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Nasty

Storie von: arne, am 19.08.2006 ]

Ein Name wie NASTY passt eigentlich nicht zu einer Band, die toughen Hardcore-Metal spielt, eine „böse Attitüde“ an den Tag legt, Schlagringe und Blut auf dem Cover ihres ersten Longplayers hat und in den Texten auf barsche englische (Schimpf-)Worte im Überfluss setzt. Und auch musikalisch ist das im November 2004 gegründete Quartett alles andere als „nasty“, denn schnell ist das „Strickmuster“ erkennt, nach dem die Jungs vorgehen.

 
Ähnlich Crawlspace, Kickback, Shattered Realm und Konsorten setzt man auf mega-schleppenden Metal-Mosh bis zum Abwinken, der immer wieder durch geradlinige Tempoattacken in bester Death-Manier aufgelockert wird.

Die Gruppe ist keinesfalls darauf aus, von allen geliebt oder anerkannt zu werden. Das ist mit dieser Art von Musik und dem „polarisierenden Äußeren“ auch gar nicht drin: „Es ist selbstverständlich für uns, keine Kompromisse in Bezug auf unsere Musik einzugehen, um z.B. eine breitere Menge an Leuten anzusprechen oder andere mit dem, was wir tun, nicht zu verärgern. Wir spielen in NASTY, um uns und unsere Ansichten zu repräsentieren und nicht, um zu gefallen. Ob diese Einstellung oder unser Musikstil jetzt Hardcore oder Metal etc. ist, sei jedem selbst überlassen, zu urteilen, unsere Wurzeln aber liegen hauptsächlich im Hardcore.“

Genre-Fans werden durchaus auf ihre Kosten kommen, denn dank einer druckvollen Produktion stimmt das Aggro-Level von “Declaring War“; und NASTY können ihrer Passion nachgehen: endlos zu moshen bzw. richtig Dampf ablassen. Es braucht nicht viel zum Glücklichsein, doch auch mit begrenzten stilistischen Mitteln können brutale, beinharte Tracks entstehen. Hier wird vorgemacht, wie das gehen kann, und das Ergebnis spricht für sich. Die Abwechslung bleibt zwar etwas auf der Strecke, doch dass ist hier nicht der Anspruch. “Declaring War“ ist „purer Hass“ bzw. eine ansehnliche Ansammlung aller gängigen Klischees, die über „Dicke-Hosen-Bands“ kursieren:

„Da die Aussagen der Texte direkt verst


ändlich sein und nicht erst interpretiert werden sollten, und eine Menge Wut und Abneigung in den Lyrics verarbeitet ist, verzichten wir darauf, unverständliche Metaphern und Rätsel aus dem Englischwörterbuch zu zaubern und drücken uns umgangssprachlich aus.“ Und direkter geht’s kaum, was die „gewünschte Wirkung“ zeigt: „Auf ’ner Menge von Shows kam es bisher zu Boxereien. Vom Kindergartenpalaver angefangen bis hin zu ernsthafteren Verletzungen durch Flaschen etc.. Das aggressive und harte Party gefeiert wird, liegt in unserem Interesse, das es zu ernsthaften Ausschreitungen kommt, nicht.“

Ein politischer Anspruch liegt “Declaring War“ jedoch enemfalls zugrunde: „Speziell das Lied ’Declaring War’ richtet sich gegen Politik, Ämter und Spießertum, die anstatt Jugend- und alternative Kultur zu fördern, lieber Geld in z.B. Prestigeobjekte und Driss wie Karnevalsvereine stecken, dafür aber im Gegenzug selbstverwaltenden, autonomen Zentren und Jugendheimen kaum nachzukommende, nicht gerechtfertigte Auflagen aufbrummen und Gelder und andere Unterstützungen streichen. Andere Inhalte der CD gehen z.B. über Menschen, die sich und ihre Ideale für Kohle verticken, Internetjunkies die das Netz nur für Verbreitung von destruktivem Scheiß und Lügen missbrauchen und Famemösen und –schwänze, die zu allem ja und amen sagen um zu Erfolg zu gelangen.“

Der Cover-Button „Parendal Advisory – NASTY Content“ weist jedoch darauf hin, dass bei NASTY vor allem der „Spaß“ im Vordergrund steht und die Band mit einem Augenzwinkern unterwegs ist.

 
 
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