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Cataract

Interview von: arne mit Fedi, am: 29.05.2006 ]

Das Schweizer Quintett CATARACT verfolgt seit Jahren konsequent einen ganz eigenen, markanten Weg zwischen Hardcore und Metal und ist zwingend als gewichtige Konstante innerhalb der europäischen Szene zu werten. Doch trotz vorzeigbarer Erfolge ist den „Stop’n’Mosh-Spezialisten“ bislang nicht der „ganz große Wurf“ gelungen. Mit etwas Glück könnte dies nun “Kingdom“, der zweiten CATARACT-Scheibe für Metal Blade, vorbehalten sein.

 

Musicscan: Wenn man Euren Metal Blade-Einstand "With Triumph Comes Loss" als Ausgang nimmt, was hat sich seither bei Euch getan, über das Du zu unseren Lesern berichten möchtest?

Cataract: Die Reaktionen auf die „Triumph“ CD haben uns ehrlich gesagt sehr überrascht, denn wir haben durch und durch sehr gute Kritiken bekommen. Wir haben viele neue Fans dazu gewonnen, haben aber trotzdem auch alte Fans mit der Scheibe zufrieden stellen können. Zusätzlich ging bei uns live sehr viel ab. Neben d Touren wie der “NoMercy“ Tour 2005, einer Tour mit Maroon sowie eine kleinen Tour mit Amon Amarth im August 05 haben wir letzten Sommer alle größeren Festivals (WFF, Wacken, Fury, Pressure etc.) gespielt und eine Menge anderer Shows dazu! Danach ging’s darum, bis Ende Januar eine neues Album zu kreieren, wozu wir einen Break nahmen, um uns auf die neue Platte zu konzentrieren. Nach der Pre-Produktion im Januar haben wir mehr als zwei Wochen in der Antfarm in Dänemark bei Tue Madsen verbracht. Nun ist es endlich so weit und unser zweites Album auf Metal Blade ist Tatsache. Es war für uns sicherlich die beste Zeit bis anhin, wir haben extrem viele gute Shows gehabt, ein enormes gutes Feedback von Fans & Presse und dennoch eine Menge Spass bei dem Ganzen!

Musicscan: Wie hat das Metal-Publikum auf den Shows auf die Songs von “With Triumph Comes Loss“ reagiert? Ist da eine weitere Annäherung erfolgt bzw. wurden Berührungsängste gegenüber einer „Band aus dem Hardcore“ abgebaut?

Cataract: Ich denke schon, dass wir uns mit unseren Live-Shows in den letzten Jahren sehr gut verkaufen konnten, zumal wir unsere Professionalität und Erfahrung weiter steigern konnten. Vor allem das Junge Publikum ist sehr offen für neue Musikströmungen und hat gemerkt, dass auch eine Band mit kurzen Haaren richtig deftig und intensiv abrocken kann. Ich finde schon, dass sich das Metal-Publikum für unsere Art Musik noch stärker geöffnet hat.

Musicscan: Rein subjektiv betrachtet scheint es von außen, als hätten CATARACT weder im Hardcore noch im Metal so richtig Fuß gefasst, und die Band schwebt zwischen den Stühlen. Wie empfindet Ihr das?

Cataract: Dass wir zwischen den Stühlen schweben, ist richtig und doch nicht. Wir haben immer versucht, unseren Weg zu gehen. Das braucht seine Zeit bis zur Annerkennung in solchen Fällen. Hinzu kommt, dass wir in den letzten Jahren eine wahre Flut an Bands haben, und da wird es für die Fans/Magazine schwierig, sich auf wenige Bands zu konzentrieren, geschweige denn, die wirklich wesentlichen zu pushen. Wir sind jedoch Begründer der europäischen Metal-Influenced Hardcore Welle Mitte Ende der Neunziger, darum wissen wir, wo wir hingehören. Ob wir zu einer „Status-Gruppe“ gehören, kann ich nicht beantworten. Wir sind zufrieden, mit dem, was wir erreicht haben. Das ist mehr, als wir je erträumt hätten. Wir sind seit acht Jahren dieselben Leute/Freunde und gehen durch dick und dünn. Das zählt und nicht ein Status oder Ruhm. Was am Schluss bleibt, ist deine persönliche Erinnerung an eine Zeit, die Dein Leben geprägt hat.

