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We

Storie von: arne, am 04.05.2006 ]

In fast allen skandinavischen Staaten gibt es Rock-Bands, denen es gelingt, die nationalen Charts zu stürmen und Awards im Dutzend abzuräumen. Man denke etwa an Diablo aus Finnland oder die Norweger von WE. Deren letztes Album “Smugglers“ verhalf dem Quartett wenigstens in der Heimat zum so hart vorbereiteten Durchbruch. Doch mit der Eroberung Norwegens geben sich WE noch lange nicht zufrieden, sie wollen mehr. “Smugglers“ erscheint in Deutschland von massivem Live-Support begleitet über das Hamburger Label Rodeostar.

 
Und die Zeit für die Gruppe scheint tatsächlich gekommen zu sein, ist das von Chris Goss (Queens Of The Stone Age, Kyuss) produzierte “Smugglers“ doch ein Album, das in seiner groovigen Schwere Hörer zwischen Glam- und Hard Rock problemlos begeistern dürfte. Die von WE gelebten Klischees von Sex, Drugs und Rock’n’Roll tragen das Ihre dazu bei, diese Band schnell ins Herz zu schließen.

Die Musiker hatten Deutschland nach einer Kurztour so schnell wieder verlassen, dass Sänger Krisvaag für ein Gespräch aus der kalten Heimat anrufen musste: „Im Moment befinden wir uns auf einer Club-Tour bei uns in Norwegen und sind jetzt im Moment auf dem Weg zum nächsten Venue. Unsere Deutschland-Gigs liegen gerade eine Woche zurück, und wir fiebern dem Release unserer Platte bei euch entgegen. Das Feedback in den großen Städten wie Hamburg und Berlin war fantastisch, und es scheint sich für uns gut zu entwickeln. “Smugglers“ erscheint bei euch Ende April, und im Sommer werden wir alle großen Festivals wie Rock Am Ring, Rock im Park und Wacken spielen. Im Underground kennt man uns bereits von den vielen kleinen Touren her, und hoffentlich wird sich das nun mit dem Support unseres neuen deutschen Labels weiter entwickeln.“

Ihren derzeitigen Stand schätzen WE trotz erster Erfolge realistisch ein: „Wir haben noch einen weiten Weg vor uns. Viele Leute müssen erst noch auf uns aufmerksam geben. Deshalb ist es unser Ziel, als freundliche Wikinger bei euch einzufallen, euer Bier zu trinken, eure Frauen zu erfreuen und im Ergebnis Deutschland zu erobern.“ Die Ziele wachsen, wenn man Erfolg hat, doch Krisvaag gibt zu, dass es für WE mit “Smugglers“ besser als erwartet lief:

„Wir haben auf den großen Durchbruch gehofft, schließlich ist es unser bislang reifstes Album. Mit Chris Goss von Queens Of The Stone Age hatten wir erstmals einen Produzenten, der uns richtig verstanden und in Szene gesetzt hat. Doch auch wenn “Smugglers“ sich nicht verkauft hätte, wäre das okay gewesen. Wir hätten einfach weiter gemacht, da sich alles an dieser Platte richtig anfühlt. Wir sind so stolz auf unsere Songs und das Album, weil sie soviel Substanz besitzen. Hier in Norwegen wird “Smugglers“ nach wir vor rauf und runter gespielt, was für die Stärke des Materials spricht. Jetzt ist es an der Zeit, über die Grenzen unseres Landes hinaus zu


gehen.“

Dabei ist „Namedropping“ mit dem prominenten Produzenten durchaus hilfreich, der WE, als langjähriger Freund der Band, auch sonst nach Leibeskräften unterstützt: „Es ist das erste Album, auf dem wir mit einem externen Produzenten gearbeitet haben, das trifft zu. Die Songs haben wir alle selbst geschrieben, doch Chris Goss half uns, die Atmosphäre und Dichte der Stücke weiter zu steigern. Von unseren gemeinsamen Touren her kennen wir uns gegenseitig sehr gut, so dass die Verständigung blind verlief. Auch in Bezug auf die verwendeten Melodien waren seine Hinweise überaus hilfreich. Für die Zukunft wird uns “Smugglers“ viele Möglichkeiten eröffnen.“

Doch auch die zwanglose Verschmelzung verschiedener Stilformen ermöglicht den Zugang zum Rock-Universum von WE: „Das geschieht ganz natürlich, denn wir sind in den 80ern mit Heavy Rock aufgewachsen, haben die 70er Psychedelic-Sachen wie Led Zepplin, Pink Floyd und Black Sabbath entdeckt und später auch Elemente der 60ies und Soul-Musik in uns aufgesogen.“ Trotz einer „weichen“, souligen Schlagseite gehen WE bisweilen auch hart zur Sache: „Ich würde nicht so weit gehen, uns als Heavy Metal zu bezeichnen, wir selbst nennen unseren Stil “Cosmic Bike Rock“. Ausgehend von unseren offenkundigen 60ies-Einflüssen haben wir je einen Fuß im Blues und im Psychedelic. Unsere Köpfe sind jedoch fest in 2006 verankert, so dass die Mischung rückwärtsgewandt, intensiv und zeitgemäß klingt. Außerdem legen wir viel Wert auf Abwechslung, was unsere Songlängen zwischen drei und zehn Minuten belegen. Bei uns ist es wie im normalen Leben: Du stehst auf, frühstückst, küsst deine Freundin, hast am Abend ein Bier – das Leben eines Rockern halt.“

Das durchaus anstrengend sein kann, wenn man als Band einem weltweiten Anspruch folgt: „Natürlich widmen wir zunächst Europa unsere Aufmerksamkeit, und nicht zuletzt aus dem Grund, das wir mit Rodeostar jetzt ein deutsches Label haben, werden wir bei euch nun häufiger zu sehen sein. Doch in Kürze werden wir in Amerika Showcases spielen, um ein Label zu finden, dass unsere Alben auch Übersee veröffentliche will. Wir wollen in der ganzen Welt Präsenz zeigen und Orte besuchen, die wir noch nicht kennen. Gerade mit “Smugglers“ scheinen uns alle Möglichkeiten offen zu stehen, und wir wollen möglichlicht viele von diesen nutzen.“

 
 Links:
  werock.org
  we-smugglers.de
 
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