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Anticops

Interview von: arne mit Anticops, am: 26.06.2006 ]

‚Namedropping’ haben die ordentlich etablierten ANTICOPS aus Berlin doch eigentlich gar nicht mehr nötig!? Und doch ‚batscht’ da ein unübersehbarer Sticker auf dem Cover ihres zweiten Longplayers “In The Eyes Of A Dying Man“, der über Gastauftritte von Agnostic Front’s Roger Miret und Barney Napalm Death berichtet. Immerhin sind diese beiden Szene-Ikonen handverlesen und auf den Bandsound zugeschnitten, insofern ‚würdige’ Zugaben, die eine auch sonst schon überzeugende Platte veredeln. Im ersten Moment überrascht die brachiale Schwere und Aggressivität der ANTICOPS, denn derart metallisch hatte man sie nicht im Gedächtnis.

 

Musicscan: Was hat sich bei den Anticops nach dem Release von „Everybody bleeds tonight“ getan gehabt? So richtig in den Live-Support konntet Ihr ja wohl nicht gehen, weil es da wieder personelle Schwierigkeiten gab….

Anticops: Ja das ist richtig, nach den Aufnahmen zu "Everybody bleeds Tonight" entschloss Ille (dr.) die Band aus zeitlichen Gründen zu verlassen, also wurde ein neuer Trommler gesucht. Boris (ex Disrespect) übernahm diesen Part, musste aber ebenfalls nach nem guten Jahr aus Zeitmangel das Feld räumen. Das alte Trommlerproblem bestand also erneut. Naja und es ist halt leider ziemlich unmöglich kontinuierlich Shows zu spielen wenn man mit diesen Problemen zu kämpfen hat.

Musicscan: Haben die Anticops heute ein festes Line-Up, und geht es nun auch live richtig los? Wie heiß seid Ihr, und wie wollt Ihr den Bandnamen noch stärker unter die Leutebekommen?

Anticops: Nach intensiver Suche konnten wir Robert (ex SelfConquest) für den Trommlerposten gewinnen, das Line-up Problem ist also gelöst, somit konnten wir wieder mehr Spielen (u.a. Unity Tour) und das Songwriting für "In The Eyes Of..." fortsetzen... Wir wollen einfach soviel wie möglich spielen, rumkommen und Leute treffen, das ist einfach der Beste weg um den Leuten die eigene Musik ans Herz zu legen. Dabei ist es natürlich hilfreich wenn man die Möglichkeit bekommt bei einer größeren Band als Support mitzufahren, so erreicht man einfach viel mehr neue Kids...

Musicscan: Was lässt sich generell zum Feedback auf „Everybody…“ sagen? Was ich gelesen hatte, war durchweg positiv, aber gab es eventuell auch kritische Ansatzpunkte, die Ihr für die neue Platte berücksichtigt habt?

Anticops: Also im Grossen und Ganzen war die Resonanz ziemlich positiv. Es gab natürlich auch ein paar kritische Bemerkungen die für uns wichtig waren. Da es unser erstes Album war konnten wir selbst auch nicht davon ausgehen das alles perfekt sein würde, wir konnten Erfahrungen sammeln- es war ein guter Startschuss und ein Zeichen das mit uns zu rechnen ist.

Musicscan: Mit „In the eyes of the dying man“ ist jetzt der neue Longplayer draußen. Gab es im Vergleich zur letzten Platte Sachen, die Ihr bewusst verbessert oder anders gemacht habt?

Anticops: Definitiv, wir haben großen Wert auf das Songwriting gesetzt, auf Abwechslung und auf eine gewisse tightness. Wir wollten für uns Songs machen die sich untereinander abheben und im Ohr bleiben, welche eben deutlich kraftvoller und härter sein sollten als die Stücke auf EBT. Außerdem sollte der Sound fetter und wuchtiger werden. Wichtig war uns auch der Gesang - sprich Schlagwörter und Backups ohne Ende. Kurz gesagt wir wollten ne ordentliche Hc-Platte machen...

Musicscan: Was gibt es zur Entstehung der Platte zu wissen? Wie lange habt Ihr an den Songs gewerkelt, und was war Euch beim Songwriting wichtig?

Anticops: Alles in allem haben wir ca. 1Jahr an den Songs geschrieben, wobei dies auch mehr in Phasen geschehen ist - also Stück für Stück. Dann ging es zu Micha ins Studio wo wir in einzelnen Etappen alles eingespielt haben, was insgesamt ca.3 Wochen gedauert hat. Danach ging es zum Mixen in die Kohlekellerstudios( u.a. Crematory, Final Prayer), dort hat uns Kohle den Sound verpasst den wir uns gewünscht haben- es war einfach saucool mit diesem Mann zu arbeiten. Man muss ihm nicht erst mit Händen und Füssen erklären welchen Sound man haben will, wenige Worte reichen aus, und das Resultat stimmt -Top Man!!!

Musicscan: Mein Gefühl nach dem ersten Hören der Platte, aber auch jetzt noch, war, dass die Stücke noch tighter undstraighter sind. Stimmt Ihr zu?

