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Heaven Shall Burn

Interview von: arne mit Maik, am: 28.08.2006 ]

Die Maschine rollt wieder, und die Thüringer von HEAVEN SHALL BURN veröffentlichen mit “Deaf To Our Prayers“ das Album, auf das man eigentlich nach “Whatever It May Take“ gewartet hatte. Rückblickend ist der direkte Vorgänger “Antigone“ wohl etwas zu melodisch und „seicht“ ausgefallen gewesen, was letztlich zu einer schnellen „Abnutzung“ des Songmaterials geführt hat. Dieser „Fehler“ wird nicht wiederholt, und von Beginn an ist eine weitaus höhere Substanzhaltigkeit der Tracks bemerkbar, so dass man ihn gerne immer und immer wieder hört.

 

Musicscan: Der Sommer gilt ja gemeinhin als Festival-Saison, und Ihr seid auch für einige Festivals gemeldet. Welche sind Euch persönlich die liebsten und warum?

Heaven Shall Burn: Ich denke man kann nicht unbedingt von einem bestimmten lieblingsfestival reden, die frestivals, die groß sinfd und sich durchgesetzt haben, sind ja deshalb erfolgreich, weil sie jeweils ihren ganz eigenen charme haben. am meisten bedeuten uns sicherlich das WFF, dort waren wir von anfang an als fans dabei, haben es wachsen sehen, haben dort viel erlebt und mitgemacht. Es ist immernoch unglaublich für uns, dass wir wirklich dort auf der bühne stehen, wo wir als festival-kids angefangen haben. Genauso stolz sind wir auf das Partisan open air in Bad Berka, da spielen wir zwar dieses Jahr nicht, aber gerade bei deisem festival waren wir von anfang an dabei, haben bei der ersten ausgabe gespielt und kennen die organisatoren noch aus unseren absoluten anfangstagen, als sie uns als fürchterlich rumpeltruppe immer einen Möglichkeit gaben mal eine show zu spielen, es ist großartig zu sehen wie dieses festrival wächst und immer größer wird. Dann gibt es dann natürlich noch das Fluff Fest in Tschechien. auch hier sind wir bei der allerersten ausgabe dabei gewesen und über die Jahre immer wieder gekommen, als band oder auch nur als fans, dieses Fest ist absoluter underground, die besten HC bands der welt spielen dort für wenig geld, es gibt hausgemachtes essen, faire preise und jede menge freunde aus der ganzen welt - eigentlich ist das jedes jahr wie ein großes klassentreffen. Ansonsten sind wir dieses Jahr noch beim Maetalcamp in slovenien zu gast, wir haben schon so viele leute von deisem Fest schwäremen hören, dass wir ganz gespannt sind wie es dort ist. Das Summer Breeze steht auch noch an, dort wird es wie jedes mal auch wieder zum clash vom Thüringer-Urwlald-Dialekt unseres Sängers und finstersten Schwäbisch der Besucher kommen, das ist jedesmal ein riesen spaß hahaha. Gerade beim summer Breeze sind sehr junge kids am start, was natürlich sehr cool ist, da viele von ihnen uns noch nicht kennen und man so neue fans gewinnen kann.

Musicscan: Geht Ihr an Festival-Auftritte anders ran als an normale Shows, bereitet Ihr Euch da anders vor und gebt noch mal mehr Gas auf der Bühne?

Heaven Shall Burn: Ich denke die vorbereitung ist ach nicht anders als auf eine club show, natürlich hat man etwas mehr zeitdruck auf der bühne und zieht deshalb alles etwas strafer durch ohne viel gelaber und spielchen. Man ist auch viel abhängiger von der außenbedingungen, wenn es in strömen regnet oder ein sturm aufkommt hat man es logischerweise sehr schwer bei einem open air. Es gibt dort auch viele Leute die einfach mal ein ohr riskieren und einen anchecken wollen, solche besucher hat man auf einer clubshow natürlich nicht, insofern ist das natürlich immer auch eine chance. Ich denke schon, dass man etwas konzentrierter und sicherer sein muss auf einer so großen open air bühne, man ist ja quasi wie auf einem Tablett und jeder fehler wird ersichtlich, bei einer clubshow kann man schonmal was verstecken - auf so einer großen bühne dagegen muss man auf jeden fall eine schippe drauflegen. aber das geschieht eher unbewusst, natürlich geben wir auch bei einer kleinen clubshow immer 100%.

