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Gadget

Storie von: arne, am 07.06.2006 ]

Die schwedischen GADGET melden sich mit ihrem zweiten Longplayer “The Funeral March“ zurück. 2001 setze die Band ihre erste ‚Duftmarke’ mittels einer Split 7 Inch mit Exhumed, der ein Beitrag zum “Swedish Assault“ von Relapse folgte, bevor man schließlich mit “Remote“ über dasselbe Label das eigene Debüt vorlegte. GADGET waren spätestens mit diesem ersten Album auf der Grindcore-Landkarte zwischen Nasum (natürlich!), Rotten Sound, Pig Destroyer und vielleicht auch Looking For An Answer platziert. Nun legt man nach und behält das eigene Tempo- und ‚Beiwerk-orientierte’ Grind-Programm bei.

 
Denn die Schweden fahren keinesfalls Blastparts zum Selbstzweck auf. GADGET stellen vielmehr unter Beweis, dass auch im schnelleren Grind-Bereich hinsichtlich des Songwritings Abwechslung möglich ist, die über das Variieren der Geschwindigkeit der Blasts hinaus geht. Drummer, Gitarrist und Shouter William Blackmon nimmt diese Einschätzung hoch erfreut sowie dankbar entgegen und erläutert zum Anspruch GADGETs folgendes:

„Zum Ausgangspunkt der Arbeit an der neuen Platte sollte man wissen, dass wir mit der Produktion und dem Sound von “Remote” sehr unzufrieden gewesen sind und auch damit, wie wir uns selbst auf der Platte präsentiert haben. Wir waren damals im Studio einfach viel zu unkonzentriert und die Produktion klingt schlichtweg nicht gut. Außerdem wollten wir eigentlich weitaus atmosphärischer und dunkler klingen, doch das war uns nicht gelungen. Natürlich sind wir selbst unsere größten Kritiker, aber die Platte war einfach nicht das, was wir uns erhofft hatten. All unsere Fehler wollten wir mit “The Funeral March“ nicht wiederholen. Sowohl hinsichtlich der Lyrics als auch der Musik und ihrer Produktion wollten wir eine deutliche Steigerung hinlegen. Zudem sollte das neue Album stimmiger als “Remote“ ausfallen und mehr Substanz vorweisen. Zwar hatten wir bereits auf unserem Debüt unterschiedliche Musikstile vermengt, doch wirklich offensichtlich ist dies nicht gewesen. Auf “The Funeral March“ kommen unsere vielfältigen Einflüsse deutlich besser zur Geltung, wobei wir davon profitieren, dass die Songs diesmal hintereinander in recht kurzer Zeit und nicht erneut über einen langen Zeitraum hinweg entstanden sind. So ist es ein in sich stimmiges Album und nicht nur eine Ansammlung einzelner Tracks.“

Wobei die Platte rein vom Gefühl her weitaus ‚grooviger’ als der Vorgänger sowie etwas weniger offensiv und aggressionsorientiert wirkt: „Zustimmen kann ich dir hier nur bedingt, auch wenn ich durchaus nachvollziehen kann, woher dein Empfinden resultiert. Grundlegend haben wie diesmal weitaus häufiger mit Harmonien gearbeitet. Nicht, dass unserer Songs wirklich melodisch ausgefallen sind, aber die Stücke sind durchweg vielschichtiger und sicherlich auch einen Tick eingängiger geworden. Als Band haben wir keinerlei Berührungsängste mit Stilelementen, die nicht Grind sind. Das wird auf “The Funeral March“ schnell deutlich, doch trotz diverser Einflüsse liegt dem Songwriting von GADGET


der Anspruch zugrunde, immer möglichst Grind-ig klingen.“

Das tun die Schweden ja auch, sind sie doch ohne den geringsten Zweifel eine Grindcore-Kombo. Auffällig ist dennoch, dass die Songs zur gleichen Zeit brutal und für die Hörer nachvollziehbar angelegt sind: „Unbedingt, und das ist für jede Art von Musik sehr wichtig. Es ist ein direktes Ergebnis der Art und Weise, wie wir heute unsere Songs schreiben. Es fehlte uns in der Vergangenheit noch daran, dass Hörer zu unseren Stücken schnellen Zugang finden konnten, aber heute scheuen wir uns nicht davor, breiter aufgestellt zu sein und unsere vielfältigen Einflüsse zuzulassen. Hinzu kommt, dass wir hart an der Produktion gearbeitet haben und schon vorher eine genaue Vorstellung hatten, wie das Album klingen sollte. Das haben wir umgesetzt, wobei gerade solche kleine Sachen wie X-Fades, Intros und Outros einen großen Unterschied bewirken können.“

...die noch dazu entscheidend auf einen eigenen „GADGET-Sound“ hinarbeiten: „Ob wir mit “The Funeral March” bereits einen eigenen Sound manifestieren konnten, müssen die Hörer entscheiden.“ zeigt sich William bescheiden: „In jedem Fall haben wir den Weg gefunden, in dem wir auch fortan unsere Songs schreiben und aufnehmen werden. Ich denke aber schon, dass kleine Trademarks vorhanden sind, die das Album nach GADGET klingen lassen. Ich bin positiv gestimmt, dass wir das zukünftig ausbauen werden, denn schon jetzt haben wir viele neue Ideen und Einflüsse, die neue Songs wiederspiegeln werden. Schließlich muss es stetig vorangehen, denn nichts ist langweiliger, als sich zu wiederholen.“

Hinsichtlich der thematischen Aufstellung von “The Funeral March“ zeigt man sich nach persönlichen Tiefschlägen jedoch sehr destruktiv eingestellt: „Die letzten Jahre über hatte ich eine schwere Zeit. Viele meiner Erlebnisse und Schicksalsschläge haben Eingang in das Album gefunden oder mich erst zum Schreiben von Musik und Texten angeregt. Grundlegend habe ich große Schwierigkeiten damit, die heutige Zeit sowie das Leben im Ganzen zu akzeptieren oder gar nachzuvollziehen. Viele der Menschen, die ich liebe, sind gestorben oder stehen kurz davor. Dazu gesellt sich das latente Gefühl, dass die Welt oder wenigstens unsere Zivilisation vor ihrem Ende steht und untergehen wird. Der Titel den neuen Albums drückt meine Empfindungen aus, wie die Texte widerspiegeln, welche Gedanken mir durch den Kopf gehen.“

 
 Links:
  gadgetgrindcore.com
 
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