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All Shall Perish

Storie von: arne, am 16.08.2006 ]

Die aus Oakland, Kalifornien stammenden ALL SHALL PERISH veröffentlichen über Nuclear Blast ihren zweiten Longplayer “The Price Of Existence“, der gegenüber dem durchaus imposant brutalen Debüt "Hate.Malice.Revenge" für einen beachtliche Weiterentwicklung hinsichtlich des Songwritings und dessen Komplexität steht.

 
Mit einer amtlichen Abrissbirne war durchaus zu rechnen, doch auf einen derart souveränen und zugleich technisch ausgerichteten Hassbatzen war man nur bedingt eingestellt. Das Quintett agiert deutlich variabler und souveräner als noch auf seinem Labeleinstand und kann im Ergebnis eine tolle Extrem-Platte zwischen Death, Thrash und modernem Hardcore-Metal verbuchen. Vor Bands wie The Red Chord, Dying Fetus oder The Black Dahlia Murder brauchen sich ALL SHALL PERISH nicht länger verstecken, denn mit diesen spielt man längst auf Augenhöhe. Krasse Breaks, vielschichtige Songstrukturen, aber zwischendurch auch groovige MidTempo-Passagen oder „trockene Prügel-Death-Sequenzen“ formen in ihrem dynamischen Zusammenspiel ein gleichsam interessantes wie forderndes und brachial-gefährliches “The Price Of Existence“.

Die deutliche Weiterentwicklung gegenüber dem Debüt hat Gründe: „Wir stehen dm Großteil der Musik, die heute veröffentlicht wird, teilnahmslos gegenüber, und auch von unserer letzten Platte sind wir rückblickend ein wenig enttäuscht, weil sie nicht das geworden ist, was wir uns vorgestellt hatten. Vor allem aus diesem Grund wollten wir diesmal eine weitaus technischere Platte abliefern, die uns stärker zufrieden stellt. Hinzu kam, dass sich der Songwriting-Prozess anders gestaltete, da wir deutlich mehr als sonst gemeinsam geprobt haben. Denn endlich haben wir einen eigenen Proberaum, in dem wir täglich acht Stunden lang arbeiten konnten. So war es uns möglich, das Songmaterial am Stück zu schreiben und an den Songs immer weitere Verbesserungen vornehmen. Das Material für die erste Platte entstand damals überhastet und in sehr kurzer Zeit. Alles, was wir geschrieben hatten, war später auch auf der Platte, obwohl uns die Erfahrung fehlte und auch schwache Stücke dazwischen gewesen sind. Einige von uns waren damals aber gerade mal 17 Jahre alt und dafür ist’s letztlich doch recht gut gewesen. Heute sind wir jedoch älter, und dieses Mal hatten wir schon vorab beschlossen, elf oder zwölf starke Stücke zu schreiben und nicht ein- und denselben permanent zu wiederholen.“

Die Prioritäten sind trotz intensiven Arbeits- und Tourpensums geklärt: „Natürlich steht für uns der Spaß im Vordergrund. Wir wollen möglichst viel von der Welt sehen und weiterhin Erfahrungen sammeln. Wir sind noch immer Kids um die 20, und für uns ist alles wie eine große, nicht endende Party.“ Und doch sind die ALL SHALL PERISH-Jungs immer auch auf der


Suche nach neuen Songideen: „Unter den heutigen Bands vermisse ich vor allem den Mut zu Experimenten. Ich selbst schätze vor allem die Bands, die mich überraschen und mit unerwartetem Zeug aufwarten. Als ich vor drei-vier Jahren das erste Mal Between The Buried And Me hörte, war ich wie weggeblasen und völlig beeindruckt. Ihre Art und Weise, unterschiedlichste Stile zu kombinieren, hat mich tief beeindruckt. Das hat mir den Antrieb gegeben, selbst solche Ideen zu entwickeln und Songs in vergleichbarer Art zu schreiben. Auch, weil wir alle so unterschiedliche Musik hören und al Inspirationsquellen nutzen, werden wir niemals ein Album zwei Mal schreiben.“

Vor dem Hintergrund der diversen Einflüsse und Inspirationsquellen dürfte das auch nicht passieren: „Natürlich sind wir von dem beeinflusst, was wir hören, und das hat gute wie schlechte Seiten. Wenn man sich bekannter Riffs bedient, sagt gleich jeder, er hätte sie schon millionenfach gehört, und das wirkt sich dann negativ aus. Letztlich schreibt doch aber jeder die Art von Musik, die er mag. Neue Musik gibt es doch heute gar nicht mehr, die Leute entdecken klassische Geschichten wieder oder vermengen unterschiedliche Stile, was letztlich auch nicht wirklich neu ist. Wir gehen den zweiten Weg und versuchen dem Ganzen eine eigene Note zu verleihen. Während der Arbeit am neuen Album haben wir uns vor allem von Necrophagist, Opeth, Irate, Pantera, Between The Buried And Me, Suffocation, Crowbar, Throwdown, Hypocrisy und Dimmu Borgier beeinflussen lassen. Vielleicht hört man ja das eine oder andere.“

Wo ALL SHALL PERISH im weiten Metal-Sektor zu verorten sind, wissen die Jungs auf Anhieb: „Das ist keine Frage, wir befinden uns nach wir vor in eine Entwicklungsphase, sowohl als Musiker als auch als Menschen. Aktuell markiert “The Price Of Existence“ für uns einen Meilenstein, doch schon jetzt blicken wir voraus und sammeln verrückte Ideen für die nächste Platte.“ …was konkret bedeutet: „Wichtig sind uns in jedem Fall schnelle technische Metal-Parts und deftige Breakdowns. Beides wird stets Teil unserer Musik sein, denn wir sind eine Metal-Band. Dennoch streben wir mit jedem neuen Song danach, uns weiter zu verbessern und als Songwriter besser zu werden. Schau dir einfach die Großen wie Pantera oder Metallica an, die hatten so viele unterschiedliche Songs und Ideen, und erst das hat sie zu Legenden werden lassen. Auch wir streben danach, zeitlose Musik zu schreiben.“

 
 Links:
  allshallperish.com
 
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