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Living Things

Storie von: arne, am 10.04.2006 ]

Erste Aufmerksamkeit erregten die LIVING THINGS hierzulande durch ihren Support der letzt jährigen Melissa Auf Der Mauer-Tour. Wenigstens optisch verändert, nunmehr im Retro-Schick, legt das Quartett aus Saint Louis mit “Ahead Of The Lions“ sein von Steve Albini produziertes Debüt vor.

 
Und dieses hält allen Erwartungen problemlos stand, präsentiert sich als durchgängig tanzbare, poppig-rockige Mischung aus Social Distortion, Fun Lovin’ Criminals, frühen Stones und 80ies Rock im Stile Billy Idols. Doch den LIVING THINGS geht es nicht allein um elektrisierende Musik, die Band nutzt die eigenen Songs ebenso als Agitationsplattform für politische Ansichten, die ihre Angriffspunkte vorrangig in den Zuständen der USA nach dem 11. September finden.

Die Kombination einer musikalisch kommerziellen Ausrichtung mit politisch motivierten Texten schließt sich Drummer Corey Becker zufolge nicht aus: „Es ist ja ein Ziel von uns, kommerziell und erfolgreich zu sein. Alles andere wäre gelogen, denn wir wollen von der Musik leben. Um das zu schaffen, muss man kommerziell ausgerichtet sein und mit großen Labels wie Jive kooperieren. Darin sehe ich kein Problem, so lange man für seine Überzeugungen einsteht und konsequent seinen Weg geht.“

...der im Falle der LIVING THINGS zufällig den Nerv der Zeit zu treffen scheint: „Ich glaube, die Leute verlangen wieder nach richtigem Rock und Rebellen. Sie wollen Bands, die Klartext reden, sich an


realen Problemen reiben und klare Standpunkte einnehmen. Auf lange Sicht setzen sich nur die Gruppen durch, die ernsthaft arbeiten. Leute wie Iggy Pop, die Sex Pistols, ja sogar Johnny Cash – diese Musiker waren authentisch, real und verströmten eine Atmosphäre, die man heute kaum mehr findet. Einfaches Posen und das Spielen mit Klischees hat mit Punk-Rock nichts zu tun. Wen interessiert es, ob Kids ihre Freundin verloren haben und traurig sind? Es geschehen so viele unglaubliche Dinge in der Welt, und mit denen muss man sich beschäftigen, wenn man sich selbst als Künstler versteht, und eben aus diesem Grund tun wir das auch.“

Wobei die brisanten, aufstachelnden Inhalte jedoch kaum Entsprechung in der Musik finden: „Einige unserer Songs sind aggressiv, so dass sie schon zu den harten Texten passen. Wir wollen aber auch Spaß haben und müssen grooven. Bob Dylan textete über soziale Missstände ebenfalls mit deutlichen Worten und verband das mit friedlicher, einfacher Musik, die jeder verstehen und nachvollziehen konnte. Man muss nicht aggressiv oder hart aufspielen. Solange die Message ankommt, ist das Ziel erreicht. So ist es auch bei uns.“

 
 Links:
  livingthingsmusic.com
 
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