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Fall Of Serenity

Interview von: Janick Schlee mit John Gahlert & Eddy Langner, am: 20.05.2006 ]

Mit ihrem aktuellen Release "Bloodred Salvation" legen FALL OF SERENITY ihr Debüt für das Chemnitzer Kultlabel Lifeforce Records vor. Die neue Scheibe wird zweifelsohne einen wichtigen Schritt in der Bandhistorie darstellen, denn mit Lifeforce haben sie nun einen starken Partner, um deutlich mehr Leute mit ihrer Musik zu erreichen. Dies fällt umso leichter, weil das aktuelle Langeisen, das beste und stärkste geworden ist! Auf "Bloodred Salvation" zelebriert der Fünfer förmlich seine Version von Death Metal, mit straightem Tempo, melodischen Leads und liebe zum Detail. Das gesamte Werk ist homogener, eingängiger, zudem aber unheimlich tight und abwechslungsreich ausgefallen, was sich bis hin zum Gesang von Fronthüne René Betzold fortsetzt.

 

Musicscan: Zuerst stell dich doch bitte vor und dann den Rest der Band.

Fall Of Serenity: (John) Ja Hi erstmal, mein Name ist John, ich spiele Bass bei FALL OF SERENITY. Die Band an sich existiert schon seit 1998. Damals natürlich noch im anderen Line Up und mit wesentlich weniger Sex-Appeal als heute...Genauer gesagt hat die jetzige Besetzung (Lutz, Eddy, Alex, Renè und ich) erst seit ca. einem Jahr Bestand. Dennoch hat es noch nie so gut funktioniert und wir sind uns sicher jetzt die interne Topbesetzung gefunden zu haben. An der Zeit ist es allemal, schließlich hatten wir in der Vergangenheit so einen Drummerverschleiß, das unsere Proben nur noch zu Castingzwecken genutzt wurden. ;-)

Musicscan: Wie liefen die letzten Wochen im Hause FALL OF SERENITY ab, was habt ihr aktuell so getrieben?

Fall Of Serenity: (John) Neben einer Vielzahl von Clubshows im ersten Quartal 06 haben wir unsere ganze Zeit in unser neues Album investiert. Konkret heißt das Aufnahmen, Mix, Mastering. Jetzt wo dieser "schwere Rucksack" erstmal weg ist und man sich weitere Pläne machen kann, planen wir die Weltherrschaft...bzw. das nächste halbe Jahr. Wir stehen ja auch kurz vor einer Euro-Tour mit HATE ETERNAL und da gibt es einiges vorzubereiten.

Musicscan: Wie lange habt ihr denn an den Songs für "Bloodred Salvation" gearbeitet? Wer schreibt bei euch die Songs?

Fall Of Serenity: (John) Das Songwriting für "Bloodred Salvation" war im Vergleich zu den Vorgängeralbum wesentlich produktiver...effektiv haben wir die Platte innerhalb von 6 Monaten geschrieben. Dabei fällt ein ganz großer Teil unserem neuen Drummer Lutz zu, der parallel zum Songwritingprozess zu uns gestoßen ist und den nötigen frischen Wind hat wehen lassen. Der Mammut-Anteil an der Gitarrenarbeit ist wie gewohnt unserem Eddy zuzusprechen der in jeder freien Minute sein Holz zum Liebhaben in der Hand hat. Auf Basis seiner Ideen entsteht ein FOS-Song im Proberaum weitestgehend demokratisch, wobei jeder seinen Teil beiträgt und seine Stärken ausspielt.

Musicscan: Was versteckt sich hinter dem Titel "Bloodred Salvation" gibt es da spezielle Hintergründe bzw. was wollt ihr mit diesem Titel ausdrücken?

Fall Of Serenity: (Eddy) Jeder weiß, dass man jemandem oder sich selbst wehtun kann um "frei" zu sein. Frei von Gefühlen, Schmerzen oder gar von sich selbst. Das lässt sich jetzt auf alle möglichen Lebenssituationen übertragen. Und das ist auch so beabsichtigt und liegt im Auge des Betrachters.

