Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1796

Monochrome

Interview von: Matthias Rauch mit Marc Calmbach, am: 10.03.2006 ]

Und sie haben es wieder geschafft, mit einer Leichtigkeit, die erblassen lässt und begeistert zugleich. „Éclat” ist ein Album geworden, das den vor über zehn Jahren eingeschlagenen Weg im Spannungsfeld von Indierock und Pop mit einer unüberhörbaren Punksozialisation konsequent weiterführt und perfektioniert. Wir sprachen nicht nur deshalb mit Sänger Marc Calmbach über kulturindustrielle Zwänge, Ausweichmöglichkeiten und die Schönheit des Durchhaltens. Und dieses großartige Musik. Hier kommt der zweite Teil unseres Gesprächs.

 

Musicscan: Was erhofft ihr euch vom Wechsel zu Stickman? Wie kam es dazu?

Monochrome: Ein Freund von mir kennt die Stickman Leute sehr gut und er hat mir einmal berichtet, dass sie wohl gesagt haben, dass es nur drei gute deutsche Bands gibt: Cosmic Casino, The Notwist und Monochrome. Das wären die einzigen Bands, mit denen sie sich vorstellen könnten, auch mal zusammenzuarbeiten. Das war die mündliche Überlieferung. Ich habe sie nie persönlich danach gefragt, ob das stimmt, aber so wurde das an uns herangetragen mit dem Hinweis „ach, die sind gerade im Studio? Die sollen doch mal was schicken.“ Dann haben wir ihnen einfach mal die Aufnahmen geschickt und die waren gleich bei der Sache. Es war jedoch bis dato immer außer Frage, dass wir die Platte bei Trans-Solar veröffentlichen. So wie wir es eben immer gemacht haben. Wir wollten jetzt einfach mal etwas anderes ausprobieren. Das ist weniger der Unzufriedenheit gegenüber der Arbeit von Trans-Solar geschuldet als vielmehr, dass wir uns eine Zusammenarbeit mit einem anderen Label einfach gut vorstellen konnten, wo wir uns musikalisch auch eher aufgehoben fühlen als auf Trans-Solar, einem Label, das sich ein sehr heterogenes Künstlerprofil erschaffen hat. Ich denke, dass wir mit Motorpsycho, Cosmic Casino oder Favez auch einmal zusammen etwas an den Start bringen könnten, wohingegen wir mit den Bands auf Trans Solar nie wirklich etwas zu tun hatten, außer Tokyo Sex Destruction vielleicht.

Musicscan: Wie würdest du das Verhältnis bis dato beschreiben?

Monochrome: Ja, es ist prächtig. Wir bekommen natürlich sehr viele E-Mails, die wissen wollen, wie wir es auf Stickman geschafft haben, aber andersherum glaube ich auch, dass es für Stickman eine relativ angenehme Sache ist, mit einer Band zu arbeiten, die schon so etwas hat wie ein Publikum, eine bestehende Infrastruktur, eine Geschichte. Das vereinfacht deren Promoarbeit natürlich auch immens.

Musicscan: Ihr habt euch in der Vergangenheit ja recht bedeckt gehalten, was die Medienpräsenz angeht. Würdest du sagen, das ist dem fehlenden Interesse der einschlägigen Presse geschuldet oder lag das auch an euch?

