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Dead To Fall

Storie von: Jan, am 01.06.2006 ]

DEAD TO FALL aus Chicago haben eine Vision: rettet den Metal! So klingt ihr neues Vinctory-Album “The Phonix Throne” auf jeden Fall. Spielerisch versiert und kompositorisch auf durchaus hohem Niveau, lotst die Band ihrer Hörer durch einen schwergewichtigen Kosmos, der mehr zu bieten hat, als nur die genreüblichen Standards.

 
Doch ich will ehrlich sein, als ich “The Phoenix Throne“ aus dem Briefkasten gefischt habe, dachte ich zunächst: „Metalcore, Paul A. Romano-Artwork, alles klar…“ Im heimischen CD-Player verschwunden, blieb auch die auditive „Überraschung“ erst einmal aus. Beim zweiten oder dritten Hören zur Vorbereitung eines Interviews mit DEAD TO FALL und konzentriertem Zuhören hat es dann später aber doch „klick“ gemacht. Wirklich gut arrangierte Songs, modern produzierte Soundkaskaden, ja sogar Chöre finden ihren Platz auf einem Album, dass für die Band zumindest in den USA den nächsten Schritt auf der Karriereleiter bedeuten und den Musikern auf Dauer ihr „Metalcore-Stigmata“ nehmen sollte.

Im Laufe der letzten Jahre drehte sich DEAD TO FALLs Personalkarussell allerdings gewaltig, so dass immer wieder Gerüchte über das Ende der Band aufkamen. Gitarrist Logan Kelly und der „neue“ Drummer Tim Java zeigen sich auskunftsfreudig: „Es wurde auf der letzten Tour viel darüber gesprochen, das stimmt.“ Gibt Logan zu: „Es gab Momente, in denen fast jeder von uns mit der Band fertig war. Aber wir haben uns zusammengesetzt und uns entschieden weiterzumachen und das zu tun, was wir lieben und das ist die Band.“ Und “The Phoenix Throne“ ist dabei der überzeugende Beleg dafür, dass es funktioniert hat.

„Diese Band steht im Ruf, ständig Mitglieder zu verlieren, aber ich habe auf den letzten Touren gemerkt, dass die Kids trotzdem kommen, um uns zu sehen.“ ergänzt Tim: „Der Name DEAD TO FALL ist mehr wert als die Summe seiner Einzelteile. Ich glaube nicht, dass die meisten Leute wissen, wer mal in der Band war und wie viele Leute eingesprungen sind. Das spielt, so glaube ich, für die Fans keine große Rolle. Diese Band wächst permanent und lässt sich von nichts und niemandem aufhalten. Ich bin noch nicht so lange in der Band, aber all die Tourangebote sind schon überwältigend.“

Nichtsdestotrotz muss es doch aber seltsam sein, wenn die meisten Songs, die man live spielt, von anderen Leuten geschrieben wurden: „Ja, schon.“ Bestätigt Logan: „Es fühlt sich mittlerweile aber irgendwie ganz normal an, und alle Stücke sind uns in Fleisch und Blut übergegangen. Jetzt kann ich live auch wie die Hölle posen, ohne mich zu verspielen, haha. Aber wenn man ehrlich ist, will man natürlich seinen eigenen Kram spielen, was uns mit dem Material von “The Phonix Throne” nun möglich ist.“

Tim stimmt dem Gesagten


zu: „Wenn man die Songs erst mal drin hat, fängt man an, sie so zu spielen, wie es für einen selbst am Coolsten ist. Selbst die alten Songs fangen dann an, ein wenig nach dir selbst zu klingen. Mir macht es viel mehr Spaß, sie jetzt zu spielen, als zu dem Zeitpunkt, wo ich in die Band kam.“ Gitarrist Logan zeigt sich mit Komplimenten nicht zurückhaltend: „So geht es mir auch, und vor allem ist es cool, mit einem neuen, richtig guten Drummer zu spielen. Gerade unsere neuen Songs sind interessanter und besser gespielt als jemals in der Geschichte von DEAD TO FALL zuvor.“

Die wesentlichen Unterschiede zwischen dem neuen Album “The Phonix Throne” und dessen Vorgänger “Villainy And Virtue“ sind schnell ausgemacht, da offensichtlich. Die Musiker verwenden weitaus mehr Melodien, das Songwriting hat durch eine größere Anzahl beteiligter Personen an Variabilität gewonnen, so dass die Stücke sowohl größere „Dunkelheit“ als auch noch mehr Metal ausstrahlen. “The Phoenix Throne“ glänzt durch tolles Songwriting, gute Arrangements und bringt einfach eine Menge Spaß. Hat man als Hörer erst einmal die anfängliche, reflexhafte Kategorisierung hinter sich gelassen, ist der Platte trotz aller Düsternis eine Menge abzugewinnen. Logan zeigt sich über diese Einschätzung hoch erfreut:

„Ja, sicher, es gibt eine Menge düsteres Zeug auf “The Phoenix Throne“. Es ist auch viel dunkler als seine Vorgänger, aber weshalb dies so ist, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Eigentlich haben wir nur die gleichen Zutaten wie auf unserem letzten Album bemüht. Für mich ist es nach wie vor noch melodischer Metal, auch wenn er diesmal härter und dunkler wirkt. Wir haben einfach ein bisschen mehr experimentiert, würde ich sagen. Tim ist ein echt guter Drummer, also haben wir darauf auch ein bisschen mehr Wert gelegt und viele Feinheiten eingebaut. So finden sich auf “The Phoenix Throne“ tonnenweise schnelle Thrashparts aber eben auch sehr langsame und schleppende Passagen, in Summe einfach mehr Abwechslung“ Tim vervollständigt die Zielabsichten von DEAD TO FALL:

„Wir haben versucht, die Platte für eine noch breitere Hörerschaft zu schreiben, um noch mehr Hörer für uns gewinnen zu können. Der alte Kram war durch die Moshparts einfach noch zu sehr Hardcore. Zwar gibt es immer noch Moshparts, aber die sind intelligenter und geschmackvoller in unseren Sound eingewoben. Es ist heute einfach mehr……Metal!“

 
 Links:
  http://www.deadtofall.com/
  http://www.victoryrecords.com/
 
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