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Waterdown

Interview von: arne mit Phil & Christian, am: 06.02.2006 ]

Auf ihrem neuesten Output “All Riot“ besinnen sich WATERDOWN vermehrt auf die Stärken ihres Debüts und setzten wieder deutlicher auf eine variable, vielschichtige Mischung aus (traditionellem) Hardcore, Punk und etwa Metal. Die Osnabrücker verbleiben jederzeit als Hardcore-Kombo im eigentlichen Sinn, und gerade hierdurch gelingt dem Sechser eine deutliche Abgrenzung gegenüber der MetalCore- und Emo-Konkurrenz.

 

Musicscan: Waterdown melden sich endlich mit ihrem dritten Album "All Riot" zurück. Habt Ihr zwischenzeitlich selbst daran gezweifelt, dass dieses überhaupt erscheinen würde? Nach der Trennung von Marcel schien es wenigstens von außen betrachtet doch sehr ruhig um Euch gewesen zu sein...

Waterdown: Nein, uns allen war mit dem Austieg von Marcel klar, dass wir weitermachen wollten. Es war in erster Linie für jeden von uns wichtig als Band weiter zu existieren, Konzerte zu spielen, auf Tour zu gehen und natürlich auch Platten aufzunehmen. Logischerweise war somit der erste Schritt nach Marcels Ausstieg die Suche nach jemanden der seine Funktion in der Band übernehmen könnte. Da so jemand aber natürlich nicht innerhalb von einer Woche gefunden wird, haben wir uns eben sofort daran gemacht "frisches" Material zusammenzubasteln. Die Stimmung im Proberaum war sehr kreativ und ziemlich entspannt. Es gab eben nicht den Druck, "jetzt sofort" ein neues Album schreiben zu müssen, zumal wir ja immer noch zu fünft waren. Interessanterweise haben wir in dieser Phase sehr, sehr viel Zeit im Proberaum verbracht, wobei einige Leute da draussen vielleicht denken, dass dies eher der Moment wäre, sich weniger oft zu treffen und die ganze Sache mal "entspannt" angehen zu lassen. Somit scheint es um eine Band immer "ruhig", wenn sie sich zurückzieht, um 'ne neue Platte zu schreiben - aber da sind wir sicherlich nicht die erste Band, bei der das nach außen hin so scheint. Wir haben in dieser Zeit dennoch einige Shows wahrgenommen - mit Gastsängern wie z.Bsp. Christoph von Mournful - weil wir einfach wieder Bock hatten Konzerte zu spielen. So betrachtet war diese Zeit kein melodramatischer Rückzug sondern nur die Ruhe vor dem Sturm. Natürlich kommen in so einer Zeit auch Zweifel, ob man tatsächlich jemanden findet der sich in dieses feste Bandgefüge einbringen kann. Wir waren aber nie an dem Punkt, wo wir uns zusammengesetzt hätten um die Band aufzulösen.

Musicscan: Welchen Ansprüchen musste denn der neue Sänger denn gerecht werden, und was gab letztlich den Ausschlag für Michael? Die Suche vollzog sich ja über einen sehr langen Zeitraum...

Waterdown: Das Wichtigste überhaupt war jemanden zu finden, der "wirklich" bei der Sache ist. Jemanden, der seine Aufgabe ernst nimmt und sich ihr gewachsen fühlt. Wir haben jemanden gesucht, der sich auf der persönlichen, menschlichen Ebene soweit einfügt, dass wir das Gefühl haben, diese Person sei von Anfang an dabei gewesen. Nichts desto trotz haben wir einfach die Augen nach einem richtig guten Sänger offengehalten und lange, lange keinen gesichtet. Wir wollten uns nicht mit einer Lösung zufrieden geben, die einfach nur "ok" gewesen wäre. Da musste jemand her, der uns wirklich umbläst. Und nach einiger Zeit schien uns das wirklich utopisch. Wir hatten einige Leute zu uns eingeladen, um mit uns im Proberaum Songs von den letzten Platten zu spielen, haben Mitschnitte gemacht und ganz entspannte Gespräche geführt, um herauszufinden, ob man wirklich zusammenarbeiten kann und die kommende Zeit auch ernsthaft gemeinsam durchstehen kann. Rückblickend zusammen gefasst ist sowas eigentlich Blödsinn, da man für die Arbeit in einer Band mehr braucht als nur "Kollegen", da muss einfach alles stimmen. Und so war es eben bei Zacken. Wir kannten ihn schon vorher, als Sänger der "Getaway Drivers" und "Sight Unseen" Axel und Phil hatten mit ihm auch schon an Demos einer anderen Band gearbeitet. Und eigentlich lag die Idee, ihn zu fragen, so nahe, dass wir wohl etwas länger gebraucht haben, diese Option wirklich mal zu realisieren. Da bleibt nur noch zu sagen, dass Michael in den Proberaum gekommen ist und uns einfach weggeblasen hat. Es hat einfach alles gestimmt. Und nachdem wir einige Arbeit und Zeit mit ihm in die ersten "rohen" Songs von "All Riot" investiert hatten war uns klar, dass er einfach in allen Punkten zu 100% in diese Band passt.

