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Shadows Fall

Storie von: arne, am 23.07.2006 ]

Nach der “The Art Of Touring” DVD erschien mit “Fallout From The War” gerade ein zweites „Abschiedsgeschenk” der Bostoner Band SHADOWS FALL für ihr altes Label Century Media, das sie inzwischen in Richtung Major Atlantic (in Europa Roadrunner) verlassen haben. Bereits der Albumtitel stimmt auf dessen Marschrichtung ein, und das Quintett um Shouter Brain Fair beschließt seinen “The War Within“-Zyklus.

 
Die Gruppe hat es sich zum Ziel gesetzt, ohne „Altlasten“ in die Major-Kooperation zu gehen und bietet eine stimmige „Kollage“ mehrerer alter, neu eingespielter Stücke, einen völlig neuen Track sowie drei gelungene Coverversionen von der unvergessenen Only Living Witness, Leeway und Dangerous Toys an. Es überrascht schon, ein in sich geschlossenes Werk von elf Stücken zu erhalten, aber SHADOWS FALL wollen “Fallout From The War” auch als „richtigen“ Longlayer verstanden wissen:

„Für uns ist es ein neues Album, auch wenn viele der Ideen aus den “The War Within“-Sessions stammen. Die Arbeit an dieser Scheibe liegt inzwischen schon mehr als zwei Jahre zurück, und als wir nun einige Ansätze erneut aufgriffen, haben wir sie komplett verändert und überarbeitet. Aus unfertigen Ideen sind klasse Songs entstanden, und wir können noch immer kaum glauben, was für ein starkes Album das geworden ist. Darauf haben wir zwar gehofft, doch das Ergebnis hat uns umgehauen. Wenn man mit etwas Abstand an die B-Seiten und Outtakes seiner Alben geht, möchte man allen Stücken einen einheitlichen Stil und Sound verpassen, und dafür muss man hart arbeiten. Vom Songwriting, über die Pre-Produktion bis hin zu den eigentlichen Aufnahmen sind wir alle Schritte gegangen, die jede neue Platte nimmt, also ist es eine.“

Das spritzige, schön aggressive “Fallout From The War” gibt ihnen recht, und die Produktion von Zeuss trägt ein Übriges zum erfolgreichen Gelingen des Unterfangens bei. Das Quintett betont mit der Platte vor allem seine Thrash-Wurzeln und agiert weitaus traditioneller und straffer ausgerichtet als auf den letzten, „regulären“ Studiowerken: „Es ist kein Zufall, dass auf unserer neuen Scheibe eine Menge Thrash geht!“ klärt Brian auf: „Als wir mit der Arbeit an der Platte anfingen, wollten wir schnell und hart spielen, und das erinnerte uns unweigerlich an unsere Anfangstage. Und gleichzeitig eröffnet uns dieser Rückblick tolle Möglichkeiten für die Zukunft, denn am Sound haben wir gehörig getüftelt. Ich selbst habe zum Beispiel versucht, noch mehr mit Harmonien zu arbeiten und noch variabler zu klingen.“

Länger hat hingegen die Auswahl der drei Coverstücke gedauert: „Wir


wollten gerade nicht die offensichtlichen Einflüsse heranziehen, die jeder von uns erwarten würde. Judas Priest, Iron Maiden oder Metallica schien uns zu naheliegend, also entschieden wir uns dafür, Bands zu covern, die einen ebenso gleichwichtigen Einfluss auf SHADOWS FALL ausgeübt haben, die man heute zum Teil aber gar nicht mehr kennt und deren Platten man heute kaum mehr bekommt. Und es sind allesamt Bands, die nie so recht den Respekt ernteten, der ihnen eigentlich zugestanden hätte. Das beste Beispiel sind wohl Only Living Witness, die wie wir aus Boston stammten und eine unglaubliche Gruppe waren, deren Songs uns maßgeblich beeinflusst haben.“

Doch auch Brians frühere Band Overcast kann hier herangezogen werden, die jedoch einen neuen Anlauf nimmt, wie bereits die Begrüßung zu Beginn des Gesprächs offenbarte: „Ich befinde mich gerade im Studio und wir versehen unser Comeback-Album mit dem letzten Feinschliff. Die Songs sind im Prinzip fertig, also müssen wir nur noch ein Label finden.“ Mit der Reunion von Starkweather hat die Overcast-Rückkehr indes nichts zu tun: „Das war keine große Sache. Mike D. von Killswitch und ich hatten zur gleichen Zeit eine Pause mit unserer jeweiligen Hauptband und wollten einfach wieder zusammen Musik machen. Wir trommelten die alten Overcast-Leute zusammen und fingen an zu jammen. Und das Ergebnis klang besser als jemals zuvor. Es hat sich richtig gut angefühlt, also haben wir weiter gemacht, einige Shows gespielt und nun eine Handvoll alter Stücke sowie weitere, die wir nie eingespielt hatten, aufgenommen. Das waren die letzten Songs, die wir geschrieben hatten, bevor sich Overcast damals auflösten. Nun erscheinen sie doch noch.“

Intensiven Live-Support wird die Band allerdings schuldig bleiben: „Das wird leider nicht möglich sein, denn sowohl Killswitch als auch Shadows Fall werden im nächsten Jahr sehr aktiv und intensiv auf Tour sein. Da bleibt dann nicht viel Zeit für Overcast, aber wenn sich Möglichkeiten bieten, werden wir die schon nutzen. Nichts scheint ausgeschlossen, so lange wir uns unseren Spaß bewahren.“ Wenigstens im Fall des stets gut gelaunten Brains braucht man sich da wohl keine Sorgen zu machen.“

 
 Links:
  myspace.com/shadowsfall
 
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