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Knut

Storie von: arne, am 03.06.2002 ]

Neben Nostromo und Shora hat Genf in Sachen brachialer Hardcore-Musik noch ein anderes, sehr schweres Eisen im Feuer: KNUT.
Gerade ist mit "Challenger" der zweite Longplayer der Schweizer auf Chrome Saint Magnus/Hydra Head erschienen.

 
Nicht nur die beiden Labelnamen lassen aufhorchen. Auch der Bandname, denn KNUT haben sich in den letzten Jahren einen ansehnlichen Ruf erarbeitet. Mitreißende, intensive Live-Shows (Touren mit Botch, Ananda, Systral, Converge und Neurosis) und zwei hervorragende Veröffentlichungen verhalfen KNUT schnell zu einer Ausnahmestellung im europäischen Hardcore.

1994 gegründet, erschien 1997 eine selbstbetitelte MCD auf dem bandeigenen Snuff Records. Bereits ein Jahr später folgte der Debüt-Longplayer "Bastardiser", der insgesamt dreimal veröffentlicht wurde. Widerrum Snuff verbuchte die Erstpressung. Ein Jahr später folgte ein Vinyl-Re-Release mit neuem Artwork auf Chrome Saint Magnus. Hydra Head legte schließlich 2001 die CD-Version für den amerikanischen Markt vor. Das Interesse am Genfer Quartett wuchs stetig und damit zugleich auch die Erwartungen an das Zweitwerk der Band.

Und "Challenger" ist ein wahres Klangmonster geworden und ein ebensolches Meisterwerk, wie es die letzte Breach- Platte "Kollapse" ist. Die Digi-Pack-Gestaltung ist vergleichbar minimalistisch (Isis' Aaron Turner zeichnet verantwortlich) und die Musik selbst ebenso überwältigend schön. KNUT werden häufig mit dem Term Metalcore bedacht, doch diese Bezeichnung wird den Schweizern nicht gerecht, denn sie reicht zu kurz. Brachial-Noise-Core trifft es besser. Jenseits gängiger Klischees zelebrieren die Schweizer ein wahres Sound-Inferno, das seinen Hörer gnadenlos aufputscht und nicht wieder zur Ruhe kommen lässt.

Drummer Roderic reflektierte im Gespräch die Entwicklung von KNUT und stellte die Vorzüge das eigenen Zweitwerkes heraus:

"Unser Sound ist mit der Zeit deutlich persönlicher und definierter geworden; gleichzeitig aber auch brutaler, rauer und natürlicher. Noch immer

lieben wir es zu experimentieren. Es finden sich heute mehr sich wiederholende Passagen, denn wir denken, das ergänzt die chaotischen, brutalen Metal-Parts unserer Musik. "Challenger" ist unser bisher vollendetes Werk. Natürlich gibt es immer Sachen, die man später gerne ändern würde, aber wir fast erreicht, was wir vor den Aufnahmen im Sinn hatten. Eigentlich wollten wir im Studio vor allem handwerklich als Musiker einen möglichst guten Job hinlegen, doch als wir immer weiter experimentierten und Gefallen an der Richtung, in die wir uns bewegten, fanden, änderte sich unser Sound stark. Seit "Bastardiser" haben wir einen geradlinigeren Anspruch. Das hört man bereits auf der Compilation-CD, die letzten Sommer auf Hydra Head erschien. Unsere neue Scheibe wird mit Converge, Botch und Isis verglichen und auch, wenn wir ähnliche Einflüsse haben, hört man doch unseren eigenen Anspruch sehr deutlich heraus."

Die eigene Kreativität puschen die Musiker nach Sänger Didier damit, sich nicht von Mittelmäßigkeit und Imitation anderer heimsuchen zu lassen. Die vier Schweizer orientieren sich vor allem am eigenen Leben und sind trotz des Erfolges sehr bescheiden geblieben:

"Ich habe eigentlich noch nie wirklich darüber nachgedacht, ob wir Anerkennung verdienen. Natürlich spielen wir Musik und wollen nicht nur im eigenen Keller bleiben. Man kann unsere Sachen inzwischen einfacher bekommen und das heißt, dass interessierte und geistig-verwandte Leute Zugang zu unserer Musik finden können. Das ist wichtig. Es ermöglicht uns auf Tour gehen zu können und viele Leute zu treffen. Es ist immer schön von Gleichgesinnten Respekt zu ernten und auch von Leuten, die dich seit Jahren begleiten. Solche Personen möchte man nicht enttäuschen. Mehr will ich gar nicht erreichen."
 
 Links:
  Knut- Bandpage
  Chrome Saint Magnus- Labelsite
 
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