Musicscan: Es gab vor einiger Zeit Gerüchte über eine MCD, die Ihr mit verschiedenen, prominenten Gast-Shoutern aufnehmen wolltet. Was war da dran, und warum kam es nicht dazu?

Waterdown: Wir hatten irgendwann in der Zeit, in der wir ohne zweiten Sänger probten und Songs schrieben, diese Gastsänger-Idee. Wir hatten uns überlegt, Sängern von Bands, mit denen wir befreundet sind und mit denen wir im Laufe der Jahre getourt sind, jeweils einen neuen Song von uns zu geben und sie einfach mal machen zu lassen. Unfassbarerweise rannten wir mit dieser Idee scheinbar offene Türen ein, da alle Sänger, die wir baten, mitzumachen, sofort zusagten. Das waren Leute wie Daryl Snapcase, Geoff Thursday, Lou Sick Of It All, Tim Avail, Ingo Donots, Christoph Mournful und Matt Funeral For A Friend. Das wäre für uns natürlich eine absolute Ehre gewesen, all diese Leute auf unserer CD zu vereinen und die Songs dazu zu schreiben. Nur kam für uns irgendwann die Erkenntnis, dass wir mit dieser CD nicht hätten auf Tour gehen können. Und wenn wir eins wollen, dann wieder unterwegs sein. Also haben wir lieber Songs für unser nächstes richtiges Album geschrieben und die Gastsängersache verschoben. Wir werden versuchen, das in Zukunft auf die Beine zu stellen, weil wir uns damit einfach einen Traum verwirklichen würden. Aber für uns war es zum jetzigen Zeitpunkt einfach wichtiger, erst mal wieder eine richtige, funktionierende Band zu werden und endlich wieder live spielen zu können.

Musicscan: Steht "All Riot" synonym für all die Unruhe, Ungewissheiten und angestaute Aggressionen, die Waterdown nach dem "The Files You Have On Me" erlebt haben? Also gewissermaßen als Kampfansage oder mehr als Durchhalteparole?

Waterdown: Das mit dem Durchhalten haben wir hinter uns. Wir haben die schwierigste Phase unserer Bandkarriere definitiv überstanden. Und deshalb ist "All Riot" eine Kampfansage. Wir hatten noch nie so viel Selbstvertrauen. Wir wissen, was wir können. Wir wissen, dass wir mit diesem Album die beste Platte unserer bisherigen Laufbahn gemacht haben, und jetzt gehts definitiv erst richtig zur Sache. Wir sind aus der total verkorksten Situation nach Marcels Ausstieg hervorgegangen als viel stärkere Einheit und als bessere Band. Darauf sind wir verdammt stolz. Jetzt kanns losgehen. Wir kriegen euch alle. :)

Musicscan: Von Beginn an ist auffällig, dass "All Riot" in der Summe seiner Tracks gegenüber "The Files..." deutlich aggressiver und offensiver ausgefallen ist. Habt Ihr das bewusst forciert oder wolltet Ihr einfach wieder hart rocken?