Anticops: Das ist schön dass Dir das auffällt. Wir haben beim Rekorden der drums zum ersten mit Klicks (sprich Metronom) gearbeitet, was natürlich massig Zeit und Nerven spart weil ungewollte Temposchwankungen wegfallen. Außerdem haben wir auf krasse Tempowechsel verzichtet um eben einen gewissen Grundgroove beizubehalten. Dies wirkt wahrscheinlich im Vergleich zu manch einer anderen Combo sehr einfach/simpel aber ich denke dass es live umso besser funktioniert.

Musicscan: Wenn Ihr die Anticops und Eure Songs knapp auf den Punkt bringt, was gibt’s dann zu sagen?

Anticops: This is Hardcore!

Musicscan: Ihr kommt mit Berlin ja auch aus einer Großstadt, die New York nicht soo unähnlich sein soll, was man so hört, und spielt brachialen metallischen Hardcore New Yorker Prägung. Was halten denn die prominenten Gäste der Platte vom Sound der Anticops, und wie habt Ihr die Jungs für die Features gewonnen?

Anticops: Na ja sie waren begeistert von dem was wir machen, sonst hätten sie wahrscheinlich eher milde gelächelt... Eigentlich läuft Alles ganz unspektakulär ab. Man spielt den Jungs die aktuelle Platte vor, man fragt ob sie Bock drauf haben, man sieht zu das dann alles in den zeitlichen Rahmen passt (Recording-technisch) , sie kommen vorbei, trinken Bier, singen Ihre Zeilen und kassieren 1500000€ na ja das ist eigentlich alles. Danke an Dannyboy!!!

Musicscan: Irgendeine Idee, warum die besten und geilsten Bands im NY-geprägten Hardcore immer aus Großstädten kommen?

Anticops: Ist das so? Keine Ahnung - wahrscheinlich ist das Leben auf der Strasse viel härter - haha (andererseits dürfte es dann auch keine Großstadt -emo- Band geben) Nee im ernst glaube ich das man die typische 3-Klassengesellschaft halt eher in Großstädten findet, und Hardcore ist nun mal eng verbunden mit sozialen Ungleichheiten etc... Wahrscheinlich wirkt dann alles ein bissel authentischer - kein Plan- finde es auch eher merkwürdig wenn irgendein Bengel über das harte Leben auf der Strasse singt und sich danach in Mamas -Einfamilienhäuschen zurückzieht...

Musicscan: Berlin scheint mit Bands wie Final Prayer, Shortage, Alithia, Never Put Aside usw. derzeit Hardcore-technisch wieder recht aktiv zu sein. Was sollte man Eurer Meinung nach über die derzeitige Szene der Hauptstadt wissen, und wie seht Ihr Euch in dieser positioniert?

Anticops: Zu Unserer Position- also Fakt ist dass wir definitiv keine "Everybodys-Darling-Band" sind - zu direkt, zu prollig, zu ehrlich...was auch immer, aber ganz ehrlich wir scheißen drauf... Also eigentlich kann man sich über die Szene an sich nicht beschweren, die Masse ist breit und der Kern hart ;) Es gibt wirklich viele gute Leute die seit Jahren auf alle Trends scheißen und Ihr Ding durchziehen- einfach wissen worum es geht. Andererseits gibt’s auch die Leute wo mir die Kotze hochkommt. Uns geht es einfach nicht darum die neusten Shirts und Platten zu besitzen, es geht nicht darum seine Meinung in irgendwelchen scheiss Boards zu posten - sich andauernd über Andere zu stellen ohne selbst jemals was Eigenes auf die Beine gestellt zu haben...und verdammt es geht auch nicht darum der stylischte Dancer zu sein! Berlin hat einfach in den letzten Jahren so viele neue - richtig gute Bands gewonnen und hervorgebracht das es wirklich Spaß macht. Allein die Anzahl der Berlin-Outputs Anfang 06, zeigt einfach das in Berlin wieder einiges geht und vor allem einiges gehen wird - checkt die neue FinalPrayer!

Musicscan: Wie lief eigentlich die Record Release Show? Welche Erfahrungen/Eindrücke habt Ihr von dem Abend mitgenommen?

Anticops: Es war für uns ein wirklich guter Abend, zu sehen das so viele Bekannte und Unbekannte da waren um mit uns zu feiern u.s.w.! Was uns allerdings überrascht hat waren die vielen Gesichter diverser Berliner Bands - danke auf diesem Wege( Alithia,Shortage, Never Put Aside, Prohibited, Final Prayer, Make It Count, H8Edge, Karras, Battle Royal, Jaylan)! Und nicht zuletzt ein dickes Danke an Hermann +TWH-Crew, David+Coretexcrew und meine Eltern!!!

Musicscan: Kurz und knapp: Warum sollte man sich„In the eyes of the dying man“ zulegen oder Euch mal live antesten?

Anticops: Wir denken dass die Platte richtig gut geworden ist, also checkt das Teil definitiv mal aus, und nutzt die Chance wenn wir in Eurer Nähe zum Tanz aufspielen – aktuelle Dates findet Ihr auf unsere Page www.anticops.com oder www.myspace.com/anticops Vielen Dank Euer Interesse und das coole Interview!

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 Links:
  anticops.com
 
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