Musicscan: Ihr habt, wie bereits jedes Mal zuvor, wieder im beliebten Rape Of Harmonies aufgenommen, gab es auch Überlegungen woanders das neues Album einzuspielen?

Fall Of Serenity: (John) ...eigentlich nicht..."never change a winnig studio-crew!" Das Rape of Harmonies bietet uns eine gewohnte, relaxte Atmosphäre mit toller Besatzung...warum sollten wir woanders hin? Von dem logistischen Vorteil abgesehen ist es einfach ein Fakt, dass die Crew um Ralf Müller einfach genau weiß worauf es bei uns ankommt.

Musicscan: Diesmal habt ihr aber das mixen und mastern von Jacob Hansen in den Hansenstudios erledigen lassen, was gab den Ausschlag für diese Entscheidung?

Fall Of Serenity: (John) Die Referenzen waren letzendlich der Grund, warum wir die Hansen Studios aufgesucht haben. Seine einzigartige Fähigkeit fette und transparente Soundwände zu bauen und seine Vorstellungen wie unser Endprodukt klingen sollte haben uns überzeugt. Dank LIFEFORCE hatten wir erstmals die Möglichkeit "fremd"-mixen und mastern zu lassen und bereut haben wir es bis dato auch nicht... ;-)

Musicscan: Wie wichtig sind für euch die Leute des Rape Of Harmonies, insbesondere Patrick W. Engel, während der Aufnahmen? Wird Patrick während der Aufnahmezeit sozusagen zum 6. Bandmitglied, weil ihr euch bereits in-und-auswendig kennt?

Fall Of Serenity: (John) Es ist verdammt wichtig während den Aufnahmen fähige Leute um sich zu haben, die einen objektiveren Blick besitzen weil sie im Etstehungsprozess der Song nicht beteiligt waren. Sozusagen kann man schon von einem 6. Bandmitglied sprechen wenn man es aufalle Rape of Harmonies-Leute bezieht. Patrick und Ralf haben "Bloodred Salvation" auf kreativer Ebene den berühmten I-Punkt verpasst, den man als Band leicht übersehen kann wenn man die Songs so oft gespielt bzw. gehört hat. Eine Sache die man als Band nicht missen sollte.

Musicscan: Für euren Drummer Lutz Einenkel waren dies ja die ersten Aufnahmen im FALL OF SERENITY Camp, wie seid ihr mit seiner Performance zufrieden? Inwieweit hat er sich in das Bandgefüge eingepasst und hat er am Songwritingprozess mitgewirkt?

Fall Of Serenity: (John) Ich persönlich glaube, dass "Bloodred salvation" mit einem anderen Drummer nicht so gut geworden wäre. Wir alle sind mehr als zufrieden mit seiner Leistung. Wie bereits oben erwähnt ist Lutz ja auch noch "nicht wirklich" lange in der Band. Sein Engagement und seine Leistungen waren vom ersten Tag an 110 Prozent. Mehr bleibt mir da echt nicht zu sagen...

Fall Of Serenity: (Eddy) Er hat einen sehr großen Anteil am Songwriting gehabt. Bei den ersten Songs die wir für das Album machten war es verblüffend wie genau und schnell er eine Idee von uns umsetzen konnte um dann bei den nächsten Songs immer mehr seine Kreativität mit einzubringen. Sein Wissen um das Drumming ist eine große Bereicherung. Und auch als Person ein wichtiger Baustein in der Band.

Musicscan: Wie kam es eigentlich zum Wechsel hin zum renomierten Lifeforce Label?

Fall Of Serenity: (Eddy) Ich kenne Stefan und Lifeforce schon relativ lange und habe den Weg seines Labels natürlich verfolgt. Er und seine Crew haben in den letzten Jahren tolle Arbeit geleistet und etliche coole Alben herausgebracht. Da ist es natürlich nahe liegend ihm eine frisch aufgenommene Demoversion zweier Songs für das nächste Album zukommen zu lassen. Der Rest hat sich dann am Telefon abgespielt. Eigentlich ganz klassisch.

Musicscan: Was erwartet oder erhofft ihr euch durch diesen Wechsel hin zum Chemnitzer Kultlabel?