Monochrome: Ich halte gar nichts davon, Mittler beziehungsweise Promo-Agenturen einzustellen, die dann diese Arbeit übernehmen, uns irgendwo als großartige Band anzukündigen und die Leute in Redaktionen mit Telefonanrufen zu nerven. Außerdem haben wir die Regel nicht erfunden, dass in diesen Hochglanz-Magazinen hauptsächlich Longplayer besprochen werden und alle anderen interessanten Formate wie 7“, 10“, 12“ höchstens eine Randbemerkung wert sind. Dafür können wir nichts. Andererseits haben wir uns das auch ein bisschen selbst zuzuschreiben, dass das für uns ein abgeschlossenes Format ist und so veröffentlicht wird und wir nicht noch ein halbes Jahr warten, noch vier Songs mehr schreiben und daraus eine notdürftige LP machen. Auf der anderen Seite war uns das auch völlig egal. Wenn man aus dieser DIY-Szene kommt, dann ist es klar, dass eher Fanzines an dir Interesse zeigen, die übrigens immer Interesse an uns gezeigt haben, auch wenn mir nicht massenmedial stattgefunden haben oder eine Platte herausgebracht haben. Das Interesse aus dieser Seite war immer vorhanden. Wir haben schlicht nie das Interesse größerer Magazine genossen, wobei wir sehr wohl wissen, dass sich die Geschichte der Band sehr wohl anbietet, um daraus eine gute Geschichte zu machen. „Oh, die gibt es schon seit zehn Jahren. Wir haben sie schon immer verfolgt und jetzt haben sie es endlich geschafft“ oder solche Scheiße. Sie konstruieren damit auf ganz komische Art ein „authentisches“ Profil deiner Band. Das sieht man beispielsweise jetzt auch an der sehr wohlwollenden Besprechung in der Spex, die uns sehr gefreut hat, aber sie sagt letztendlich überhaupt nichts über die Musik aus. Was vielleicht okay ist, denn dann kann man sagen, dass es so wohlwollend ist, dass sich die Leute die Platte schon kaufen werden. Mit der Musik an sich setzten sich erschreckend wenig Menschen tatsächlich auseinander. Vielleicht sind das dann auch Leute, die uns schon zu gut kennen und es dann wichtiger ist zu erzählen, dass wir eine coole Band sind, die es schon so lange gibt.

Musicscan: Ihr merkt wahrscheinlich auch, dass ihr jetzt von Medienseite ganz anders rezipiert werdet seit dem Wechsel zu Stickman.

Monochrome: Sicherlich. Einerseits ist das wegen Stickman und andererseits ist es tatsächlich wieder dieses Großformat: „Da haben sie endlich mal wieder ein richtiges Release gemacht.“ Wir stehen der Sache jetzt aber auch offener gegenüber, als wir es vor zehn Jahren gewesen sind.

Musicscan: Lest ihr denn Rezensionen oder Stories über euch durch?

Monochrome: Nur die guten eigentlich. Wir sind glücklicherweise auch gesegnet mit guten Reviews. Ich sage immer, dass wir auch die schlechten Rezensionen lesen und auf die Presseinfos knallen sollten, aber da finden wir meist nichts Richtiges. Ich glaube im Punkplanet hat uns der Rezensent mal als Skaband beschrieben (lacht). Ansonsten haben wir nicht viel negative Medienresonanz. Die Fanzine-Landschaft geht sowieso wesentlich kritischer mit uns um, als wenn wir beispielsweise im Intro stattgefunden haben. Irgendwie finde ich das auch wichtiger, weil das Leute sind, die wirklich ganz genau hinhören, wenn sie eine Platte besprechen.

Musicscan: Vielleicht sind diese Leute auch nicht so stark in den kulturindustriellen Mühlen eingespannt.

Monochrome: Ja, wir haben auch nie Anzeigen geschaltet. Ich möchte diesen Leuten aber nicht zu nahe treten, denn die machen auch nur ihren Job bei diesen größeren Medienfirmen. Wir haben da mittlerweile ein relaxteres Verhältnis dazu, zumal da ja überhaupt nichts dagegen spricht, eine Band nach 12 Jahren zu entdecken und zu merken, dass man sie trotzdem mag. Es könnte ja auch argumentiert werden, dass die Platte vor zehn Jahren nichts getaugt hat und die neue wieder nicht.

Musicscan: Inwieweit beeinflusst das die Wahrnehmung der eigenen Musik?