Waterdown: Wir wollten "All Riot" genauso machen, wie sie jetzt geworden ist. Roh, laut, aggressiv und vor allen Dingen ehrlich. Die Stimmung auf dem Album spiegelt wieder, wie wir uns als Waterdown sehen. "All Riot" ist Waterdown - mehr als je zuvor. Wir haben viel Zeit gehabt, aber uns war sehr früh klar, dass wir eine Platte machen wollten, die wieder zu den Emotionen führt, die wir auch früher schon mit Musik in Verbindung gebracht haben. Zurück zu den eigenen Wurzeln, in die Zeit, in der wir Hardcore, Punk und Metal begegnet sind. Wir haben eine Menge Songs geschrieben und nicht eher damit aufgehört, bevor wir der Meinung waren, dass wir so viel Material angesammelt haben, mit dem sich alle in der Band ausnahmslos damit indentifizieren können. Dabei geht es nicht nur um den Song oder den Text, sondern es geht um die Idee, die hinter der ganzen Sache steht. Der Antrieb zu tun worauf man Lust hat und sich gerade für die eigene Sache wieder einzusetzen. "All Riot" ist nicht am Küchentisch als Idee entstanden, sondern im Proberaum. Wir haben uns darauf konzentriert, Musik zu machen. Musik, auf die wir Bock haben und die uns entsrpicht. Dazu gehört eben auch die Tatsache, dass wir uns nie wirklich als "Emo"-Band gesehen haben. Wir haben uns immer als Hardcore Band verstanden und uns auch nicht darum geschert, wie man muskalische Stilrichtungen katalogisiert. Wir freuen uns mit jedem, dem die neue Platte zusagt und der sich ein Stück weit damit identifizieren kann, wir freuen uns wahnsinnig auf die kommenden Shows, und nicht umsonst ist "All Riot" eine Platte geworden, die eigentlich auf die Bühne gehört.

Musicscan: Das neue Material lehnt sich wieder stärker an dem von "Never Kill The Boy On The First Date" an. Das scheint auch die Richtung, in der Waterdown ihre Stärken voll ausspielen können, denn zu seichte Passagen, wie stellenweise auf "The Files..." stehen Euch nicht so gut zu Gesicht. Oder wie seht Ihr das?

Waterdown: Wie eben beschrieben geht "All Riot" wieder den Weg zurück zum Ursprung. Dads dabei eine Platte entsteht, die trotz vielseitiger Besetzungswechsel wieder zu der eigentlichen Idee von Waterdown zurückfindet, liegt an der Stimmung, die innerhalb des Bandgefüges herrscht. Es besteht keine bewusste Idee, sich an das erste Album zu halten, es hängt auch nicht damit zusammen, wie die zweite Platte Stimmungen transportiert hat, sondern schlicht und ergreifend geschieht auf "All Riot" das, was wir als Waterdown definieren. Es würde mich überraschen, wenn die nächste Platte entspannter klingen würde. Für uns ist dieser Stil einfach unser Weg. Dass der nicht "neu" ist oder wir einfach einem Trend hinterherlaufen kann man erkennen, wenn man sich "NKTBOTFD" oder "TFYHOM" aufmerksam anhört. Wir sind mit den vorherigen Alben zufrieden, aber "All Riot" ist quasi unser persönliches Fazit Waterdown betreffend. "Seichte Passagen" mögen wir natürlich durchaus noch... dabei ist aber auch immer relativ, was man "seicht" versteht - sind TOOL etwa seicht nur weil es partiell ruhigere Passagen gibt? Aber letztendlich darf sich jeder selbst aussuchen, was er mag und nicht mag... wir haben unseren Weg mit der neuen Platte gefunden und sind mehr als zufrieden mit dem Ergebnis.

Musicscan: "All Riot" steht in vielerlei Hinsicht für authentischen Hardcore, der sowohl traditionellen HC-Acts Tribut zollt, gleichfalls aber auch modern wirkt, gerade im Hart-Zart-Kontrast. Was zeichnet aus Eurer Sicht die Musik von Waterdown aus, und wie ist es um Eurer Hardcore-Verständnis bestellt?