Fall Of Serenity: (John) Wir hoffen natürlich noch mehr Leute mit unserem Album zu erreichen. Die Zusammenarbeit mit LIFEFORCE läuft auf sehr angenehmem und professionellem Niveau. Wir möchten natürlich das Beste erreichen und alle Möglichkeiten nutzen, die Lifeforce uns bietet.

Musicscan: Dieser Wechsel eröffnet euch große Möglichkeiten, habt ihr deshalb bei der Entstehung von "Bloodred Salvation" unter besonderem Druck gestanden, wenn ja wie sah der aus und wie seid ihr damit umgegangen?

Fall Of Serenity: (John) Den Druck haben wir uns wie immer selbst gemacht. Unser Ehrgeiz in Hinblick auf unsere Musik ist manchmal schon wahnhaft - aber wir funktionieren so ganz gut.

Fall Of Serenity: (Eddy) Im nachhinein denke ich, dass der Druck förderlich war. Es setzt einfach noch etwas mehr Energie frei. Wir sind mit der Musik im Kopf zu Bett gegangen und früh wieder damit aufgewacht. Haben viel Geld miteinander vertelefoniert und uns dann oft zum proben getroffen. Das alles macht man in dem Maße natürlich nur wenn man weiß das das Produkt eine größere Plattform bekommen wird.

Musicscan: Wie würdet ihr selbst euren Sound beschreiben wollen und seht ihr euch selbst als Death Metal oder Metalcore Band, oder vielleicht sogar Death Metalcore (ihr wisst doch wir Schreiberlinge stehen drauf Musik einzuordnen)?

Fall Of Serenity: (John) Death Metalcore klingt ja gut...hehe...ganz klar DEATH METAL. Für die Metalcore-Geschichte fehlt uns einfach der große Anteil Core in der Musik denk ich ;-) Natürlich haben wir aufgrund unserer Vergangenheit das Glück in beiden "Szenen" vertreten zu sein. Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich persönlich nicht genau weiß wo Leute bei uns immer noch eine Core-Attitude finden aber andererseits hat es wichtige Vorzüge manchmal zwischen den Stühlen zu stehen. ;-)

Musicscan: Für mich ist das neue Album der absolute Hammer geworden und dürfte für ordentlich Furore sorgen! Meiner Ansicht nach ist es euer stärkstes Album, es ist unheimlich tight, abwechslungsreich auch im punkto Gesang. Außerdem haben viele Kleinigkeiten den Weg auf das Album geschafft, die wiederum das Ganze unheimlich verfeinert und homogen werden lässt. Lange Rede kurzer Sinn, wie seid ihr mit dem Album zufrieden und hätte man noch irgendetwas besser oder anders machen können?

Fall Of Serenity: (John) Hey tausend Dank für das Kompliment...hören wir gern...unter anderem die von dir erwähnten Kleinigkeiten sind es die das Album für mich zu etwas besonderem machen. Man kann nach mehrmaligem hören immer noch Sachen finden, die einem zuvor nicht aufgefallen sind. Besser machen kann man es sicher immer...aber für den Moment ist es unser Schritt nach vorn. Frag mich doch bitte in 3-4 Monaten noch mal was ich gern anders hätte...

Musicscan: Wo seht ihr die Unterschiede zu eurem letzten Longsplayer?

Fall Of Serenity: (John) Unser letzter Output "Royal Killing" hat den Nachteil, das Ihn ein Session-Drummer eingespielt hat...technisch sehr gut aber mir fehlt da das Herzblut. Im Gegensatz zum jetzigen "Bloodred Salvation"-Album haben wir damals wesentlich weniger Zeit in Details investiert, gerade was den Gesang betrifft. Aber hey...bitte nicht so verstehen als würde ich das letzte Album nicht mögen...wäre nur schlimm wenn mir unser altes Album besser gefallen würde als das neue. Auf "Bloodred Salvation" sind die Arrangements der Song homogener und eingängiger geworden, das Tempo straight und wir haben erstmals dezent FX-Sounds eingesetzt um Melodieläufe zu untermauern. Zeichen der Zeit einfach...wenn ich z. B. an unsere Debütaufnahmen zur "Grey Man's Requiem" denke, hätte so was völlig außer Frage gestanden. Der Punkt ist also auch die Entwicklung der Leute innerhalb der Band und nicht rein die musikalische Weiterentwicklung.