Monochrome: Mich hat es immer überrascht, dass so viel Intellekt in unsere Musik gelegt wurde. Für uns war es nie eine Überlegung, es kompliziert zu machen. Eigentlich ganz im Gegenteil. Ich glaube auch, dass kein Künstler, der wirklich hinter seiner Arbeit steht, sich darum kümmert, ob das jetzt jemand gut findet oder nicht. Wir legen schon wert auf Meinungen, auch im Produktionsprozess. Wir nehmen beispielsweise schon seit 12 Jahren mit demselben Typen auf, der mittlerweile auch fast sechstes Bandmitglied ist. Wir lassen uns also schon von Menschen beeinflussen, die mit uns arbeiten. Es kommt jedoch nichts nach außen, hinter dem wir nicht 100% stehen können. Wir sind auch nicht die Typen, die sich auf eine Bühne stellen, wenn sie nicht davon überzeugt sind, dass das in dem Moment die beste Band der Welt ist, also vielleicht nicht unbedingt die bedeutendste, aber für uns persönlich eben. Auch bei den anderen Bandbitgliedern: wenn die Vorträge halten müssen oder Präsentationen, dann sind die unsicher oder sagen, es ist schon komisch etwas als Auftragsarbeit zu machen, irgendetwas einfach zu verkaufen. Da fühlen die sich einfach unwohl. Und andererseits gehst du auf die Bühne und weißt ganz genau: hey, das ist unser Ding. Entsprechend selbstbewusst kannst du das dann auch präsentieren und entsprechend resistent bist du dann auch gegen schlechte Besprechungen, die wir ja so wirklich nie bekommen haben.

Musicscan: Was macht Monochrome für dich einzigartig oder besonders?

Monochrome: Freundschaft.

Musicscan: Also eher die persönliche Verbindung innerhalb der Band.

Monochrome: Ja. Also in Reviews liest man natürlich oft, Monochrome sind so einzigartig, du hörst nach dem ersten Ton, dass es sich um einen Monochrome-Song handeln muss, sowohl wie es aufgenommen ist als auch durch die Ästhetik unserer Musik. Vor allem wenn jüngere Leute Reviews schreiben, dann glaube ich, ist es eher so, dass die diese Art von Musik gar nicht so mitbekommen haben, die uns geprägt hat vor zehn, fünfzehn Jahren, mit der wir aufgewachsen sind, wo wir gesagt haben, so was wollen wir auch machen, so ungefähr. Für die ist das vielleicht einfach was, was ihnen nicht vertraut vorkommt oder was gerade nicht so im Pop-Zeitgeist liegt. Also muss man das vielleicht auch so ein bisschen differenzieren, dass viele Leute einfach einen ganz anderen Hintergrund haben, wenn sie über uns schreiben. Deswegen würde ich uns jetzt nicht als die einzigartigste Band der Welt bezeichnen oder sagen, wir sind musikalisch so weit weg von allem andern, so unbeeindruckt von allem andern. Wir sind relativ unbeeindruckt von neuer Musik, aber wir leugnen nicht, dass es natürlich Musik gibt, die uns ganz maßgeblich geformt hat.

Musicscan: Würdest du sagen, dass zeitgemäße Musik als Zitat begriffen werden muss, also dass es praktisch immer nur um eine Rekontextualisierung geht, also um eine Neukombination? Oder gibt es tatsächlich noch genuin neue Entwürfe?

Monochrome: Nein, ich glaube, die Zeit der großen Entdeckungen ist vorbei. Letztendlich glaube ich, dass auch das, was als Avantgarde bezeichnet wird, nur mit technischem Fortschritt einhergehen kann. Das, was wir als neu empfinden, sind immer nur neue Technologien gewesen, die in die Musik eingeflossen sind. Das ist damals bei Kraftwerk so gewesen und selbst als die Beatles nicht mehr nur mit vier Spuren aufgenommen haben, sondern diese Stereolandschaft entdeckt haben. Das ist die eine Sache, das andere ist: es gibt ja diese Begriffe der Parodie und der Pastiche. Und mittlerweile ist es wahrscheinlich eher Pastiche, also die Kopie von der Kopie, deren Original irgendwie entschwunden ist. Das ist das, was dann vielleicht den Glanz verleiht, und es glänzt immer weniger, was da an neuen Sachen kommt. Aber ich glaube, das ist auch wieder so eine Generationensache, denn hör dir Franz Ferdinand an oder Art Brut und so was, da wird ja immer gesagt: oh, das ist so neu. Aber hör dir mal ne Orange Juice Platte an oder diese Punk-beeinflussten Avantgarde-Sachen aus den 70er Jahren. Und da muss ich sagen, das sind die gleichen Sachen, nur besser aufgenommen und ein bisschen mehr Disko. Deswegen beeindruckt mich das vielleicht auch nicht mehr so.

