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Caliban

Storie von: arne, am 21.02.2006 ]

Konsequent setzen CALIBAN auch mit ihrem zweiten Longplayer für Roadrunner “The Undying Darkness“ den Weg fort, den sie einst auf Lifeforce mit “Shadow Hearts“ begründeten. Dabei erklingt das erfolgreich erprobte Hart-Zart-Konzept moshigen MetalCore’s, der um emotional poppige Refrains versetzt wird, heute effektiver denn je, und sowohl in Bezug auf die Qualität des Songwritings als auch auf die potenzielle Hitdichte setzen CALIBAN mit ihrer fünften Platte wiederum Maßstäbe für das MetalCore-Genre.

 
Das neue Songmaterial ist dabei insgesamt wieder etwas härter, in den Refrains zugleich aber auch noch poppiger ausgefallen. Von “The Opposite From Within“ setzt sich “The Undying Darkness“ den vor allem dank seiner optimal knalligen Produktion, die für Genre-Fans keine Wünsche unerfüllt lässt, ab. Es darf wieder kräftig gemosht werden, amtliche Pits sind vorprogrammiert.

Mit dem Signing auf Roadrunner ging für CALIBAN die Entscheidung einher, es fortan als professionelle Musiker zu versuchen und als erste deutsche MetalCore-Band das für den Lebensunterhalt nötige Geld „on the road“ zu verdienen. Shouter Andy zieht über die bisherigen Erfahrungen dieses Unterfangens Bilanz: „Es macht nach wie vor Spaß, viele Konzerte zu spielen und unterwegs zu sein. Natürlich ist es bisweilen auch stressig, aber du siehst und erlebst viel, kommst in viele Länder und lernst ständig neue Leute kennen. Da hat wenigstens für mich noch keine Abnutzung eingesetzt und meine Miete kann ich auch zahlen. Ich bin sowieso mehr ein Live-Typ und finde Studio kacke, insofern habe ich gerade am Touren Spaß und die Band macht nach wie vor Bock. Wenn man Musik beruflich machen will, ist es wichtig, konsequent am Ball zu bleiben, denn du musst ja viel spielen. Das Touren ist deine Arbeit, denn dort verdienst du dein Geld. Sicherlich bekommt man auch vom Label etwas Kohle, aber das geht sofort für die Aufnahmen der CDs drauf. Von den Gema-Ausschüttungen kann man nicht leben, so dass du über die Gage von Konzerten und Touren sowie die Merchandise-Verkäufe die Rechnungen bezahlst. Das geht schon, auch wenn wir jetzt zum Ende des Jahres wieder alle ziemlich abgebrannt sind.“

Einem besonderen Antrieb zum professionellen Musikerdasein bedarf es für CALIBAN nicht:

„Wir sind da eigentlich alle hinterher, denn wir wollen, dass es gut läuft. Es sind vor allem Marc (Gitarre) und Patric (Drums), die sich um die Bandinterna und das Organisatorische in Bezug auf Studios, Platten und Buchführung kümmern. Wir anderen arrangieren uns damit und haben akzeptiert, dass die zentralen Fragen von zwei Leuten geklärt werden, die dann auch den Überblick haben und uns verantwortlich sind. Gerade für die Koordination der vielen Fragen, mit der sich eine Band auseinandersetzen muss, ist es gut, dass Management usw. einen Ansprechpartner in der Band haben. Alles Wichtige klären wir dann intern in Gesprächen.“

Die Entscheidung für Anders Friden als Produzenten für “The Undying Darkness“ fiel nicht schwer: „Das war von Beginn an relativ eindeutig, denn wir alle waren mit Anders Arbeit für “The Opposite...“ sehr zufrieden, weshalb wir auch die neue Platte mit ihm gemacht haben. An der nächsten wird er sicherlich wieder beteiligt sein, obwohl wir jetzt ein Angebot von Andy Sneap vorliegen haben und er gerne unsere nächste Platte mit produzieren und nicht nur mixen würde. Das findet gerade Marc sehr gut, weil beide absolute Gitarren-Menschen sind. Andy hat von Gitarrentechnik mehr Ahnung als Anders. Er ist ein guter Produzent, und vor allem ich als Sänger komme gut mit ihm klar, aber was die Gitarrentechnik angeht, hätte sich Marc etwas mehr gewünscht. Anders ist eben kein Gitarrist, so dass sich mit Sneap vielleicht noch bessere Möglichkeiten eröffnen. Ich


kann mir eine Mischung zwischen Anders fürs Songwriting und Andy mehr für die technische Seite gut vorstellen, doch das liegt noch in der Zukunft.“

