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Place Of Skulls

Storie von: arne, am 18.02.2006 ]

Melancholie und Anmut liegen manchmal sehr dicht beisammen; so wie auf “The Black Is Never Far“, dem dritten Album von PLACE OF SKULLS aus Knoxville, Tennessee. Bandinitiator und Doom-Legende Victor Griffin (u.a. Pentagram und Death Row) ist von jeher schweren Heavy-Klängen verschrieben gewesen, doch seit seinem Comeback 2002, als er sich mit neuer Band nach mehrjähriger künstlerischer Abstinenz über Southern Lord imposant zurück meldete, geht er heute weitaus rockigeren und breiter angelegten Massiv-Sounds nach.

 
Letztlich ist es nur die logische Konsequenz dieser Entwicklung, dass sich “The Black Is Never Far“ als Tribut an den Heavy Rock im Ganzen präsentiert und dabei zwanglos Elemente aus Soul, Jazz und Blues integriert. Vor einem unverkennbar spirituellen Rahmen agieren PLACE OF SKULLS auf ihrem Debüt für Exile On Mainstream so verspielt, detailverliebt und abwechslungsreich wie niemals zuvor:

„Vor allem bin ich froh, überhaupt wieder aktiv zu sein.“ reflektiert Victor am Telefon, auf das Hin und Her mit Split, Reunion usw. angesprochen: „Die neue Platte ist letztlich nur die Folge dessen. Als Tim die Band verließ, standen wir auf einmal ohne Drummer da. Wir hatten noch gar nicht richtig begonnen, nach Ersatz zu suchen, als er wieder zurück kam. Daneben bestanden aber auch andere Probleme, die sich dadurch ergeben, dass Dennis (Gemeint ist Revelation-/OverSoul-Bassist Dennis Cornelius.) weit von uns entfernt lebt und wir dadurch nicht mehr eine lose existierende Band sind. Nachdem wir wieder zu dritt probten, entwickelten sich die Dinge sehr positiv und alle hatten neue Motivation gefunden und die Einstellung bezüglich der Band verändert. Das Feeling war wieder da, und da es sich falsch anfühlte, aufzugeben, machten wir eben weiter. Zwar sind wir auch heute noch keine feste Band im eigentlichen Sinn, doch die Motivation stimmt und hoffentlich läuft es für PLACE OF SKULLS gut weiter.“

Entgegen anders lautenden Gerüchten wurde das Trio von Southern Lord nicht gedroppt, wie Victor richtig stellt: „Viel zu sagen gibt es eigentlich nicht, und im Grunde handelte es sich nur um ein großes Kommunikationsproblem zwischen Band und Label. Wir hatten einen Vertrag für zwei Platten sowie die Option auf eine weitere. Nach Erfüllung des vertraglich Vereinbarten erkundigten wir uns nach den Konditionen für ein drittes Release, doch schon zu der Zeit hörte selbst ich Gerüchte, wir seien von ihnen gedropped worden. Mir persönlich hat das niemand mitgeteilt, weshalb ich schon vorher frustriert war und keine große Lust hatte, mit ihnen neu zu verhandeln. Also begannen wir, andere Labels zu kontaktieren und eine für uns gute Lösung zu finden. Es ist vielleicht sogar gut so, denn Southern Lord hat sich in eine Richtung entwickelt, zu der PLACE OF SKULLS nur bedingt passen, denn sie konzentrieren sich vor allem auf Drone, Death und Black Metal. Natürlich waren wir anfangs enttäuscht, nicht mehr Teil dieses Labels zu sein, doch ich muss feststellen, dass mich die momentane Aufstellung von Southern Lord und die letzten Releases kaum noch interessieren. Alle Probleme zwischen uns sind aber längst ausgeräumt.“

Hinzu kommt, dass das Trio in Europa von jeher einen besseren Stand hatte, was der Entscheidung für Exile nur zutr


äglich war: „Dein Empfinden ist richtig, auch wenn ich die Gründe dafür bis heute nicht nachvollziehen kann. Bei euch erregten wir von Beginn an mehr Aufmerksamkeit. Vielleicht liegt es an der religiösen Komponente, der europäische Hörer offener gegenüber stehen. Im Heavy Metal gibt es keine zweite Band wie PLACE OF SKULLS, was scheinbar für viele der Umgang mit uns erschwert. Wir haben aber auch nie versucht, gezielt auf ein christliches Publikum zuzugehen oder mit christlichen Labeln zu kooperieren. Vielleicht sollten wir das zukünftig mal tun, um auch in den Staaten Fuß zu fassen. Andererseits höre ich, dass kleine christliche Label nur geringe Aufnahme-Budgets zur Verfügung stellen, wir jedoch schon einen gehobenen Anspruch bezüglich unserer Produktionen haben, der in die Kosten geht. Allein aus Marketing-Erwägungen werden wir jedenfalls nicht auf ein christliches Label wechseln. PLACE OF SKULLS bestehen immerhin schon fast fünf Jahre, und ich hege noch immer die Hoffnung, dass die Leute uns langsam an der musikalischen Qualität messen und nicht an unserer spirituellen Einstellung.“

Doch auch für das Heavy-Trio standen die Vorzeichen niemals zuvor besser als jetzt: „Wenn man sich die Musik-Szene in Amerika anschaut, ist es für Heavy Musik wohl tatsächlich die beste, die es jemals gab. Dennoch macht jede Band andere Erfahrungen und nicht alle guten Gruppen werden unterstützt. Wir als PLACE OF SKULLS konnten bislang keinen nennenswerten Vorteil gegenüber früheren Tagen verzeichnen. Vielleicht klingen wir zu traditionell, aber ich schreibe meine Songs nun einmal so, wie ich es tue, und das werde ich nicht ändern, nur um mehr Leuten zu gefallen. Entweder spielen wir unsere Musik oder gar keine.“

Mit verantwortlich für den nach wie vor schweren Stand der Band in ihrer Heimat ist gleichfalls die Tatsache, dass die Musiker aus Tennessee nur wenig touren. Und extensiven Live-Support wir es wohl auch für “The Black Is Never Far“ nicht geben:

„Das ist eine Entscheidung, mit der wir uns selbst auch mächtig schwer tun. Natürlich wollen wir das neue Album mit Touren in den Staaten und auch Europa supporten, doch es bereitet uns große Probleme, die Einzelheiten dafür zu klären und uns die nötige Zeit zu nehmen. Auch in dieser Hinsicht sind PLACE OF SKULLS nur eingeschränkt funktionsfähig. Doch wir versuchen das uns Mögliche und hatten sogar schon begonnen, für den April Daten in Europa zu buchen. Dann kamen jedoch Aufträge meiner Firma (Der gute Victor baut Motorräder.) dazwischen, so dass wir alles canceln mussten. Gerade versuchen wir eine Tour für den Juli zu organisieren, die wir mit einigen Festivalauftritten verbinden wollen.“ Es bleibt nur zu hoffen, dass diesen Worten auch Taten folgen werden.

 
 Links:
  placeofskulls.com
 
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