Musicscan: Da kommt man dann wieder auf die zyklischen Bewegungen, dass es doch immer wieder im Kreis geht.

Monochrome: Ja, aber da nehme ich uns auch gar nicht aus. Bei uns taucht dann eher wieder auf, dass wir bei den gleichen Platten hängen bleiben wie schon vor zehn Jahren, aber wir basteln halt was anderes draus. Oder wir nehmen eben einen Verweis, wie bei "éclat", da gibt es ja auch diesen Verweis in einem Song " What we always hated the most about U2". Wir haben ja tatsächlich ein U2 Riff genommen, weil das so furchtbar war, und wir haben es dann irgendwie so hingedreht, dass es erträglich war in unserem Kontext.

Musicscan: Ihr habt vor einiger Zeit einen Beitrag abgeliefert auf dem Sampler "I can't relax in Deutschland" gegen die Nationalisierung und zunehmende nationale Fixiertheit. Wo siehst du die politische Dimension im Pop, beziehungsweise hat Pop heute überhaupt noch eine politische Tragweite?

Monochrome: Also zunächst mal, unsere Motivation da mitzumachen war eher die, dass einfach die Gegenstimmen immer seltener wurden. Also das hat der Roger Behrens mal in seinem Buch als "Diktatur der Angepassten" beschrieben und Martin Büsser hat das die Neue Mitte genannt. Und das ist einfach ein Statement, dass wir mit diesem ganzen deutschen Heimatgefühl überhaupt nichts am Hut haben. Auch diese lächerliche Deutschquote zur Forcierung von so was wie einer gemeinsamen deutschen Leitkultur steht genau im Widerspruch zu dem, was uns die Punkrock Schule gelehrt hat. Und das, was an Punkästhetik letztlich medial stattfindet, ist praktisch völlig entkoppelt von so was wie Ideologie, also nicht im Marxschen Sinne von einem notwendig falschen Bewusstsein, sondern eher von einem Ethos, der dich immer geleitet hat und die Welt ein bisschen in Gut und Schlecht einteilt. Und diese ganze Deutschduselei oder diese Unreflektiertheit und dieses "Wir sind wieder wer", das ging uns einfach auf die Nerven. Deshalb haben wir auch ein bisschen Abstand genommen von den deutschen Texten - die Sterne haben ja mal gesagt " Ich scheiß auf deutsche Texte" und wir haben einfach eine Weile komplett darauf verzichtet. Und ich finde es auch gefährlich, dass sich alle darauf stürzen, was offensichtlich rechte Musik ist, Störkraft etc., und dass aber das, was sich so heimlich im Pop-Mainstream eingeschlichen hat und auf einer viel subtileren Ebene stattfindet, ebenso in den Fokus einer kritischen Theorie gerückt werden sollte. Und deswegen haben wir das auch unterstützt.
Zum zweiten Teil deiner Frage: ich glaube, dass auf einer inhaltlichen Ebene Pop nicht wirklich subversives Potential hat, weil - und das haben ja die letzten 50, 60 Jahre Popkultur gezeigt - letztlich jeder noch so subversive Inhalt durch die Kulturindustrie vereinnahmt und neutralisiert werden kann. Vielleicht schließe ich mich da mehr dem an, was Walter Benjamin mal in seinem Aufsatz "Der Autor als Produzent" geschrieben hat oder auch Brecht thematisiert hat: dass es darum geht, die Position des Künstlers innerhalb der Produktionsverhältnisse zu reflektieren und dass das letztendlich der politische Akt ist. Und nichts anderes haben Bands wie Fugazi gemacht, nichts anderes macht letztendlich die DIY-Szene. Also geht es mehr darum, wie wir uns in welchen Strukturen bewegen, und nicht ausschließlich darum, sich auf einer textlichen Ebene gegen bestimmte Dinge zu richten. Du siehst es ja dann auch an diesen ganzen Biohazard, Rage Against the Machine, weil diese Bands genau deswegen angeprangert wurden, weil sie strukturell das gar nicht umgesetzt haben, was sie textlich gepredigt haben. "Music is for you and me, not the fucking industry" und so Sachen, und dann aber bei Sony Platten rausbringen. Ich denke, das ist auch die politische Dimension unserer Band. Wir haben keine Agi-Texte, aber wir bewegen uns in einem Rahmen, in dem wir uns als Band wohl fühlen, der aber auch in einem politischen Kontext stattfindet, der okay ist.

