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Kate Mosh

Storie von: arne, am 19.04.2006 ]

Das Berliner Quartett KATE MOSH ist eine der spannendsten deutschen Bands zwischen modernem Post- und traditionellem Indie-Rock. Nach einem Longplayer für Sinnbus sowie der Tour-only-EP “4 a.m. And It´s Already Hell“ folgt nun auf Nois-o-lution das Zweitwerk “Breakfast Epiphanies“, auf dem die seit 1999 aktive Formation noch konsequenter die Durchmischung sperrig-dichter Sounds im Stile von Sonic Youth, Fugazi oder Pavement sowie ungezwungen eingängiger Post-Rock-Passagen a la Robocop Kraus oder Superchunk mit natürlicher Ohrwurmgarantie betreibt.

 
Trotz ihres Wechsels zum „Indie-Spezialisten“ Nois-o-lution bleiben KATE MOSH ihrer alten Heimat Sinnbus verbunden, an der sie selbst auch tatkräftig mitarbeiten: „Es ist eine relativ enge Zusammenarbeit, das stimmt, und das auch bei den Releases, die von anderen Bands kommen. In fast allen Gruppen gibt es Leute, die in die Labelarbeit einbezogen sind, so dass Sinnbus mehr als nur ein Label ist. Ebenso ist es aber nicht einfach nur ein Freundeskreis, der ab und an eine Platte herausbringt. Es steckt zu viel Arbeit dahinter, als das wir das alles nur für die Regale der Künstler herausbringen. Alle Bands müssen touren und hart an sich arbeiten, das ist Bedingung.“

Angesichts dieser Aussage sollte man vermuten, KATE MOSH hätten keinen Anlass, Sinnbus zu verlassen, doch mit dem Wechsel zu Nois-o-lution haben sie ganz bewusst Verantwortung abgegeben: „Das war genau der Grund für uns, Arbeit aus den Händen zu geben, und nicht auch noch, wenn das Album als Produkt fertig ist, weiter daran arbeiten zu müssen. Nun tut es jemand anderes, und wir können uns ein wenig zurücklehnen, da nicht länger die gesamte Verantwortung nur auf unseren Schultern ruht. In der Kooperation mit Nois-o-lution erfahren wir, wie die Dinge funktionieren können. Es wird uns als Band weiter nach vorne bringen, denn mit Sinnbus könnten wir beispielsweise die Promotion gar nicht in einer solchen Konsequenz betreiben.“

Ihre moderne Orientierung ist KATE MOSH wichtig, auch wenn hinsichtlich des Sounds der Band nach wie vor Parallelen zu Pavement, Fugazi und Sonic Youth zu ziehen sind: „Wenn man unsere 1990er Jahre Indie-Verwurzelung betont, ist das nicht verkehrt. Wir wollen jedoch nicht wie eine Band von damals klingen. Denn mehr als unsere Wurzeln sind es auch wieder nicht, und eine Revival-Band sind wir in keinem


Fall.“ Für KATE MOSH selbst markieren ihre Veröffentlichungen jeweils nur Momentaufnahmen, und vor allem in Bezug auf ihre erste Platte lassen sie besagte Indie-Vergleiche gelten:

„Das Debüt beinhaltete die Musik und den Sound, den wir damals machen wollten. In der Folge haben wir uns entwickelt und klingen heute anders. Releases als Schritt zum „wahren Sound“ zu verstehen, greift für mich zu weit, und auch die neue Platte repräsentiert nur den Stand, an dem wir heute angekommen sind. Wie das nächste Album klingen wird, können wir selbst noch nicht sagen. Man lernt ja auch mit jedem neuen Track hinzu und wird besser. Wenn uns die Richtung eines Songs oder Parts gefällt, wollen wir schon möglichst viel daraus rausholen. Das treibt uns voran, auch wenn es leicht ist, sich im Ausprobieren zu verlieren. Aus diesem Grund ist es wichtig, immer wieder zum roten Faden zurück zu finden.“

Dieser Ansatz findet seine Entsprechung auf “Breakfast Epiphanies“, das bisweilen zwar leicht kopflastig, an anderer Stelle wiederum schön „simpel“ eingängig erklingt. Und selbst der Spass- und Unterhaltungsfaktor kommt nicht zu kurz: „Wenn das so rüberkommt, ist es großartig, weil das genau der Punkt ist, wie man ja selbst funktioniert. Natürlich ist man oftmals schwermütig, aber dann geht man abends auf eine Party und lässt los. Es gibt nichts Schlimmeres als „Diese Message wollen wir jetzt rüberbringen, nur das ist unser Ding.“

Natürlich ist auch in unseren Texten eine gewisse Schwere drin, die von der Musik dann aber locker flockig vertrieben wird. Da ist auch egal, wie sehr ein tragischer Text oder Hintergrund persönlich auf den Schultern lastet. Man muss die Musik ja nicht noch entsprechend arrangieren. Gerade das macht ja für uns den Spass aus. Wenn man das auch noch hört, ist das super.“

 
 Links:
  katemosh.de
  noisolution.de
 
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