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Merry

Storie von: arne, am 31.08.2006 ]

Die ursprünglich aus Japan stammende Visual Kei-Bewegung ist längst in Europa angekommen, erfreut sich einer beständig wachsenden Anhängerschaft und prominente Acts wie Dir en grey, D’espairsRay oder Moi Dix Mois füllen problemlos auch deutsche Hallen, sofern sie hierzulande Präsenz zeigen. Musikalisch agieren die „J-Rock-Bands“ zumeist zwischen Gothic, Industrial und Heavy Metal, doch es gibt auch Ausnahmen - so wie MERRY, die eine für den Visual Kei-Bereich ungewohnt beschwingt „fröhliche“ Mischung aus Punk-, Ska- und klassischen Rock-Elementen anbieten, die sie mit einer Prise Jazz abrunden.

 
Nach der Bandgründung 2001 erlangte das aus Gara (Gesang), Yuu (Gitarre), Kenichi (Gitarre), Tetsu (Bass) und Nero (Schlagzeug) bestehende Quintett bereits mit den ersten Singles landesweiten Kultstatus, der durch die Independent-Longplayer “Gendai Stoic“ (2003) und „Modern Grande“ (04) ausgeweitet werden konnte. Dem Major-Signing 2005 folgte das Drittwerk “Nu Chemical Rhetoric“, das mit kleiner Verzögerung von Gan-Shin auch in Deutschland veröffentlicht wurde: „Das ist für uns eine große Ehre, und wir hätten niemals damit gerechnet.“ äußerst sich Bandkopf Gara bescheiden: „Wir sind sehr glücklich, dass bald auch die Leute in Europa unsere Songs hören können. Hoffentlich werden auch die Menschen anderer Kulturkreise Zugang zu uns finden. Auf die Reaktionen sind wir schon sehr gespannt, denn es interessiert uns, zu erfahren, wie Europäer auf unsere düstere Retro-Rock-Band reagieren werden.“

Sicherlich sind MERRY für hiesige Verhältnisse weder düster noch retro, jedoch allemal Rock, der nach vorne geht und mitreißt: „Das ist richtig, vor allem sind wir eine Rock-Band, aber eine, die danach strebt, eine Ausnahmestellung einzunehmen und sich klar von anderen Bands zu unterscheiden.“ Dieser Tage befinden sich die Musiker erneut im Studio, um ihre zweite Major-Platte einzuspielen. Auf dieser will man sich gegenüber den Genre-„Konkurrenten“ noch deutlicher absetzen und die eigene Karriere vorantreiben: „Bislang haben wir noch nicht allzu viel erreicht, und als Band stehen wir nach wie vor am Anfang. Denn erst wenn man Konstanz erreicht und beständig viele Hörer erreichen und überzeugen kann, ist meiner Ansicht nach von Erfolg zu sprechen. Dennoch ist schön zu sehen, dass sich unser hartes Arbeiten und der Glaube an uns selbst tatsächlich durchgesetzt


haben.“

Vor der Gründung von MERRY waren die beteiligten Musiker unter anderem in Past In Shiver, After Effect und Acid aktiv, wovon sie hinsichtlich der neuen Band zu Beginn profitieren konnten: „Für uns zählt das Hier und Jetzt, denn die Vergangenheit liegt hinter uns. Es hat uns am Anfang aber sicherlich geholfen, dass wir nicht völlig unbekannte Musiker waren. Doch wir sind wir eine neue, andere Band, die nicht zurück schaut und mit unseren früheren Gruppen auch nicht viel gemein hat.“ Denn es hat sich eine Menge verändert: „Angefangen von der Musik, über die Texte bis hin zur Umgebung, in der wir uns bewegen, ist nahezu alles anders. Mit MERRY schaffen wir uns die Gelegenheit, unsere Emotionen in veränderter Art und Weise auszudrücken.“

Im Vergleich mit anderen Visual Kei-Acts fällt dabei auf, dass sich das Quintett nicht ausschließlich auf diese Szene beschränkt: „Das ist richtig. Von Beginn an haben wir uns viele Möglichkeiten offen gehalten und es den Hörern überlassen, zu entscheiden, ob sie uns hören und unterstützen wollen oder nicht. Wichtig ist nur, unsere Gefühle musikalisch auszudrücken und uns selbst treu zu bleiben. Zunächst gehen wir unseren eigenen Weg, gerade dann, wenn die Songs entstehen, und erst später erreichen unsere Stücke die Leute, die sich dann mit ihnen auseinander setzen müssen. Wir sind zweifellos eine der stilistisch eigenständigsten Visual Kei-Bands.“

Das zeugt von gesundem Selbstbewusstsein und einem gehobenen Anspruch: „Vor allem wollen wir die Leute mit unseren Songs beeindrucken. Was sie dabei denken, kann man als Band nicht beeinflussen, doch es ist uns ist egal, wie unsere Hörer aussehen oder welche Art von Musik sie sonst hören. Solange wir Menschen bewegen, sind wir auf dem richtigen Weg.“

 
 Links:
  gan-shin.de
 
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