Musicscan: Leider habe ich keine Tracklist, aber das Pianostück (Track 5) ist eine wunderbare Gelegenheit zu verschnaufen und bildet sozusagen die Halbzeitpause des Albums, bevor es dann wieder richtig zur Sache geht. Wurde die Positionierung des Stückes bewusst in der Mitte der Scheibe gewählt und wie wichtig ist es euch dem Hörer solche oder ähnliche "Verschnaufpausen" zu gönnen?

Fall Of Serenity: (John) Exakt! Und es ist schön, das man es so offensichtlich wahrnimmt. Es gibt auch eigentlich kein besseres Wort als Halbzeitpause. Mir gefallen solche Intermezzos auch persönlich sehr gut...wenn sie gut gemacht sind. Das interessante ist, das ein Teilthema des Intros wieder auftaucht und somit auch eine Art Bogen geschlossen wird. Kleine ruhigere Minuten sind durchaus zuträglich (da kann der Hörer noch so hart sein...im musikalischen Sinn ;-)). Da das Album insgesamt schön straight und auf die Ohren ausgefallen ist war es für uns nur logisch wieder einen "non-Metal" Track auf das Album zu nehmen, der traditionell (wie auf unserem Debüt) gleichzeitig Titeltrack ist.

Musicscan: Trotz aller Härte und Kompromisslosigkeit sind Melodien ein fester Bestandteil in eurem Sound, ebenso achtet ihr auf eine bestimmte Eingängigkeit des Materials. Wie wichtig ist es euch diese Elemente zu integrieren und nicht nur stumpf durch die Songs zu prügeln?

Fall Of Serenity: (Eddy) Sehr wichtig natürlich. Wir haben im Laufe der Zeit gemerkt, dass ein aneinanderreihen von Riffs nur mäßig Spaß macht. Man braucht als Musiker und auch als Hörer Parts an denen man sich "festhalten" kann. Das haben wir durch Melodie und eine gewisse Struktur denk ich gut erreicht ohne das ganze durchkonstruiert zu haben. Das ging alles recht locker von der Hand und ist genau das was wir machen wollten.

Musicscan: Demnächst steht für euch eine Tour mit Hate Eternal an. Welche Erwartungen sind an diese Tour geknüpft und wie kam es zu diesem Supportslot?

Fall Of Serenity: (John) Mit einer Band wie HATE ETERNAL zu touren ist absolut genial für uns und der Zeitraum könnte auch kaum besser sein (Tourstart = Release Date). Wir werden uns ganz schön warm anziehen müssen. Ich hoffe mal das die Jungs beim Trinkwettberwerb langsamer sind als an ihren Instrumenten. Die Erwartungen beschränken sich natürlich nicht nur auf volle Clubs und gutes Feedback im Hinblick auf Merchverkäufe - es geht ja auch darum sich ne schöne Zeit zu lachen...und das wird es allemal.

Musicscan: Sind weitere Aktivitäten geplant, wie z.B. bieten sich die Sommer Open Air Festivals an "Bloodred Salvation" einer breiten Masse vorzuspielen?

Fall Of Serenity: (John) Momentan ist natürlich in Planung ein paar Festivals mitzunehmen...wir werden sehen...Ab August werden wieder Clubshows gespielt bis der Arzt kommt und wir hoffen um Weihnachten eine weitere Tour spielen zu können. Sollte dies auch irgendwelchen Gründen nicht klappen dann auf jeden Fall Anfang 2007!

Musicscan: Das letzte Statement gehört euch, was wollt ihr noch unbedingt loswerden?

Fall Of Serenity: (John) Natürlich erst einmal recht herzlichen Dank für das Interview und die Unterstützung...Janick ...du warst geil...! Checkt unsere neue Platte "Bloodred Salvation" auf LIFEFORCE RECORDS.

 
 Links:
  http://www.fallofserenity.com
  http://www.lifeforcerecords.com
 
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