Musicscan: Im letzten Jahr ist der zweite Teil der Split mit Caliban erschienen. Was bleibt für Euch an wichtigen Eckpunkten und Erinnerungen stehen, wenn Ihr die Zeit zwischen beiden Splits Revue passieren lasst?

Heaven Shall Burn: Genau über dieses Thema habe ich mich neulich sehr lange mit marc von caiban unterhalten. es ist schon wahnsinn, was in der zwischenzeit alles passiert ist. ich erinnere mich noch genau, wie Caliban und wir unsere erste gemeinsame show gespielt haben, caliban hatten grad ein demo am start und wir hatten maximal ein räudiges proberaumtape. die sshow war sehr cool, der club war sehr voll und wir haten eine sehr coole zeit. danach hat siche eine shr enge freundschaft zu caliban entwickelt, weshalb wir auch diese erste split machten, damals hieß es immer , "das ist die split von zwei absoluten geheimtipps und newcomern" , bei der zweiten split war es dann fast schon als "clash of the titans " promotet, haha was natürlich etwas übertrieben ist, aber schon deutlich macht was alles geschehen ist. Ich finde es wunderbar, dass HSB und Caliban immernoch so eng miteinander befreundet sind und niemals neid oder missgunst zwischen uns gekommen ist, diemeinung von Marc ist mir sehr wichtig und wir spielen uns auch oft neue song ideen und tracks vor um quasi einen ersten externen qualitätscheck zu haben. Ich weß auch nicht, was in den jahren nach der split mit hsb passiert ist, wir haben nie irgendwie versucht etwas zu forcieren oder haben bewußt irgendwelche schritte unternommen, wir standen immer nur rum, haben unser ding gemacht und hatten glück. ständing ging es immer höher auf der erfolgsleiter. was aber am wichtigsten für uns ist, ist die tatscache, dass neben den vielen neune gesichtermn bei unseren shows auch noch die gleichen leute auftauchen, die eben z.B. auch bei dieser ersten show mit caliban dabei waren. Es mag blöd klingen, aber wir behalten lieber einen alten fan der band als zwei neue dazuzugewinnen. wir spielen zwar mittlerweile auch größere hallen und festivals, aber trotzdem machen wir auch noch die winzigen clubshows bei uns in der gegend, wo eben alle alten freunde der band ihren spaß haben, das wollen wir auch nicht missen, egal, was noch alles dazukommt.

Musicscan: Was hat Euch die neuerliche Split bedeutet, und inwieweit hat sie Euch musikalisch weiter gebracht?

Heaven Shall Burn: Die split ist einfach eine momentaufnahme der band, sie macht deutlich was sich alles verändert hat und was sich ales nicht verändert hat. musikalisch ist sie quasi die verbindung zwischen der antigone und der Deaf.. Cd. wir haben einige neue sachen in der produktionsweise ausprobiert und konnten auch im mix mit tue madsen einiges ausprobieren woran wir bei antigone noch nicht dachten. außerdem war es auch ein signal für die leute, dass wir lifeforce nicht einfach so in richtung eines größeren labels verlassen haben, sondern wir uns auch weiterhin immer als lifeforceband sehen werden, die den menschen hinter dem label eng verbunden und sehr dankbar ist.

Musicscan: Mich hat vor allem die merkliche Weiterentwicklung hinsichtlich Intensität und Ausdruckskraft der Songs überrascht, aber auch die Vielseitigkeit des Songwritings. Für die neue Platte habt Ihr Euch da viele neue Möglichkeiten eröffnet…

Heaven Shall Burn: ja ich denke auch, dass die songs einfach reifer geworden sind, sie rollen mehr. trotzdem wird es auf der neunen platte wieder mehr ecken und kanten geben denke ich, wir haben aufgepasst uns den chaotischen charme unsere anfangstage zu bewahren und immer mal zu überraschen. das ist natürlich auf einer vollen cd viel einfacher als auf einer split, wo du nur ein drittel der songs von einer full length hast. aber wir haben bei der split nicht als ausgangspunkt angesetzt, das wäre zu vorhersehbar und langweilig gewesen.

