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Misery Speaks

Interview von: Janick Schlee mit Janosch Rathner, am: 13.06.2006 ]

Der deutsche Underground spuckt immer wieder Eigengewächse aus, die aus dem Stand sehr starke Werke vorlegen. Ebenso verhält es sich im Falle von MISERY SPEAKS, der Fünfer aus Münster legt mit dem schlicht selbstbetiteltem Album ihr erstes Lebenszeichen in der fünfjährigen Bandhistorie vor, welches von Death Metal Legende Dan Swanö Höchstselbst veredelt wurde. Die Jungs geben sich hierbei voll und ganz dem Death Metal hin und peppen diesen mit schmissigen wie guten Melodien auf. Der Sound wird schließlich mit thrashigen Einschüben und einigen Breakdowns komplettiert.

 

Musicscan: Wie liefen die letzten Wochen im Hause MISERY SPEAKS ab, was habt ihr aktuell so getrieben?

Misery Speaks: Die letzten Wochen waren schon sehr aufregend für uns. Die ersten Reviews flattern bei uns rein und wir sind natürlich super glücklich, das die Platte so gut ankommt. Des weiteren kommen jetzt auch vermehrt Konzertanfragen, was sich aber hoffentlich nach dem Release noch häuft.

Musicscan: Wie lange habt ihr denn an den Songs für euren Einstand gearbeitet? Wer schreibt bei euch die Songs?

Misery Speaks: 5 der Songs waren ja auch schon auf dem Demo und sind somit schon bis zu 1 3/4 Jahre alt. Aber die anderen Songs haben wir im Prinzip erst dann geschrieben als das mit dem Deal sicher war. Aber wir hatten so viele Hummeln im Arsch, das die Zeit bis zum Studio super produktiv war. Die Songs schreiben in der Regel die beiden Gitarristen und ich in unserem Proberaum, aber mit unserem neuen Bassisten haben wir uns noch einen weiteren kreativen Kopf in die Band geholt.

Musicscan: Ihr habt zwar in Eigenregie bereits ein Album veröffentlicht, seht ihr in diesem Zusammenhang das kommende Album als das eigentliche Debüt oder ist es schon Album Nr.2?

Misery Speaks: Also wir sehen das neue Album schon als unser Debut an. Zum einen weil es das erste auf nem richtigen Label ist und zum anderen sind wir auch zum ersten Mal 100% zufrieden und stehen auch absolut hinter den Songs.

Musicscan: Habt ihr bei den Aufnahmen eine Drucksituation verspürt ein besonders gelungenes Album zu schreiben, da es nun auch deutlich mehr Menschen erreichen wird?

Misery Speaks: Natürlich setzt man sich selber immer etwas unter Druck aber wir waren mit der ganzen Entwicklung der Songs so zufrieden, das zumindest für uns klar war das wir das bisher beste Material unsere Laufbahn geschrieben haben. Wir hoffen natürlich auch, das das die Metalheads da draußen genau so sehen. hehe

Musicscan: Auf "Misery Speaks" befinden sich auch alle Songs eures Demos aus 2005, habt ihr die Songs noch mal überarbeitet bzw. umarrangiert oder einfach nur neu eingespielt?

Misery Speaks: Ne, also die Songs sind im Prinzip noch genau so wie auch auf dem Demo, nur im wesentlich fetterem Soundgewand. Wir fanden sie alle auch nach einem Jahr noch stark genug und somit war für uns klar das sie auch so aufs Album sollen .

Musicscan: Wie wichtig ist es für euch eine so coole und relaxte Nummer wie "All Broken Bones" auf dem Album zu haben oder soll damit nur eure Vielseitigkeit demonstriert werden?

Misery Speaks: Also eigentlich wollten wir dem Hörer etwas Entspannung gönnen. Nach einer dreiviertel Stunde aufs Maul wird er dann sanft entlassen hehe. Deshalb auch der Titel "All Bones Broken". Ausserdem stehen wir alle auf diese Katatonia und Isis Melodien und somit wollten wir einen Song in der Richtung aufs Album packen.

Musicscan: Was steckt eigentlich hinter eurem Bandnamen, gibt es dazu vielleicht eine Geschichte oder klingt er einfach nur gut?

Misery Speaks: Ich muss gestehen das er nichts besonderes bedeutet sondern einfach damals cool klang.

Musicscan: Seid ihr vor MISERY SPEAKS bereits in anderen Bands aktiv gewesen?

Misery Speaks: Wir waren alle vorher schon in kleinen Metalcombos unterwegs aber nichts von Bedeutung. Misery Speaks gibt es ja jetzt auch imerhin schon 5-6 Jahre. Aber wir spielen alle noch nebenher in anderen Bands. Martin spielt noch bei Steel Death (Thrashmetal), Stephan bei Rocket Chief (Stoner Rock n Roll) und Flo und ich haben nebenher noch ne Instrumental Band (so Richtung Red Sparrowes etc.). Aber Misery Speaks hat für alle schon 100% Priorität.

Musicscan: Ihr habt bereits das letzt jährige Demo im Rape Of Harmonies aufgenommen, war es für euch nur ein logischer Schritt dort wieder aufzunehmen oder hattet ihr auch andere Studios im Hinterkopf?

Misery Speaks: Wir wollten auf jeden Fall wieder ins Rape, weil wir mit der Arbeit vom Team da super zufrieden waren. Uns war aber klar das Album wo anders mixen und mastern zu lassen.

Musicscan: Man hört im Bezug auf das RoH immer wieder welch wichtigen Stellenwert die Crew im Aufnahme-Prozess einnimmt. War es bei euch auch der Fall und wie wichtig ist dieser "Rape Of Harmonies-Vibe"?