Musicscan: CATARACT werden gemeinhin nach wie vor als MetalCore-Band gehandelt. Wie steht Ihr zu diesem Label?

Cataract: Sicherlich ist Metalcore eines der Unwörter, die in den letzten Jahren aufgebaut wurden. Man muss eben den meisten Leuten und vor allem der Presse einen fassbaren Oberbegriff geben, damit Sie dich irgendwie greifen können und damit umgehen können. Es ist besser, man gibt ihnen diese Schubladen vor, als dass man sie selber „Schubladisieren“ lässt, was sicherlich noch schlimmer werden würde. Wir als Band bezeichnen uns nicht als MetalCore, wir machen die Musik, die wir schon immer machen wollten. Wir spielen harte Musik, und wir lassen uns nicht von irgendwelchen Trends beeinflussen. Wir sind einfach nur CATARACT!

Musicscan: Seid Ihr rückblickend in Eurer Entwicklung, im Metal-Segment Fuß zu fassen, davon zurückgeworfen worden, dass Ihr einerseits über Hardcore-Labels veröffentlicht habt und andererseits auch mit Hardcore-typischen Produktionen angetreten seid? Der „gemeine“ Metal-Fan erwartet ja schon Präzision und Druck, wie sie jetzt erst die letzten Produktionen hatten...

Cataract: Wir sind schon seit jeher bekannt für unsere professionellen Produktionen, vor allem im Hardcore-Bereich, und wir haben auch immer extrem viel Wert darauf gelegt, dass der Sound der Produktion knallt, halt im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten, was nicht immer einfach war. Schlussendlich denke ich, hat sich genau dass, zusammen mit unseren Live Auftritten, positiv auf unsere Entwicklung ausgewirkt. Im Hardcore ist es eher unüblich oder halt nicht machbar, eine gute Produktion hinzukriegen, darum haben wir uns schon damals ein wenig von der Masse unterschieden. Mit Metal Blade im Rücken können wir nun so arbeiten, wie wir uns das immer gewünscht haben. Somit sind wir an einem Punk angelangt, an dem wir beide Lager bedienen können.

Musicscan: Wie schätzt Ihr Eure bisherigen Releases hinsichtlich des Songwritings und ihrem Stellenwert für die musikalische Entwicklung von CATARCT ein?

Cataract: Wir stehen hinter allen Songs, die wir bis heute geschrieben haben, da sie ein Teil unserer Geschichte sind, ohne die wir nie so weit gekommen wären. Die Band, wie auch die Songs und deren Strukturen sind einer ständigen Evolution unterzogen. Durch den Einfluss aller Bandmitglieder und deren verschiedenen Ideen kommt schlussendlich ein Produkt zu Stande, hinter dem alle stehen können. Bei “Kingdom“ haben dieser Prozess und die Erfahrungen in den letzten Jahren dazu geführt, dass wir klarere Strukturen haben als auf unseren vorherigen Releases geschaffen.

Musicscan: Das stimmt, mit “Kingdom“ erscheint eine Platte, die noch offensiver auf fokussierten Metal setzt und dennoch nicht mit Eurem Hardcore-Background bricht, was ein bemerkenswerten Spagat ist. Gab es vor dem eigentlichen Schreiben der Songs „Verständigungsgespräche“, wie es mit CATARACT musikalisch weiter gehen soll, oder ist das Metallischere einfach die Konsequenz der Fortführung Eures bisherigen Weges?

Cataract: Nein, es gab überhaupt keine Absprache, bevor wir die Arbeit angingen. Wie bereits gesagt haben wir in den beiden letzten Jahren nach “Triumph“ extrem viel dazugelernt und sind um einiges reifer geworden. Dies und die Tatsache, dass wir immer noch aus dem Gefühl heraus Musik machen, ergaben dann die logischen Evolution unseres Sounds. Von den ersten Reaktionen habe ich das Gefühl, dass „Kingdom“ irgendwie für die Hardcore-Leute mehr Hardcore ist und für die Metal-Leute mehr Metal, was für uns perfekt ist.

 
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