Musicscan: Was gibt es hinsichtlich Arbeitstitel, musikalischer Marschrichtung und Grundkonzept des neuen Albums zu berichten? Worauf darf man sich freuen?

Heaven Shall Burn: die CD "wir Deaf To Our Prayers" heißen und ich denke sie ist um einiges kompromissloser und brutaler als Antigone ausgefallen. die songs gehen mehr nach vorn los und wir haben die songs wirklich aus dem bauch heraus geschrieben. Einige songs starten sehr brutal, wandeln sich aber im laufe der spielzeit zu sehr getragenen stücken. es wir einige songs geben die weit über 5 min gehen. doch wir aben auch kurze und knackige kracher nicht vergessen. am besten jeder hört sich das selber an, ich habe das zeux mittlerweile so oft im studio gehört, dass ich wirklich alles andere als objektiv bin, hahaha.Textlich geht es wieder sehr politisch zu, es ist uns sehr wichtig etwas mit der musik zu tranportieren. einige der songs basieren auf der thematik der Weberaufstände im 19Jh. Ich habe mich dazu mit dem Drama "die weber " vom gerhart hauptmann und auch mit dem Gedicht heines "die schlesischen weber" befasst. diese werke wirkennheutzutage wirklich fast prohpetisch und beängstigend, wenn man sich die unruhen in der welt infolge der probleme der globalisierung anschaut.

Musicscan: Gab es Ansatzpunkte bei “Antigone“, wo denen aus Ihr Euch bewusst weiter entwickelt habt?

Heaven Shall Burn: Sicherlich haben wir uns von bestimmten Trademarks der antigone cd aus weiterbewegt, aber das war nicht bewußt, gerade was die melodien angeht und die struktur der songs, so habne wir schon wie auf antigone weitergemacht. allerdings haben wir auch darauf geachtet nicht "the weapon they fear" zu kopieren oder andere songs die sehr erfolgreich waren. das wäre zu vorhersehbar gewesen und hätte die neue platte uninteressant gemacht.

Musicscan: Was mir über die Jahre an Euren Songs aufgefallen ist, ist, dass sie vom Songwriting her deutlich „runder und relaxter“ ausgefallen sind, gleichfalls aber auch unüberhörbar mehr Metal wurden. Habt Ihr Eure Arbeitsweise in bezug auf die Songerstellung verändert oder seid Ihr einfach „reifer weil älter“ geworden?

Heaven Shall Burn: es ist wohl richtig, dass die songs reifer klingen, aber wir arbeiten nach wie vor in der gleichen weise. bei uns muss ein song gut durchrollen und manchmal machen ich mir tagelang gedanken wie man zwei coole riffs logisch miteinander verbinden kann ohne eben ein billiges break oder sowas zu machen. wir haben nicht mehr so viel stumpfe moshparts, viellecht bewirkt das, dass die songs dir mehr, metal vorkommen. abe rich glaube wir haben im gegensatz zu früher mehr rockigere und groovende drumparts drin, nicht immer nur mosh, schnell mosh usw. Wenn jemand sagt duie songs klingen nach "reifer und älter" zucke ich eibentlich immer etwas zusammen, das klingt für mich zu sehr nach unspontan und zahnlos. ich hoffe ich habe mir meinen jugendlichen übermut und meine sorglosigkeit bewahrt mit der ich vor acht jahren songs geschrieben habe, bei den andern jungs ist das auf jeden fall noch so. außerdem bin ja noch eioniges von der böpsen 30 entfernt, es ist also noch genug zeit reifer und älter zu werden...