Misery Speaks: Beim Demo war es enorm wichtig, weil die uns da sehr in den Hintern getreten haben. Als wir für die Aufnahmen zum Album dort waren, kannten wir das alles schon aber gerade beim Gesang hat uns Ali schon sehr unterstützt.

Musicscan: Ihr konntet für den Mix Death Metal Legende Dan Swanö gewinnen, wie kam es zu diesem Entschluss bzw. zum Kontakt?

Misery Speaks: Also für uns war klar, das wir uns auch soundtechnisch von dem ganzen Metalcore Einheitsbrei abheben müssen. Nichts gegen die Arbeit von Hansen, Madsen und co. aber es klingt einfach alles zu gleich und als "neue" Band ist es wichtig anders zu klingen. Wir wollten einen Old School Death Metal Sound in modernen Gewand. Wir haben Dan, dann über Jan der für uns das Management macht, ein Demo zukommen lassen. Er war unser absoluter Wunschkandidat, aber wir wussten auch das er nur noch sehr wenig macht und wenn muss es ihm schon sehr gefallen. Aber er sagte zu und wir sind mehr als zufrieden. Dan ist einfach ein Typ der das aus Leidenschaft macht, und das hört man auch an seinem Sound.

Musicscan: Welche Bands würdet ihr als prägend für euren Sound bezeichnen?

Misery Speaks: Da gibt es viele. Natürlich Sachen wie At the Gates und Co. aber auch alte Sachen wie Unanimated , Edge of Sanity und Thrash Sachen wie Pantera, The Haunted und Hatesphere.

Musicscan: Ich könnte mir vorstellen, dass Edge Of Sanity zu einer Inspirationsquellen für euren Sound gehören, wie fühlt es sich an von Dan Swanö so gelobt zu werden? Macht diese und andere positiven Äußerungen euch stolz und in weit kann so etwas auch eine Art von Druck erzeugen?

Misery Speaks: Wie schon gesagt ein größeres Lob kann man nicht bekommen. Von so einer Legende gemischt zu werden ist halt ein ganz besonderes Privileg und das macht uns schon stolz. Aber Druck entsteht dadurch nicht wirklich, wir wussten ja das er den Sound mag und somit konnten wir da recht befreit arbeiten.

Musicscan: Wie kam es zum Kontakt/Deal mit Alveran Records?

Misery Speaks: Wir haben denen ein Demo von uns zugeschickt und bekamen zunächst mal eine Absage. Aber im Herbst letzten Jahres haben sie nochmals richtig reingehört und waren letztendlich doch interessiert. Für uns war es auch eine gute Entscheidung. Alveran ist ein aufstrebendes Label und sie haben momentan eigentlich keine Band, die so klingen wie wir. Sie machen bisher auch echt nen super Job.

Musicscan: Neben der augenscheinlichen Brutalität und dem steten nach vorne losgehenden Ausrichtung der Songs finden immer wieder cool klingende melodische Parts ihren Weg in euren Sound, wie wichtig ist es euch diese melodische Komponente zu integrieren?

Misery Speaks: Das ist uns genauso wichtig wie die Brutalität der Songs. Ich denke, dass genau dieser Mittelweg unser Ding ist.

Musicscan: Außerdem habt ihr ein sehr variables Songwriting und verharrt nicht in einem bestimmten Muster, wie wichtig sind euch diese abwechslungsreichen Songstrukturen und dienen sie vielleicht auch dazu sich von anderen Bands, die einen ähnlichen Musik-Stil fahren, besser absetzen zu können?

Misery Speaks: Wir machen uns eigentlich keine großartigen Gedanken darüber. Wir schreiben die Songs so wie sie uns gefallen und wir denken das sie cool arrangiert sind. Aber du hast schon recht man muss heutzutage versuchen ein bisschen anders zu klingen (soweit das überhaupt möglich ist) um nicht als weitere Metalcore Band abgespeist zu werden. Aber ich denke davon werden auch wir nicht verschont. Da kann man 10 mal darauf hinweisen das wir eine Death Metal Band sind . hehe

Musicscan: Ich würde euren Sound als melodischen Death Metal mit Thrash-Einschüben bezeichnen. Wie würdet ihr euren Sound selbst beschreiben und wo seht ihr euch als MISERY SPEAKS positioniert?

Misery Speaks: Damit triffst du es relativ genau. So würde ich unseren Sound auch beschreiben. Ich hoffe das wir mit dem Sound die Metalheads, als auch die Metalcore Kids begeistern können. Ich glaube auch, das dass der einzigste Weg ist den Metalcore Boom zu überleben. Die metallischsten Bands wird es auch noch weiterhin geben, da bin ich mir sicher.

Musicscan: Ihr seid ja eine recht aktive Live-Band, wie wichtig sind euch diese Live-Auftritte? Außerdem sind sie der beste Weg sich eine loyale Anhängerschaft zu erspielen.

Misery Speaks: Live spielen ist neben dem Schreiben der Songs das wichtigste und auch der Grund warum wir das alles machen. Es gibt einfach nichts geileres als auf der Bühne zu stehen und mit den Leuten Spaß zu haben. So bekommt man dann auch ne loyale Anhängerschaft das stimmt.

Musicscan: Das letzte Statement gehört euch, was wollt ihr noch unbedingt los werden?

Misery Speaks: Checkt unsere Debut Platte "Misery Speaks" , stay heavy and keep it fucking brutal.

 
 Links:
  http://www.miseryspeaks.com
  http://www.alveranrecords.com
 
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