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Boysetsfire

Storie von: arne, am 04.03.2006 ]

Der Titelzusatz “Notes From The Plague Years” des neuesten Boysetsfire-Albums “The Misery Index” umfasst gerade mal fünf Worte, doch hinter diesen verbirgt sich ein für die sympathische Band aus Newark langer Kampf bis hin zum eigentlichen Release der Platte. Probleme mit dem alten Label Wind-Up, die das Recording mehrfach verwährten, hielten das Quintett auf, bis man schließlich getrennte Wege ging, und der Fünfer zu Burning Heart wechselte.

 
Durch die „Kämpfe“ im Vorfeld der Aufnahmen wieder deutlich härter und rockiger orientiert, bewegen sich Boysetsfire auf “The Misery Index“ stärker in der Tradition ihres unvergessenen Klassikers “After The Eulogy“, mit dem sie einst Hardcore-Geschichte schrieben. Brachialität, Authentizität und Intensität sind gleichermaßen kennzeichnend für die 13 Songs des Albums, die natürlich eine sehr emotionale Schlagseite aufweisen, jedoch stärker durch ihre Hymnenorientierung bestimmt werden.

So gestaltet sich die Platte schnell als treffsichere Ansammlung toller HC-Smasher. Mit “The Misery Index“ legen Boysetsfire ein jederzeit spannendes, schön dichtes Album vor, an dem es kaum etwas zu deuteln gibt. Unverkennbares „Trademark“ ist nach wie vor der markante und in jeder Lage ausdrucksstarke Gesang von Nathan Gray, der zweifelsohne nicht nur zu den besten Shoutern/Sängern im Genre zählt sondern auch mit die reflektiertesten Lyrics schreibt. Im Fokus steht (natürlich) die (Außen-)Politik der Regierung Bush. Nach der schwächeren Wind-Up-Phase melden sich Boysetsfire stärker denn je zurück und strafen all diejenigen Lüge, die sie bereits abgeschrieben hatten.

In den Reihen der Band steht mit Bassist Robert heute auch ein ehemaliges Mitglied der deutschen New Schooler My Hero Died Today, der eher zufällig zum Line-Up stieß: „Ich war Roadie bei BSF, und während einer Festivaltour in Europa ist Rob Avery ausgestiegen und ca. 5 Minuten später wurde ich gefragt, ob ich Lust hätte, Bass zu spielen. Ich habe mich dann mit Rob, der ein sehr guter Freund von mir ist, besprochen und er sagte, er könnte sich keinen passenderen Nachfolger wünschen. Somit habe ich es probiert, und es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens, die mein Leben bereichert und ruiniert hat.“ Die Entscheidung für das Musikerdasein ist dabei nicht frei von Zweifeln:

„Ja, ich bereute den Schritt ungefähr alle 2 Stunden in den letzten 2 Jahren, haha. Diese Platte zu machen war unglaublich hart für uns alle und bis auf Nathan und Josh wollten wohl alle Mitglieder es zu verschiedenen Zeiten hinschmeißen. Aber als wir von Wind Up


entlassen wurden, hat sich alles absolut großartig entwickelt. Nathan und ich haben uns vor ein paar Stunden getroffen und ein bisschen darüber gesprochen, wie glücklich wir derzeit mit unserer Labelwahl, den letzten Touren/Konzerten und der neuen Platte sind. Persönlich war ich noch nie glücklicher, in dieser Band zu spielen, als jetzt. Die Tatsache, dass wir es alle gemeinsam durchgezogen haben und eine Platte aufgenommen haben, die uns allen so wahnsinnig viel bedeutet, hat uns echt stärker gemacht.“

Bevor das Signing von Boysetsfire auf Burning Heart bekannt gegeben wurde, war immer wieder von Querelen zwischen der Band und ihrem alten Label Wind-Up zu lesen, und davon, dass der Fünfer gebuchte Studio-Slots nicht wahrnehmen durfte:

„Das stimmt absolut. Wind-Up waren einfach nicht das richtige Label für eine Band wie unsere. Es war einen Versuch wert, aber ich bin heilfroh, von ihnen weg zu sein, genau wie von unserem alten Management. Wir haben uns wieder totale Freiheit erkämpft, und das hört man der neuen Platte auch an. Wir haben einfach gemacht, was wir wollten, und es hat riesen Spass gemacht, diese platte aufzunehmen. Was Wind-Up angeht gibt es kein böses Blut. Sie haben uns immer gut behandelt, wussten halt einfach nicht was sie mit einer politischen Band, die aus dem Punk/Hardcore Underground kommt, anfangen sollten. Ich glaube, wir haben ihnen Angst gemacht.“

Die drei Jahre ohne neues Release bedeuteten für die Motivation der beteiligten Musiker eine harte Bewährungsprobe, doch produktiv waren Boysetsfire stets: „In dieser Zeit haben wir nie aufgehört, zusammen Songs zu schreiben und somit hatten wir am ende an die 30 Stücke, von denen wir auswählen konnten. Außerdem hatte ich genug Zeit, mein neues Instrument wirklich zu lernen. Somit hat alles auch eine gute Seite. Ich glaube, wie gesagt, dass alles aus einem Grund passiert, und für uns hatte diese harte Zeit gute Folgen, persönlich und musikalisch. Wir können es kaum erwarten, zusammen auf Tour zu gehen, Musik zu machen und eine gute Zeit zu haben. 2006 wird ein super Jahr für uns werden, davon bin ich überzeugt.“

 
 Links:
  boysetsfire.org
 
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