Musicscan: Nach Deiner persönlichen Wertung: Was für eine Art von Album ist mit der neuen Platte entstanden, und in welchen Momenten liegen deren Stärken? Und welche Kritikpunkte könnt Ihr selbst anbringen? Als Musiker ist man ja in bezug auf die eigene Musik immer überkritisch…

Heaven Shall Burn: also um wirklich konstruktive eigene kritik an der neune paltte anbringen zu können ist es im moment einfach zu früh. einige dinge die ich huete zum kotzen finde finde ich morgen geil und übermorgen wieder scheiße und die woche danach genial, ich denke da muss man eine jahr abwarten um seine eigene arbeit rückblickend bewerten zu können. wie schon erwähnt ist die neue platte auf den ersten blick einfach kompromissloser und härter als die vorgänger. auf den zweiten blick wird man dann doch auch sehr getragene und melancholische momente finden, aber das braucht seine zeit denke ich. vom feeling her ist die platte nicht so kommerziell wie antigone, die grundstimmung ist eher wie auf der "whatever it may take" platte von uns, mehr in die fresse und voll nach vorn. wir haben die stärken von antigone un dwhatever in deiser platte gebündelt finde ich, das ist der eindruck den ich von dem album habe.

Musicscan: Was zeichnet für Euch ganz allgemein gehalten „gute Musik/Songs“ aus?

Heaven Shall Burn: Ein guter song fesselt dich einfach. du hast ihn noch eine ganze weile im ohr ohne, dass du es merkst oder es dich nervt. beim zweiten hören erkennst du ihn sofort wieder. Bei guter musik gibt es etwas zu entdecken, etwas was einzigartig ist - ein bestimmter sound eines intruments, eine textzeile oder eine stimme - etwas, was besonders ist, ohne, dass es darauf angelegt ist besonders zu sein. eben eine ehrliche originalität, die nicht durchdacht oder geplant ist. Dann schafft es musik auch emotionen zu erwecken und zu transportieren. das gilt für räudigen kellerblues genauso wie für abgedrehten mathcore - man hört einfach was mit seele gespielt ist und was nicht egal wie primitiv oder kompliziert musik ist.

Musicscan: Gibt es bei Euch intern so etwas wie einen „Qualitäts-Check“, nach dem Ihr darüber entscheidet, ob Ihr an Ideen oder Songs überhaupt weiter arbeitet?

Heaven Shall Burn: Naja natürlich hört jeder von uns immer mal das ultimative todesurteil für ein riff oder eine idee, das meist immer so ungefähr kommt wie "jow cooles ding, das nehmen wir mal für einen anderen song, das passt grad nicht". wir testn die neuen songs meistens live, da bekommt man das beste gefühl dafür ob ein song funktioniert oder nicht. man nimmt zu hasue natürlich immer mal neue ideen auf und hört sie sich später wieder an, ob man daran wieterarbeitet entscheided sich dann immer in dem moment in dem man sie zusammen spielt und man sofort eine idee für ein weiteres riff hat oder nicht. wenn man nicht sofort ein gefühl für den gesamten song bekommt und er sich dann quasi von allleine schreibt ist es sinnlos weiter daran rumzutüffteln - zumindest ist das bei uns so.

Musicscan: Obwohl der Mix aus Melodie/Eingängigkeit und Härte/Aggression in Euren Songs (gerade auf der zweiten Split) ungezwungen und schön natürlich klingt, würde mich interessieren, ob Ihr das mehr aus dem Bauch heraus arrangiert oder vorher komponiert bzw. bewusst einen solchen Gegensatz aufbaut…

Heaven Shall Burn: Das kommt einfach aus dem bauch heraus, eine melodie muss sich aus einem brutalen part heraus entwickeln. ich mag keine brüche in einem song. natürlich kann man mal einen krassen wechsel als stilmittel einbauen, aber bands die ständig mit sowas arbeiten kann man oft einfach liebloses songwriting vorwerfen. beim songwriting ist bei uns gar nicht bewußt, das ist alles reines gefühl.

Musicscan: Bei HSB sind Musik und Texte immer gleich berechtigt gewesen, wie es früher im Hardcore häufig der Fall gewesen ist, und dennoch seid Ihr zweifellos mehr als nur „reflektiert sozialkritisch“. Tragen das alle Bandmitglieder oder liegen die Texte allein in der Verantwortung von Maik?

Heaven Shall Burn: also es ist schon so, das ich die alleinverantwortung für die texte trage und mir da auch ungern reinreden lasse, aber natürlich könnte ich jetzt keinen song über etwas schreiben mit dem die andern nicht einverstanden sind. gerade marcus, der die songs ja singen muss will selbstverständlich auch eine beziehung zu dem text haben und es ist wichtig, dass er die texte akzeptiert. es kommen auch oft anregengen und tipps von den anderen jungs zu bestimmten themen und wir sind ja auch enge freunde die viel zeit miteinander verbringen und über alles reden und diskutieren - insofern beeinflussen mich die andern schon in meinem denken und handeln. Das schlägt sich auch auf die textliche thematik nieder.

