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All That Remains

Storie von: arne, am 10.06.2002 ]

Noch sind Massachusetts' ALL THAT REMAINS in der Metal-Landschaft ein unbeschriebenes Blatt, doch das sollte sich schnell ändern. Zu überzeugend präsentiert sich das Quintett auf seinem Debüt-Album "Behind Silence And Solitude", das gerade als Lizenz-Pressung via Lifeforce Records (in den Staaten Prosthetic) erschienen ist.

 
Der Fünfer spielt bodenständigen Metal-Sound, dem man sich nicht entziehen kann. Wie Shadows Fall und Lamb Of God zählen ALL THAT REMAINS zur sogenannten New Wave Of American Heavy Metal. Bands, die vordergründige, europäische Einflüsse mit einem amerikanischem Anspruch vermischt. ATR präsentieren sich hart, aber nicht zu schnell und mit einem guten Gespür für Melodie und Groove. Die Song-Strukturen sind nachvollziehbar und ein stückweit verspielt. Schon nach zwei Rotationen kennt man die prägnantesten Passagen des Albums und die Riffs setzen sich im Kopf fest. Der Sound ist markant wie unbeschwert und das Hören dieses passionierten Metal purer Spaß. Besonders die immer wieder eingestreuten Gitarren-Soli und Prog-Parts begeistern.

Die Vergangenheit der Musiker in einschlägigen Death- und Prog-Acts, wie Slowpoke oder Plastic X, ist unüberhörbar. Der ehemalige Shadows Fall- Shouter Philip Labonte startete ALL THAT REMAINS 1999 zunächst als Seitenprojekt, doch schon bald sollte daraus mehr werden. Die Band steht an der Schwelle zum großen Durchbruch und auch der Ausstieg von Gitarrist Chris Bartlett kann ihn nicht verhindern. Nach persönlichen Problemen auf Tour entschieden sich die Musiker kurz vor dem Release des Debüts getrennte Wege zu gehen. Derzeit sucht die Band noch nach Ersatz, aber der ist sicherlich schnell gefunden.

Per Mail stellte ich Shouter Philip Labonte einige Fragen, die er knapp aber schnell beantwortete. Die bereits angesprochene Einordnung seiner Gruppe kommentierte er wie folgt:

"Wir zählen wohl zur New Wave Of American Heavy Metal, ob wir es nun wollen oder nicht. Dennoch versuchen wir nicht einem speziellen Stil zu entsprechen. Vor allem müssen wir selbst an unserer Musik Freude haben. Zählt uns jemand in diese Kategorie ist das besser

als ignoriert zu werden."

Recht hat er, denn nichts ist schlimmer, als nie aus der Versenkung aufzutauchen. In meinen Augen sind ALL THAT REMAINS eine klassische Heavy Metal- Band, die sich einiger moderner Elemente bedient. Trotz gehöriger Härte und ordentlicher Geschwindigkeit bleiben die Songs stets catchy. Das muss man erst einmal schaffen.

Das Quintett dürfte mit seinem Sound die Fans verschiedenster Metal-Stile ansprechen, denn sie zeigt sich nicht festgelegt. Dabei ist das keinesfalls Ergebnis eines ausgefeilten Songwriting-Prozesses. Nach Phil stimmen sich die Musiker nur grundlegend über die Strukturen ab, wie "im nächsten Stück sollen weniger Solos sein" oder "jetzt wollen wir 'mal aggressiver auftreten". Das klingt einfach, ist aber in Bezug auf die Band das Erfolgskonzept.

Keine übertriebene Attitüde sondern bloße Liebe für die eigene Musik treibt die Jungs voran. Ohne zu viel nachzudenken, lässt man den Song auf sich zukommen. Gerade deshalb klingt "Behind Silence And Solitude" wohl derart unbeschwert. Die Ansprüche der Band sind dabei bescheiden:

"Hauptsache die Struktur stimmt und ist uns heavy genug. Wir wollen einfach gute Songs schreiben; eben gute Riffs, Solos und Breakdowns. Zu viele Bands fokussieren sich nur auf die eigene Stärke. Wir hingegen stellen den Song in den Mittelpunkt und nicht bloß einen Aspekt. Wir lieben einfach guten Metal. Das bringt es einfach auf den Punkt."

Mit ihrem Debüt startet die Gruppe nun so richtig durch. Shows an der Seite von Größen wie The Haunted, Witchery, Meshuggah, Nile oder God Forbid bezeugen die schon breite Akzeptanz von ALL THAT REMAINS in den Staaten. In Europa steht die Band noch am Beginn ihres Weges und mit "Behind Silence And Solitude" ist die Fortsetzung der Erfolgsstory garantiert.
 
 Links:
  All That Remains- Bandpage
  Lifeforce- Labelsite
 
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