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Lostprophets

Storie von: arne, am 09.07.2006 ]

Entgegen dem „Trend“ veröffentlichen die LOSTPROPHETS auch ihren neuen Longplayer “Liberation Transmission“ über ein Major-Label. Während die Kollegen von Hell Is For Heroes oder Hundred Reasons den Schritt zurück (nicht Rückschritt!) auf Indie-Labels vollzogen haben, ist bei den so erfolgreichen Engländer fast alles beim Alten geblieben.

 
Das hat jedoch musikalische Gründe, die sich letztlich auch in den Verkaufzahlen der Veröffentlichungen niederschlagen. Denn die LOSTPROPHETS können sich weitaus „lockerer“ als ihre Kollegen machen und setzen immer wieder ganz bewusst auf vordergründigen Pop. Das ist bei vielen anderen Bands verpönt, doch die LOSTPROPHETS haben es niemals nötig gehabt, „erzwungen“ rabiat aufzuspielen, nur weil sie als Rock-Band auf einem Major sind. Der Erfolg gibt ihnen recht, und auch das Umfeld stimmt:

„Diesmal scheint das Interesse an uns noch stärker als sonst zu sein. In der Zeit zwischen unserer letzten und der neuen Platte hat sich auch wieder einiges getan, was uns bessere Möglichkeiten denn je eröffnet. Ich denke etwa an Fall Out Boy oder schau Dir die Bands auf den großen Festivals an; es gibt heute keine Berührungsängste mit der Musik mehr, die wir spielen. Nach den diversen TV-Casting-Veranstaltungen verlangen die Leute nach authentischen, guten Live-Acts und auch das kommt uns zugute. Nimmt man all das zusammen, scheint es heute so zu sein, dass viele Leute uns erstmals eine richtige Chance geben und gerade bei uns im UK habe ich zum ersten Mal das Gefühl, dass die Medien uns auch deshalb unterstützen, weil es unser Heimatland ist. Das fühlt sich gut an.“

Hier bei uns stehen die LOSTPROPHETS hingegen vor der „Herausforderung“ harter Basisarbeit: „Natürlich sind wir in Deutschland noch nicht wirklich bekannt, aber das liegt nicht zuletzt auch daran, dass wir bislang viel zu wenig Präsenz gezeigt haben. Die Leute müssen schließlich erst Notiz von dir nehmen, um dich schätzen zu lernen. Das Highlight bislang war sicherlich die Tour im letzten Jahr, die für uns richtig gut lief. Natürlich haben wir auch vorher schon hier und da eine Show gespielt, aber es liegt noch viel Arbeit vor uns, das ist klar. Bislang war es uns jedoch einfach noch nicht möglich, so intensiv zu touren, wie wir es gerne getan hätten. Es liegt an uns, ihre Herzen der deutschen Rock-Fans anzusprechen. Im UK touren wir seit drei Jahren kontinuierlich und haben uns so eine große und treue Fanbasis aufgebaut. Langsam ist es an der Zeit, über die Landesgrenzen hinaus zu gehen, denn inzwischen kennt uns zuhause fast jeder. Das liegt aber nicht daran, dass die Medien uns groß gepusht hätten, oder wir einfach nur trendy den richtigen Style geboten haben. Wir sind den beschwerlichen, langen Weg über unzählige Shows gegangen, und es ist mir wichtig, dass die Leute das wissen. Denn es ist uns wichtig, als Band lange bestehen


zu können und immer wieder volle Konzerte zu spielen. Dafür muss man sich langsam aber beständig entwickeln. Anders ginge es gar nicht, denn Hypes sind schnell wieder vorbei. Eine Band muss Substanz vorweisen können, um anhaltend Erfolg zu haben. Danach streben wir und das entspricht genau unserer Einstellung. Wir wollen hart arbeiten und so Erfolg haben.“

Bei ihrer Entwicklung profitieren die LOSTPROPHETS davon, dass sie musikalisch sehr breit aufgestellt sind: „Es ist schon witzig, wie uns die Leute über die Zeit unseres Bestehens klassifizieren wollten. Wenn ich es selbst tun muss, wähle ich immer auch sehr allgemeine Begriffe, aber wir waren schon alles, gerade was Vergleiche angeht. Das ist gerade für uns witzig. Auch mit der neuen Platte ist es so. Sie ist sicherlich nicht so poppig wie es die der Arctic Monkeys ist und auch nicht so rockig wie Franz Ferdinant, denn es gibt auch deutlich härtere Stellen und auch etwas Metal. Das kombinieren wir mit einem zwanglosen Pop-Touch im Sinne von The Police oder The Clash. Gerade The Clash haben einige der besten Chöre überhaupt geschrieben und sind so etwas wie unsere Idole. Oder auch Green Day, die die Herzen der harten Rock-Fans überall auf der Welt erreichen. Wir streben danach, ein europäisches Gegenstück zu werden, was die Wertschätzung bei den Fans anbelangt und hoffen auf einen ähnlich starken Support durch die Leute.“

Mit “Liberation Transmission“ ist die Haltung, aus der heraus die Musiker agieren, deutlicher denn je. Jeder einzelne Songs scheint ausschließlich auf seinen Refrain hin ausgerichtet zu sein, während TV-/Radio-Kompatibilität die Kontrollgröße für gute Songs gewesen sein muss. Und es funktioniert fantastisch! Die Platte ist fast beängstigend eingängig, hitverdächtig und darüber hinaus auch noch weitaus substanzhaltiger, als es auf den ersten Blick hin den Anschein hat:

„Wir haben Pop von Anfang an als wichtiges und nützliches Stilmerkmal verstanden und eingesetzt und natürlich in unseren Sound eingebunden. Mit der Zeit sind wir als Songwriter gereift und die Songs wurden herrlich eingängig und unterhaltsam. Die harten Gitarren-Riffs sind uns dennoch ebenso wichtig, gerade zwischen beidem entstehen verdammt variable Songs. Man hat so vielfältige Möglichkeiten und kann sich immer wieder neu fordern. Viele Bands, auch wir, verschließen sich bisweilen davor, sich einfach mal gehen zu lassen, du wir versuchten das mit der neuen Platte. Was dir natürlich in den Sinn kommt, kann nicht falsch sein.“

 
 Links:
  myspace.com/lostprophets
 
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