Musicscan: Welches „Verständnis“ liegt Heaven Shall Burn eigentlich zugrunde? Sowohl durch Euren Sound als auch von den Texten her grenzt Ihr Euch gegenüber anderen Bands recht deutlich ab, was doch schon auf eine bewusste Einstellung als auch einen „besonderen Anspruch“ hindeutet...

Heaven Shall Burn: Bei heaven shall burn ging es nie einfach nur um musik. hsb waren immer die plattform für uns um unsere meinungen und überzeugungen in der welt zu verbreiten. andere schreiben gedichte oder bücher, werden politiker oder malen bilder. wir machen eben musik. das ist ein weg tief in die köpfe und herzen der menschen vorztustoßen und ihenen gleichzeitig spaß und denkanstöße zu geben, jeder in der dosis wie es für ihn richtig ist. mir ist natürlich bewußt, das viele hsb einfach nur wegen der musik hören und sich einen dreck um die texte kümmern, aber es gibt auch genauso viele kids, die hsb respektieren und lieben, obwohl sie eigentlich nicht auf metal stehen - eben weil sie mit unserer philosophie konform gehen.

Musicscan: Von jeher führ(t)en HSB das „Label“ des „MetalCores“, was wenigstens mir nie so richtig weitergeholfen hat. Wie seht Ihr das als Band bzw. wie wollt Ihr Euch denn musikalisch verstanden wissen?

Heaven Shall Burn: Für mich steht metalcore für eine art modernen metal, der schmalztiegel in dem alle extremen musikrichtiúngen zusammenkommen. Deathmetal, truemetal, emorock, gothicmetal, grindcore, hardcore. es gibt kein reinheitsgebot oder irgendwelche vorgaben, das macht es so interessant und energiegeladen. wir sehen uns als moderne metalband, die sich nicht limitieren lassen will und eben dass spielt und verwurstet was ihr gefällt - von Rammstein bis Bolt thrower, von Iron Maiden über Earth Crisis bis My Dying Bride, wenn das jemand metalcore nennen will haben wir keine angst davor.

Musicscan: Es heißt gemeinhin, Bands durchleben sehr „kritische Zeiten“, wenn die Musiker um 30 Jahre alt werden, weil dann Ausbildungen, Studien usw. enden und in den Leben derjenigen andere Prioritäten durch z.B. Arbeit oder Familie gesetzt werden und man bisweilen nicht mehr so viel Zeit für die Band übrig hat. Wie erleben das HSB?

Heaven Shall Burn: Ich denke das wird kein problem für uns sein, wir sind ja kein profis und haben im laufe der jahre gelernt unsere zeit einzuteilen. wir machen bandtechnisch nur die d´sachen auf die wir bock haben und vermeiden irgendwetwas halgares anzupacken. wenn es morgen BUMM macht und kein schwein mehr unsere art von musik mag, dann ist das kein problöem für uns - in unserem leben ändert das nicht, wir spielen dann in den gleichen kleinen clubs wie wir es auch jetzt noch tun, wir proben dann weiterhin zu den gleichen zeiten usw. Natürlich wird mit der steigenden verantwortung in beruf und familie die zeit dennoch knapper, aber wir haben gelernt auch arbeit abzugeben, gerade was das organisatorische betrifft und je mahr im "wahren leben" an stress dazu kommt umso wichtiger ist es doch ein ventil wie hsb zu haben. wir spielen dann z.B. eben nur ein bestimmtes festival und machen nicht noch eine woche tour drumherum.

Musicscan: Ist der Ausstieg von Patrick im letzten Jahr auf so etwas zurück zu führen, und wie lief die „Integrationsphase“ Eures neuen Gitarristen?

