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Cult Of Luna

Storie von: arne, am 25.04.2006 ]

Mit ihrem vierten Longplayer “Somewhere Along The Way“ werden die schwedischen CULT OF LUNA dem ihnen nachhängendem Label eines „Slow-Motion-DeathCores“ erstmals auch „aus der Konserve“ so richtig gerecht. Denn die sieben Stücke der Scheibe stehen sowohl für eine nochmalige Reduzierung des Tempos als auch für eine neuerliche Verdichtung der Intensität und Intimität des Materials. Der positiv ausblickende Grundtenor des direkten Vorgängers “Salvation“ ist geblieben, doch die Energie und Kraft ihrer Hörer ziehen CULT OF LUNA nach wie vor.

 
Telefonisch stand Sänger Johannes Persson für ein Interview zur Verfügung, der zur frühen Stunde von 13 Uhr noch nicht ganz fit wirkte: „Ich bin gerade erst im Earache-Büro eingetroffen, ein wenig übermüdet und auch hungrig. Aber lass uns anfangen, denn nach den sieben Stunden Nonstop-Interviews von gestern, bin ich aufgewärmt. Gerade am Anfang, wenn eine neue Platte fertig ist und der Business-Kram beginnt, macht es noch Spaß, mit Leuten über die eigenen Songs zu sprechen. Abhängig vom Aufwand und der Anzahl der Interviews wird es dann nur irgendwann einfach schrecklich viel. Mit der neuen Platte scheint sich das Interesse an uns noch einmal verstärkt zu haben. Das spricht wenigstens dafür, dass wir mit CULT OF LUNA Aufmerksamkeit erregen.“

In Dimensionen wie „Popularität“ oder „Szenestars“ denken die sympathischen Schweden bis heute nicht, doch Veränderungen hat es gegeben: „Inzwischen haben wir die Seiten gewechselt und mussten wohl oder übel akzeptieren, dass wir nicht länger mehr nur Fans sind, sonders dass aus uns Musiker geworden sind, zu denen die Kids aufschauen, und die ihnen etwas bedeuten. Unser Tun war darauf niemals ausgerichtet, so dass uns diese Entwicklung zunächst verwirrte. Doch nach wie vor ist jede Show außerhalb Schwedens für uns ein Bonus, für den wir sehr dankbar sind.“

Da CULT OF LUNA aus acht Bandmitgliedern bestehen, dürften sich sowohl das Touren als auch andere Entscheidungsfindungen schwierig gestalten: „Wir sind keine Demokratie, denn bei dieser Anzahl von Leuten ist das einfach nicht möglich.“ entgegnet Johannes: „Es muss zentrale Mitglieder geben, die die wichtigen Entscheidungen treffen. Das hängt schon damit zusammen, dass Eric und ich die Songs schreiben und die anderen mit unseren Ideen zu arbeiten haben. Andererseits kann es natürlich auch nicht als Diktatur laufen, und natürlich gibt es Entscheidungen, an denen alle beteiligt sind. Das sind etwa die Tourentscheidungen, die wir alle tragen müssen. Doch auch im Songwriting, beim Erstellen der Songs sind Ideen der anderen willkommen, und in diesen Bereichen sind CULT OF LUNA wie alle anderen Bands auch nur der kleinste gemeinsame Nenner der Gemeinschaft.“

Hinsichtlich ihres vierten


Albums hatten die Schweden klare Vorstellungen: „Eric und ich wollten mit der neuen Platte gleich drei Schritte vorankommen und nicht nur einen. Deshalb haben wir zum ersten Mal auch mit Drumcomputern, Pedal Steel und Banjo gearbeitet und noch mehr Leute Vocals einsingen lassen. Als die Grundgerüste der ersten 6-7 Songs standen, haben wir uns daran gemacht, ihnen ein möglichst authentisches Live-Sounding zu verleihen. Dafür haben wir uns isoliert und die Stücke in abgelegenen Scheune eingespielt, was sich rückblickend als genau richtige Entscheidung erwiesen hat.“

Denn so konnte man sich vollends auf die Wirkung der Kompositionen konzentrieren, die vom Tempo her leicht ausgebremst und mit einem Country-Touch versehen erklingen: „Für uns stand von jeher die sich entwickelnde Atmosphäre im Vordergrund. Auch wenn man es vielleicht nicht unbedingt hört, waren für die neue Platte Tom Waits und Neil Young wichtige Inspirationsquellen, denen auch das leichte Country-Feeling entspringt. Hinsichtlich des Tempos ist es bisher stets so gewesen, dass wir unsere Songs live immer langsamer als im Studio spielten. Diesmal wollten wir es endlich schaffen, die Stücke in der intendierten Art und Weise einzuspielen, um unseren Live-Sound auch einmal auf Platte zu bannen.“

Wobei die Abgeschiedenheit und „Andersartigkeit“ der Aufnahmeumgebung der Schlüssel gewesen ist: „Wir kamen uns wie im “Blair Witch Project“ vor, denn die Scheune, in die wir unser Equipment geschafft hatten, befand sich in totaler Einöde, in der wir uns außerhalb des Gebäudes unwohl fühlten. Um das steigern, tauchte eines Tages eine Frau aus dem Wald aus, tanzte eine Weile vor uns herum und verschwand dann wieder. Das war schlichtweg verrückt! Dieser Frau haben wir den Song ’And With Her Came The Birds gewidmet, den wir mitten in der Nacht live im Schein von Kerzen eingespielt haben. Überhaupt haben wir möglichst viel live eingespielt, was es uns ermöglichte, eine ganz besondere Atmosphäre einzufangen. Wir hatten sogar Mikrophone vor der Scheune aufgestellt, um zusätzlich auch Naturgeräusche zu Steigerung der Dichte einzufangen, die man beim Hören von “Somewhere Along The Way“ leider nicht so deutlich wahrnimmt.“

 
 Links:
  cultofluna.com
 
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