei Schlagzeugerin Sina über Sein und Werden der AllGirl-Truppe zu erkundigen.

Die aktuelle Veröffentlichung glänzt mit durchweg gelungenen, dazu gereiften Songs und einer ordentlichen Produktion. Sina bestätigt, daß der Aufnahmeprozess eine Menge Nerven gekostet habe, denn durch zwischenzeitliche Liveaktivitäten war man gezwungen, immer wieder Studiopausen einzulegen. Schlußendlich seien es wohl an die 60 Tage gewesen. Das Ergebnis rechtfertigt aber ohne Zweifel die grauen Haare, die das Recording gekostet haben mag,denn auch für eine noch so junge Band klingt die Produktion sehr entspannt und man präsentiert sich angenehm erwachsen. Ein Eindruck, den auch Sina vollauf teilt. Mit dem neuen Album lege man ein verstärktes Selbstbewußtsein an den Tag, der gefestigte Stil schlage sich in einem erhöhten Maße an Gradlinigkeit nieder.

Eine der offensichtlichen Stärken der Band liegt im variabel gehaltenen Gesang. Neben der eigentlichen Sängerin Anna, teilen sich die restlichen Bandmitglieder


Backingvocals. Die Bandbreite reicht dabei von cleanem Gesang bis hin zu fiesem Gekeife. Die Verteilung folgt dabei recht pragmatischen Gründen. Die Backings singe eben gerade derjenige, der sich gerade nicht voll auf sein Instrument konzentrieren müsse.

Das Songwriting sieht ein beinahe klassisches Muster vor. So arbeiten die Gitarristinnen zu Hause vor, die Band stößt im Proberaum zusammen und arbeitet anhand von Texten und Riffs gemeinsam die Songs aus. Überhaupt die Texte : Man kommt nicht umhin festzustellen, daß sie enorm persönlich gehalten sind. Nicht ungewöhnlich allerdings für die ganze Emo-Rock-Sparte, in die die Band gemeinhin einsortiert wird, womit sie wohl aber auch kein Problem hat, wie Sina feststellt, auch wenn man sich generell gegen Schubladendenken ausspricht. Die Texte nehmen einen hohen Stellenwert ein, seien aber neben der Bedeutung für ihren Verfasser so offen gehalten, daß das Publikum sich darin wiederfinden könne.

Vor allem live sieht die Band ihr Potential und ihre Leidenschaft. So verwundert es kaum, daß Sina nur lobende Worte für die gerade absolvierte Tournee durch ganz Europa findet. Zwar war die Metamorphose der Band zur rein weiblichen Formation eher zufällig, doch trägt sie ihr mittlerweile entspanntes, feministisches Image (im positivsten Sinne) gern und mit Stolz. Es bleibt zu hoffen, daß Presence Of Mind nicht nur persönlich viel Erfolg beschieden ist, sondern daß sie der gesamten Chauvi-Musikszene ordentlich ins Sitzfleisch treten !

 
 Links:
  presenceofmind.de
 
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