Waterdown: Wir sehen uns als Hardcore-Band und haben das immer getan. Das ist die Szene, aus der wir kommen und in der wir uns auch immer noch wohl fühlen. Das beinhaltet für mich aber eben auch stilistische Offenheit. Keiner von uns hat sich je damit zufrieden gegeben, ausschließlich Hardcore zu hören. Als wir Ende 1999 anfingen, uns Gedanken über diese Band zu machen und sie dann kurz danach gründeten, da gab es diese riesige Screamo- oder auch Metalcore-Welle noch gar nicht. Es gab Hardcorebands, Metalbands und Emobands. Und einige wenige Bands wie Boysetsfire oder auch Grade, die versuchten, klassische 90er New School Hardcoresounds und -werte mit Melodien in Einklang zu bringen. Zu dieser Zeit war ich aber beispielsweise unglaublich beeindruckt von "King For A Day, Fool For A Lifetime" von Faith No More. Und zwar einfach deshalb, weil ich noch nie zuvor eine derart umwerfende Verbindung von Melodien und Aggression gehört hatte. Die Platte ist in einer Minute zart, zerbrechlich und leise, in anderen Momenten aber so unglaublich heftig und wahnsinnig, dass einem echt alles aus dem Gesicht fällt. Ich betrachte sie deshalb heute noch als meine absolute Lieblingsscheibe aller Zeiten. Diese Platte war der Grundstein. Ich wollte dies Konzept im Sinne von Hardcore für mich verwenden. Deshalb ist unsere Debüt-EP "drawasmilingface" und auch "Never Kill The Boy On The First Date" ein Sammelbecken, in dem sich Einflüsse wiederfinden, die von Hardrock und Alternative über Emo, Punkrock, Metal und Hardcore reichen. Das, was die Scheiben überhaupt zusammenhielt, war der prägnante Wechselgesang von Ingo und Marcel. Stilistisch war aber alles erlaubt. Ich konnte genau deshalb auch nie verstehen, warum wir damals so oft diesen Boysetsfire-Vergleich bekamen, denn meiner Meinung nach klangen wir komplett anders. Aber wahrscheinlich lag das einfach daran, dass es noch nicht so viele Bands in der Richtung gibt, mit denen man uns hätte vergleichen können.

Musicscan: Auch Ihr keine vorrangig "politisch motivierte" Band seid, weisen nicht allein Album-Titel und das Cover doch auch auf politisches Bewusstsein und Engagement hin. Welche Stellung/Aussage bezieht "All Riot" in dieser Hinsicht?

Waterdown: Wir hatten schon immer politische oder kritische Texte, und zwar auch in der Mehrzahl, weil Ingo als Haupttexter meist solche Themen ansprach. Marcel, der bis zu seinem Ausstieg einige Texte beisteuerte, hatte eine andere Art zu schreiben und eben auch andere Themen. Für "All Riot" haben Ingo, unser neuer Sänger Zacken und ich die Texte geschrieben, und wir wollten der Platte definitiv einen roten Faden geben. Und passend zur härteren Ausrichtung und auch gerade zur Hardcorelastigkeit der neuen Songs war dann auch klar, dass die Texte diesmal ausschließlich sozialen, politischen oder gesellschaftskritischen Bezug haben sollten. Die Texte einzeln zu erklären, macht meiner Meinung nach wenig Sinn, da sie sehr klar und fokussiert sind und man sofort versteht, was die Aussage ist, die hinter den Songs steht. Letztlich hatten wir einfach auch keine Lust, über Dinge zu schreiben, die für uns keine oder wenig Bedeutung haben. Für mich gehören Hardcore, Punkrock und engagierte Texte einfach zusammen.

Musicscan: In früheren Tagen waren Musik und Aussage eine Band wenigstens gleichberechtigt, doch das hat sich in den letzten Jahren immer weiter verschoben. Gibt es heute zu wenige Bands, die sich der Tradition des HC verpflichtet fühlen?

Waterdown: Also von uns aus kann ja jeder machen, was er will. Wir können da nur für uns selbst reden. Was andere Bands als wichtig ansehen, ist deren Ding.

Musicscan: Euer Label Victory hat entscheidend zur "Kommerzialisierung" von Hardcore beigetragen, ist heute zweitgrößter Indie auf dem US-Markt. Für Euer Signing auf Victory habt Ihr anfangs auch auf den Deckel bekommen, doch was ist jetzt nach mehrjährigen Zusammenarbeit über die Arbeitsweise des Labels und Eure Zusammenarbeit mit ihm zu sagen?