Also blicken wir auf den Entstehungsprozess von “The Undying Darkness“ zurück, der mit einem Tourstopp im Sommer 05 begann. Der Break war nötig, da CALIBAN neue Songs nach wir vor in der heimischen Umgebung und nicht auf Tour schreiben: „Riffs und Ideen entstehen durchaus auf Tour, doch man muss Songs ja für die ganze Band zusammenbringen und das geht nicht, wenn wir unterwegs sind. Bei uns ist es so, dass Marc die Songs schreibt und er ein in Phasen arbeitender Mensch ist. Irgendwann setzt er sich zu Hause hin und haut dann einen Riff nach dem anderen heraus. Eben in diesen Phasen schreiben und proben wir die neuen Songs. Die Tracks für neue Platten entstehen also in kurzer Zeit und gleich im Anschluss daran nehmen wir sie in einem Block auf.“

Wobei die Studiozeiten nicht unbedingt großzügig geplant sind: „Im Groben veranschlagen wir eine Woche für Schlagzeug und Bass, eine weitere für die Gitarren und eine dritte für den Gesang. Drei Wochen wollen wir schon im Studio sein, wobei vier eigentlich besser sind. Bei der neuen Platte wurde es zum Ende hin wieder ein bisschen knapp, weil Denis zum ersten Mal ein ganzes Album einsingen musste. Das war für ihn eine komplett neue Erfahrung und sehr anstrengend. Ich bin ja auch Sänger und weiß, wie schwer es ist, gerade dann, wenn man irgendwo hängt, und nicht das herausbringt, was man singen will. Das war beim Aufnehmen teilweise so, weil er im Kopf einer anderen Linie gefolgt ist als der, die er eigentlich singen wollte. Gerade cleanes Singen ist ja noch einmal viel schwerer als mein Schreien. Letztlich haben wir aber alles gut hinbekommen.“

Da trifft sich gut, dass CALIBAN sehr effizient und selbstbewusst nur eben so viele Tracks schreiben, wie später auch auf Platte zu finden sind. Das Ergebnis gibt ihnen auch diesmal recht: „Das Songwriting ist noch eindeutiger geworden, und es ist noch mehr Melodie im Sinne von Schweden-Metal drin. Das neue Album läuft für mich insgesamt besser, da sie über die Produktion weitaus runder und fetter geworden ist. Es ist eine natürliche Weiterentwicklung, denn die Leute werden ja wie wir selbst immer anspruchsvoller. Auch bandintern legen wir immer mehr wert auf kleine Feinheiten, und wenn es nur eine dritte Gitarrenspur ist, die die Dichte steigert.“

Den Vergleich mit Killswitch Engage werden CALIBAN jedoch auch mit der neuen Platte nicht loswerden: „Ein großer Punkt ist sicherlich die Produktion von Andy Snea, auch wenn daneben natürlich auch musikalisch Überschneidungen bestehen. Killswitch sind ja schließlich die Vorreiter in diesem Bereich. Sie waren die ersten, die diesen krassen Mix aus ultraheftigem Rumgebölke und cleanem Gesang spielten und haben das geprägt, was heute auf Roadrunner gesignt wird. Sicherlich haben sie auch uns geprägt, doch wenn du dir unsere alten Platten anhörst, wirst du erkennen, dass dieser Kontrast auch bei uns schon immer da gewesen ist. Mit den besseren Produktionen und der Ausweitung der cleanen Gesangs ist es heute nur noch offensichtlicher. Andererseits ist der Vergleich mit Killswitch für uns ja auch ein phantastisches Kompliment.“

 
 Links:
  calibanmetal.com
  roadrunnerrecords.de
 
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