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Hawthorne Heights

Storie von: arne, am 02.03.2006 ]

Für das in Chicago ansässige Victory Records erwies sich das Signing der emotionalen Hardcore-Band HAWTHORNE HEIGHTS als Glücksgriff, denn bereits von deren Debüt-Album “The Silence In Black And White“ konnten mehr als 700.000 Einheiten abgesetzt werden. Das junge Quintett aus Ohio stieg im Nu zu einer der kommerziell erfolgreichsten Gruppen ihres Labels auf und erhielt für das Zweitwerk absolute Priorität. Dieses liegt nun unter dem Titel “If Only You Were Lonely“ vor, und schnell ist klar, dass die Musiker an den immensen Erwartungen seitens ihres Labels aber auch der der Fans nicht zerbrochen sondern vielmehr gewachsen sind.

 
Denn sowohl in Bezug auf das abwechslungsreiche Songwriting als auch die Haltbarkeit des Materials sind HAWTHORNE HEIGHTS einen deutlichen Schritt voran gekommen, ohne ihre Ungezwungen- und Lockerheit einzubüßen. Hinter der so souverän eingängigen Scheibe steht Drummer Eron zufolge ein simples wie effektives Rezept:

„Wir versuchen ganz einfach Songs zu schreiben, die die Leute immer und immer wieder hören wollen. Sie sollen von unseren Stücken begeistert sein und sich einfach gut fühlen, wenn sie sie hören. Im Songwriting beschäftigen wir uns nicht allzu sehr damit, was unsere Hörer erwarten, aber im Hinterkopf haben wir das schon. Im Vordergrund steht jedoch, uns selbst zufrieden zu stellen, schließlich müssen wir ja die Stücke später Nacht für Nacht auf der Bühne spielen und das mitunter über einen jahrelangen Zeitraum. Weiß man das, kann man keine großen Kompromisse eingehen, sondern spielt schlichtweg das, was sich gut und richtig anfühlt und lebt sich selbst voll aus.“

Privat sind die Jungs aus Ohio demzufolge nach Harmonie strebende Zeitgenossen, die wohl auch nicht zu viel denken. Wirklichen Tiefgang oder gar auch Reibungspunkte weist “If Only You Were Lonely“ nicht auf. Die sehr poppig gehaltenen, jedoch gleichsam treffsicheren Emo-Hardcore-Hymnen von HAWTHORNE HEIGHTS stehen überspitzt ausgedrückt für „Friede-Freude-Eierkuchen“, doch kompositorisch sind sie klasse:

„Hinsichtlich des neuen Albums haben wir ganz bewusst versucht, das, was den Erfolg unseres Debüt ausmachte, noch stärker zu forcieren. Vor allem hatten wir uns vorgenommen, allen Songs des Albums einen gesunden Fluss zu geben und haben viel Zeit und Mühe auf die Übergänge zwischen ihnen verwandt. Im Ergebnis ist uns das weitaus besser als noch auf dem Debüt gelungen. Ich glaube, wir näher uns beständig dem Sound an, den wir alle im Kopf haben. Als Musiker und Songwriter entwickeln wir uns beständig weiter, so dass sich uns immer neue Möglichkeiten eröffnen, die wir dann auch


ausschöpfen. Ich weiß nicht, ob wir bereits erkennbare Trademarks herausbilden konnten, doch unsere Chöre und das Gitarrenspiel sind schon recht typisch.“ Zwar gestaltet sich der Umgang mit der glatten und eher „gefühllosen“ Produktion von “If Only You Were Lonely“ im ersten Moment überraschend schwierig, doch passt sie letztlich doch gut zu den heute weniger offensiv-aggressiven Stücken von HAWTHORNE HEIGHTS.

Dennoch bemühen die Musiker für ihre zwölf Stücke nach wie vor eine explosive Mischung aus Emo-, Screamo- und Hardcore-Momenten. Und dort, wo auf dem Debüt die Nähe zu Taking Back Sunday, Thursday oder Silverstein noch allzu deutlich ausgeprägt war, ist längst eigene Identität entstanden. Schöne, massenkompatible Harmonien und Melodien mit „weichen“, gefühlvollen Vocals und Chören sind bestimmend für das Zweitwerk der Band. Die eigene Vergangenheit verleugnet Eron übrigens nicht, ist er doch u.a. mit den genannten Acts aufgewachsen:

„Ich selbst bin zum ersten Mal im Alter von zwölf Jahren mit harter Musik in Berührung zu kommen und meine Vorlieben haben sich vom Grunge über Metal und Hardcore hin zum Emo entwickelt. Unseren diversen Background hört man auch heute noch heraus, ebenso wie die verschieden Bands, in denen wir gewesen sind. Namentlich bekannt ist von diesen zwar keine, doch wir profitieren von den Erfahrungen, die wir sammeln konnten.“ In naher Zukunft wollen HAWTHORNE HEIGHTS endlich auch mehr Augenmerk auf Europa legen, das sie hier nach wie vor kaum mehr als ein Insider-Tipp sind:

„Das lässt sich nicht bestreiten, aber das ist zum einem Großteil unsere eigene Schuld. Schließlich sind wir noch nie in Europa gewesen und haben uns bislang fast ausschließlich auf die Staaten konzentriert. Allerdings wurde nie ein entsprechendes Angebot an uns heran getragen. Diesen Sommer schaffen wir es dann aber hoffentlich endlich auch einmal zu euch, wobei wir den Support für eine größere Band spielen werden.“ Lassen wir uns überraschen...

 
 Links:
  hawthorneheights.com
 
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