Waterdown: Victory sind in erster Linie verantwortlich dafür, dass wir weltweit veröffentlichen. Das ist wirklich der Wahnsinn. Wir bekommen Emails aus allen Teilen der Welt, und wir können theoretisch (mal abgesehen davon, ob sich so etwas finanziell durchziehen lässt) überall auf Tour gehen und hätten bei jeder Show eine Handvoll Leute, die die Texte mitsingen und sich gerade tierisch freuen, eine Show von uns zu sehen. Dafür sind wir Victory wirklich dankbar, denn uns ist schon bewusst, dass wir ohne deren Arbeit und Unterstützung nie im Leben so weit gekommen wären. Ich persönlich gebe nichts auf Unterscheidungen zwischen guten und bösen Labels. Für mich sind alle Labels gleich. Sie versuchen, Musik zu vermarkten und letztendlich Geld damit zu verdienen. Ob das jetzt das kleine deutsche HC-Label ist oder das grosse amerikanische, macht wirklich keinen Unterschied. Und ich mache das auch niemandem zum Vorwurf, denn die Leute, die für eine Plattenfirma arbeiten, müssen ja zwangsläufig davon leben und möglicherweise Familien ernähren. Wenn man sich ausserdem davon verabschiedet, die Leute beim Label als Freunde zu sehen, dann hilft das sehr. Wir sind nicht persönlich beleidigt, wenn wir etwas nicht bekommen. Hauptsache, die Typen machen ihren Job gut und sorgen dafür, dass die Platten in den Läden stehen.

Musicscan: In unserem ersten Interview vor einigen Jahren sagtest Du, Ihr hättet mit Victory einen Deal über drei Platten, der nun also durch ist. Gibt es schon Tendenzen, wie es mit Euch weitergehen wird, oder ist es dafür noch zu früh?

Waterdown: Das ist jetzt definitiv zu früh. Wir haben unseren Vertrag erfüllt, aber jetzt wollen wir mit "All Riot" erst mal auf Tour gehen und in möglichst vielen Ländern spielen. Klar gibt es Angebote, aber wir lassen uns da jetzt nicht drängen und versuchen auf jeden Fall erst mal, mit dieser Platte einen Status zu erreichen, auf den es sich für zukünftige Veröffentlichungen aufbauen lässt. "All Riot" ist für uns alles andere als Pflichterfüllung, damit wir jetzt aus dem Deal raus sind. Dies ist unsere bisher beste Platte, und das Potential wollen wir nutzen. Wir wollen die Welt sehen und soviel spielen, wie es eben geht.

Musicscan: Stichwort US-Markt: Wolltet oder konntet Ihr in den Staaten nicht mehr Präsenz zeigen. Das Potenzial Eurer Platten blieb wenigstens in den USA ungenutzt, weil Ihr dort kaum getourt seid...

Waterdown: Es hat sich in den letzen Jahren nicht die Möglichkeit ergeben, in den USA zu touren, gerade weil wir lange nach einem neuen Mann gesucht haben und keine Platte am Start hatten. Wir hätten auf jeden Fall gerne mehr Präsenz auf dem US-Markt gezeigt, aber es hat sich zu "TFYHOM" nicht angeboten. Mit "All Riot" wollen wir auf jeden Fall in die Staaten, darüber sind wir mit VR einer Meinung. Allerdings bedeutet eine Tour in den Staaten auch immer einen etwas längeren Zeitaufwand, da sich die ganze Sache ja auch lohnen soll. Wir sind aber in jedem Fall bereit und in den Startlöchern, um mal über den Teich zu schwappen. Ersteinmal konzentrieren wir uns aber auf die UK Tour und im April auf die etwas ausgeweitete D/AU/CH Tour. Der Rest Europas soll auch in diesem Jahr nicht verschont bleiben und VR haben ebenfalls angedeutet uns in diesem Jahr nicht nur einmal rüberholen zu wollen.

Musicscan: Wie schätzt Ihr denn Euer Standing auf dem deutschen Markt ein?

