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Purified In Blood

Storie von: arne, am 07.05.2006 ]

Die norwegische Küstenstadt Stavanger fand kürzlich in Frank Schätzing’s Roman “Der Schwarm“ in traurigen Zusammenhang Erwähnung, als sie von einem Tsumani völlig zerstört wurde. Dieses Bild lässt sich aufgreifen, ist doch auch die junge Band PURIFIED IN BLOOD aus eben jener Stadt angetreten, mit einem brachialen Mix aus Hardcore und Metal ebenfalls Verwüstung und Zerstörung zu hinterlassen.

 
Das Debüt des Sextetts heißt “Reaper Of Souls“ und weist in seiner Betitelung hinsichtlich des zu erwartenden Sounds treffsicher den Weg. Überaus sympathisch und spritzig, wenn auch durchweg mit Klischees beladen, beschreiten die Norweger einen Weg zwischen Slayer, Iron Maiden und Testament. Gitarrist Tommy klärt über das Selbstverständnis der Band auf:

„Zu aller erst sind wir ein Haufen Hardcore-Kids, der rocken und Spaß haben will. Unserer Musik gegenüber sind wir sehr ernst eingestellt, denn sie ist unser Leben und alles, was wir tun. Wir lieben es, auf Tour zu sein, und die Leute sehen und hören das. Mit PURIFIED IN BLOOD starteten wir 2003, nachdem die Vorgängerband Uprising Hour ihr Ende fand. Heute haben wir bereits einen gewichtigen Einfluss auf die Hardcore-Szene der Westküste Norwegens und für eine junge Band eine Menge erreicht. Neben Touren und Shows mit vielen unserer eigenen Lieblingsbands, haben wir sogar schon einen Award als beste Live-Band Norwegens gewonnen, was schon verrückt ist.“ Mit harter Gitarrenmusik sind die Jungs in ihrer Entwicklung schon sehr früh in Berührung gekommen, was bis heute nachwirkt:

„Zunächst waren wir eine Bande von Skateboard-Kids, die zusammen abhingen, und später zeitgleich eine Vorliebe für Iron Maiden entwickelten. Als wir jung waren, spielten uns ältere Skater Hardcore vor, und wenig später begannen wir, Shows zu besuchen. Schnell fingen wir selbst an, Bands zu haben, und Gigs zu spielen. Zu dieser Zeit gab es jedoch keine wirkliche Szene in Norwegen, also haben wir uns eine aufgebaut. Heute gibt es alleine in unser Region wieder viele Bands und eine Menge Kids, die auf Hardcore stehen, und PURIFIED IN BLOOD sind ein Teil dessen.“

Neben der stets nach vorn gerichteten, brutalen Komponente von “Reaper Of Souls“ fällt bezüglich der zehn Tracks ebenfalls auf, das nicht alle Stücke ein gleich hohes Niveau erreichen. Tommy klärt auf: „Unser Soundbild hat sich häufig verändert und deshalb sind auf dem Album Unterschiede zwischen unseren alten und den neuen Songs deutlich. Die Songs unseres Debüts sind über einen langen Zeitraum hinweg entstanden und spiegeln verschiedenste Einflüsse wider. Die jüngsten Songs sind unsere extremsten. Ich glaube, unsere Entwicklung ist inzwischen im Groben abgeschlossen und wir stehen nah an dem, was man als unseren eigenen Sound beschreiben


kann. Das wird wohl aber erst mit der nächsten Scheibe offensichtlich werden.“ Gemeint ist mit diesen Worten etwas konkreter:

„Als Folge des MetalCore-Tsunamis, der über Europa rollte, gibt es heute Hunderte Bands, die gleich klingen. Es ist schwer, Gruppen zu finden, die das, was sie machen, wirklich ernst nehmen oder sich absetzen können. Wir als PURIFIED IN BLOOD stecken all unsere Energie und eine Menge Anstrengung in unsere Songs und hoffen, dass dies auch deutlich wird. Ich denke schon, dass man hört, dass wir eine skandinavische Band sind. Durch die Integration norwegischer Elemente unterscheiden wir uns meiner Meinung nach deutlich von dem, was etwa deutsche MetalCore-Bands spielen. Beispielsweise bringen wir gewisse Black Metal-Zitate mit ein oder Anleihen aus dem guten alten Thrash. Hört man unsere Songs, wird deutlich, dass unsere Wurzeln im Metal liegen und wir über ein ausgeprägtes Wissen diesbezüglich verfügen.“

Gestandene Metaller werden zwar angesichts der überdeutlichen Referenz-Bands die Nasen rümpfen, doch Tommy hat durchaus recht: „Natürlich kann ich nicht bestreiten, dass wir uns von den „großen“ Bands beeinflussen lassen haben. Derzeit sind das in meinem Fall zwar vorrangig Black Metal-Gruppen aus unserer Heimat Norwegen, doch das vor allem in Bezug auf die Art und Weise, wie wir unsere Songs arrangieren. “Reaper Of Souls“ gibt sehr offensichtlich unsere geteilten privaten Vorlieben für Slayer, Iron Maiden oder Testament preise, deren Tradition wir fortführen.“

Textlich wird der musikalische Extrem-Mix mit klugen, kritischen Lyrics versehen: „In den Lyrics beschäftigen wir uns mit allen Arten von Ungerechtigkeiten und setzen uns für Tier- und Menschenrechte ein, die uns ein starkes Anliegen sind. Wir alle sind neben dem ganzen Metal stark von Vegan-Bands wie Earth Crisis oder Purification beeinflusst, die in unseren Songs früher sehr deutlich durchschlugen. Zwar haben wir uns recht schnell davon weg entwickelt, wurden weitaus metallischer, doch textlich zeigen wir uns nach wie vor kritisch aufgestellt.“ Nicht allzu kritisch sollten hingegen potenzielle Hörer von PURIFIED IN BLOOD sein. Denn gerade weil die jungen Norweger kein „Metal-Fettnäpfchen“ auslassen, dafür aber spürbar mit voller Motivation und Hingabe bei der Sache sind, wird ihr “Reaper Of Souls“ zu einer richtig guten Platte.

 
 Links:
  xpurifiedinbloodx.com
 
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