Musicscan: Was wäre denn das größte Kompliment, das man dir machen könnte, musikalisch oder künstlerisch?

Monochrome: Das ist eine gute Frage… Ich sag mal so. Ich kann mich erinnern, als wir die ersten Male im Ausland gespielt haben, sei es in Amerika oder in Frankreich oder Spanien, dass die Leute gesagt haben: wir verstehen immer nur einzelne Sätze, eigentlich verstehen wir überhaupt kein deutsch, aber es ist auch gar nicht notwendig, alles zu verstehen, weil die Art und Weise, wie es transportiert wird, schon ziemlich viel aussagt oder einen mitreißt. Ich fand das immer ein tolles Kompliment zu sagen: Hey, ich weiß nicht, was du singst, aber wie ihr das macht oder wie ihr das rüberbringt, gibt mir das Vertrauen, dass es kein Scheiß sein kann. Ich fand das immer sehr sympathisch. Implizit finde ich es auch ein Kompliment, wenn Leute immer wieder Konzerte mit uns machen, wie in Dresden, wie in Barcelona und in den ganzen Städten, wo wir schon immer gespielt haben. Dass es immer wieder die gleichen Leute sind, die auch weiterhin unbedingt was mit uns machen wollen. Das sind so die Momente, wo ich denke: Super! Und das ist auch das Tolle an den Touren, diese Leute immer wieder zu treffen.

Musicscan: Du hast es schon ein bisschen angesprochen. Ist Pop global - schon von Anfang and oder durch die zunehmende Medialisierung, sei es durchs Internet, sei es durchs Fernsehen, Radio etc. - oder ist Pop immer noch spezifisch regional und hat auch ganz regionale und lokale Eigenheiten?

Monochrome: Ich denke, da sind wir wieder auf der strukturellen Ebene. Da muss unterschieden werden, wie eine Band von Anfang an stattfindet. Ich glaube zunächst, dass Musik immer regional ist, aber dann in anderen Regionen völlig anders rezipiert wird. Es gibt ja diesen Begriff der Glokalisierung aus Globalisierung und Lokalisierung. 1978 war Punk in London was anderes als Punk in Düsseldorf und wiederum was völlig anderes als Punk in Tokyo. Und es gab immer eine kulturelle Verlängerung, vielleicht auch Rekontextualisierung von bestimmten Phänomenen in anderen regionalen Kontexten, aber es ist wohl das Bestreben der Kulturindustrie, dann möglichst alle möglichst homogen… ach nee, da bin ich jetzt so im Adorno-Fahrwasser, dass es überhaupt keinen mehr interessieren würde. Ich glaube, die Musik ist dann toll, wenn es wirklich ein regionales Phänomen ist, das aber auch überregional stattfinden kann, beispielsweise DC-Hardcore oder so was, und wenn es Szenen gibt, wo du genau weißt, was man da musikalisch zu erwarten hat, ist irgendwie nie das gleiche, aber es ist immer irgendwie gut. Pop ist natürlich ein internationales Phänomen, oder ein globales Phänomen, aber ich denke den Charme bezieht es immer aus dem Regionalen.

 
 Links:
  Monochrome
  Stickman Records
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  Amaranthe
  Kill The Lights
  Plague Years
  Symmetric Organ
  Living Gate

Interviews/Stories:

  New Hate Rising
  Dance Gavin Dance
  Make Them Suffer

Shows:

  24.09. Ray Wilson - Datteln
  25.09. Ray Wilson - Menden