Waterdown: Da wir lange Zeit nicht so präsent waren, gehen wir für uns die ganze Sache eher entspannt an. Es gibt viele Fans, die sich sicherlich noch gut und gerne an uns erinnern, das bekommen wir auf den Shows auch immer wieder zu spüren. Bei der Release Party zu "All Riot" in der Scheune in Ibbenbüren mit FITA, The Coalfield und Sight Unseen mussten wir leider jede Menge Leute wieder nach Hause schicken, da der Laden einfach sowas von voll war, dass da gar nichts mehr ging. Insofern können wir uns über zu wenig Interesse seitens der Fans nicht beklagen. Die Stimmung war der absolute Hammer und das war wirklich mal 'ne würdige Party. Dafür sind wir unendlich dankbar und jedesmal auf's neue überrascht, wenn immer noch Leute kommen und sagen oder schreiben wie gut ihnen die anderen Platten gefallen. Wir versuchen aber auch immer Kontakt herzustellen und uns ist eben auch bewusst, dass wir an Popularität in den letzten 1 ½ Jahren nicht so wahnisinnig viel gewinnen konnten. Lob und Kritik der Fans sind uns immer schon wichtig gewesen. Dafür sind wir jetzt aber mit frischem Wind zurück und werden sicherlich keine Chance ungenutzt lassen mal wieder Vollgas zu geben. Abgesehn von unserem Standpunkt, Marktwert oder der Position in der Szene sind wir nur damit zufrieden,wenn wir unser Bestes geben und versuchen uns immer wieder zu pushen. Wir werden uns auch nicht zurücklehnen, wenn wir auf einmal tierisch viele Platten verkaufen. Wir wollen schliesslich auch unseren Spass und den haben wir nur, wenn wir live alles geben. Deswegen machen wir den ganzen Zirkus ja.

Musicscan: An dieser Stelle möchte ich Euch die Chance zu einer Eigenwerbung einräumen: Wer sollte sich aus welchen Gründen "All Riot" zulegen? Anders: Welche Stärken weist Euer Drittwerk auf?

Waterdown: "All Riot" ist mit Sicherheit die straighteste Platte, die wir bis jetzt gemacht haben. Zudem ist das Album so stringent und kompakt, dass man es als Gesamtwerk von vorne bis hinten durchhören kann, ohne dass einem langweilig wird, da wir ganz bewusst keine Zeit zum atmen gelassen haben. Die Platte ist eigentlich für den Pit geschrieben - also ein absolut livetaugliches Album. Im CD Player funktioniert sie aber eben genauso gut. Da das aber auf rein subjektivem Empfinden basiert, kann ich nur sagen, dass der absolut beste Grund, sich "All Riot" zu kaufen, der ist, dass man auf dieser Platte genau das bekommt, was Waterdown ausmacht. Mit Abstand die ehrlichste Platte, keine Experimente, sondern ungefilterte Emotionen (also doch Emo... ). Laut und echt.

Musicscan: Welche Hoffnungen/Erwartungen verknüpft Ihr als Band mit "All Riot", und mit welchen Aktivitäten werdet Ihr das Release supporten?

Waterdown: Wir werden soviel auf Tour gehen, wie es geht, um "All Riot" auf die passendste Weise zu supporten, den man sich für dieses Album denken kann. Man sollte auch in nächster Zeit die Augen offen halten, um vielleicht die ein oder andere Platte im Gewinnspiel abzustauben, oder einfach zu den Shows kommen, um da das neue Merch und die neue Platte direkt zu erstehen. Dabei besteht natürlich immer die Möglichkeit durch "Live-Action" das Album oder andere Gimmicks abzusahnen... also einfach mal ausprobieren wie die neuen Songs im Pit funktionieren ;) Die neue Page ist auch noch in Arbeit und bald wird sich auf waterdown.de einiges tun. Das Video zu "My Hopelessness And Me" gibt's bei www.victoryrecords.com. Das läuft schon auf den Rocksendern in den USA, und wir werden überraschen, zu welchem Song es das nächste Video gibt. Ansonsten kann man sich einfach durchklicken, und dann findet man raus, wo wir als nächstes am Start sind.

Musicscan: Letzte Worte?

Waterdown: Wir danken allen Fans und Freunden ohne die diese Platte nie zustande gekommen wäre.

 
 Links:
  waterdown.de
 
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