Heaven Shall Burn: Das Patrick die band verlassen hat ist nur zum teil auf sowas zurückzuführen, er hat ja jahrelang auch ohne probleme diesen spagat geschafft und wie gesagt wir machen uns mit HSB auch nicht zu viel stress. Ich denke es lag eher in Patricks persönlichkeit begründet, er ist einfach jemand, der dinge 110%tig anpackt, er hat ein neues studium angefangen (Mechatronik/elktrotechnik) und sich wahnsinnig darin engagiert. im gleichen zug merkte er, dass er dafür aber einige abstriche bei hsb machen musste, das hat ihm sehr zu schaffen gemacht und er ist wirklich jemand der bei sowas keine kompromisse eingeht. Um ein solches studium zu packen muss man voll dabei sein, das ging vielleicht noch bei mir und meinem jura studium, aber an einer technischen VorzeigeHochschule wie in Jena ist das nicht möglich. Deshalb hat er von selber eine entscheidung getroffen, die wir akzeptiern und vor der wir großen respekt haben, wir wissen, dass sowas nicht leicht ist. Er amcht ja auch weiterhin noch im gleichen proberaum musik und man wird sicher wieder was von ihm hören, aber er macht das ohne produktivitätsdruck wenn er eben mal zeit hat. Unser Neuer Gitarrist alex ist ja ein alter kumpel von uns mit dem wir schon so einiges erlebt haben. insofern war es nicht schwer ihn zu intergrieren. Er ist ein wahnsinnig talentierter und ehrgeiziger musiker, der eine menge frischen wind in die band gebracht hat, antürlic war es erstmal ungewohnt ohne patrick zu arbeiten und jemand anderem einfluss zuzugestehen, aber das hat auch viel zu neuer motivation beigetragen. alex hat einen eher alternativen background und kommt aus der Grunge-generation, also kein gestandener metaller wie patrick. alex hat mehr so die ideen für ruhige und melodische sachen, von denen wir sogar einige schon auf der neuen platte einfügen konnten.

Musicscan: Wie ist es denn heute um Eure Motivation hinsichtlich Live-Auftritten bestellt? Wird es in Support der neuen Platte viele Wochenend-Gigs oder eher 1-2 größere Touren geben?

Heaven Shall Burn: sowohl als auch, wir werden ja die zweite hälfte der Hell on Earth tour mitspielen und sicher am ende des jahres nochmal losziehen, dazwischen sind auch schon einige Wochenendshows geplant, es wird ganz europa mit hsb versorgt werden. also sind wir sehr viel unterwegs und es gibt keine ausrede uns verpasst zu haben hahaha. Anfang bis mitte 2007 werden wir dann den focus sicher mehr auf das ausland richten und Nord/Süd-Amerika und Asien betouren bzw. auf einigen einzelnen festivals dort spielen.

Musicscan: Welchen Beschäftigungen/Tätigkeiten gehen die HSB-Mitglieder derzeit nach? Habt Ihr die Uni-Abschlüsse schon in den Taschen?

Heaven Shall Burn: Ja, wir sind eigentlich alle soweit fertig mit unseren Ausbildungen und Studien, ich habe gerade mein Examen hinter mir, Marcus hat sein Examen abgelegt, Eric arbeitet schon lange als Ergotherapeut und unser Alex ist quasi ein musikprofi und arbeitet im studio als produzent, er hat aber auch krankenpfleger gelernt. Under drummer matthias ist soweit mit seinem BWL studium auch durch und macht nur noch einige sachen auf der uni und ein semester praktikum.

Musicscan: Welche Ziele habt Ihr kurz-, mittel- und langfristig für die Band gesetzt?

Heaven Shall Burn: Wir haben iegnetlich schon viel mehr erreicht, als wir uns jemals erträumt haben. wir reisen in der welt umher, treffen viele interessante Leute und unsere alten idole und bekommen auch noch geld dafür, was will man mehr? Wir hoffen, dass wir bald auch mal eine Australien/Neuseeland tour auf die beine gestellt bekommen, viele Leute von Down-under fragen danach und das wäre wirklich nochmal ein großes Ziel! ansonsten werden wir weitermachen wie bisher und uns nicht unter druck setzen. Vieleicht werden wir auchbald mal einige richtig große festivals wie rock am ring usw, spielen. wir haben immer nur auf dinge gehofft und nichts erwartet, das ist die einstellung, die man braucht um seine chancen zu nutzen.

 
 Links:
  heavenshallburn.com
 
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