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Jr Ewing

Storie von: arne, am 02.12.2005 ]

Zwei Jahre nach ihrem tollen “Ride Paranoia“ (Swell Creek/GSL), zehrenden Support-Touren u.a. mit den Blood Brothers, Pretty Girls Make Grave und Mars Volta sowie persönlichen Schicksalsschlägen, die beinahe das Ende der Band bedeutet hätten, melden sich die Osloer JR EWING mit einem neuen Longplayer “Maelstrom“ über Motor stärker denn je zurück.

 
Tot gesagte leben eben doch länger! Die musikalische Neuorientierung, die bereits mit der letzten Scheibe einsetzte, wird nun noch stärker forciert. Die Norweger wollen schlichtweg rocken und scheren sich längst nicht mehr darum, ob das noch (Post-)Hardcore, Screamo oder „lediglich“ harter Rock ist.

Die treibende Musik selbst, mehr noch ihre Wirkung, steht im Mittelpunkt des Interesses, und eben so sollte es ja bei jeder Band sein! Sicherlich markiert “Maelstrom“ das bislang zugänglichste Album des Quintetts, doch angepasst oder bieder präsentieren sie sich noch längst nicht. Allein die Nachhaltigkeit der Stücke wurde ausgeweitet. Von ihrer wüsten Anlage her haben die JR EWING-Songs indes nichts an „Schrägheit“ oder Komplexität eingebüßt.

Das beständige Touren hat den Musikern zu einem Reifeprozess und Quantensprung im Songwriting verholfen, durch den sie ihren bis dato spannendsten Longplayer vorlegen können. Hoffentlich gehen das auch die Fans mit, denn für die Bostoner von Cave In, die mit “Antenna“ eine ganz ähnliche Richtung eingeschlagen hatten, zahlte sich das „rockige Experiment“ mit dem Major RCA nicht aus. So bleibt allein zu hoffen, dass JR EWING mit Motor diese Erfahrung nicht teilen müssen. Das musikalisch sehr generelle “Maelstrom“ bietet jedoch eine Menge Identifikationspotenzial, das längst nicht mehr nur Fans von At The Drive-In, Refused, Minus oder den Swing Kids sondern gleichfalls auch Hörer von Queens Of The Stone Age, Motorpsycho und Trail Of Dead ansprechen dürfte.

Die neuerliche breite Orientierung von „JR Fuckin' EWING“, wie sich die Norweger nach wie vor selbst betiteln, erklärt Gitarrist Erlend folgendermaßen: „Unsere Motivation für die intensive Arbeit am neuen Album entsprang der Tatsache, dass wir uns mit unseren alten Stücken musikalisch nur ungenügend repräsentiert fühlten. Sie standen nur für eine Seite der Band, aber nicht all das, was JR EWING in unseren Augen darstellt und ausdrücken soll.


In der Vergangenheit haben wir vorwiegend die emotionale Seite betont und diese mit Noise- und Screamo-Elementen versetzt. Als wir mit der Arbeit an “Maelstrom” begannen, konnten wir aber nicht so wie bisher weitermachen. Wir wollten und mussten uns mit dem Album verändern und weiter entwickeln. Natürlich lag es uns fern, völlig mit der Vergangenheit zu brechen, doch forcierten wir einen Wandel. Dieser geht mit Veränderungen auf persönlicher Ebene wie etwa dem Zerbrechen von langjährigen Beziehungen einher. Im Prozess des Songwritings und späteren Recordings im Studio haben wir das verarbeitet und unseren Gefühlen freien Lauf gelassen. “Maelstrom” war in vielerlei Hinsicht eine Therapie für uns.“

Die Weiterentwicklung von JR EWING mit “Maelstrom” ist dabei offenkundig: „Vor allem ist das neue Material dynamischer und homogener angelegt als unsere alten Veröffentlichungen waren. Die Stücke bauen aufeinander auf und bilden eine Einheit. Wir haben sowohl viel Wert auf Abwechslung als auch die Verbindungen zwischen den Songs gelegt. Alles befindet sich in einem guten Fluss und “Maelstrom” ist weit mehr als nur eine Ansammlung einzelner Songs. Gerade das hat uns als Band am stärksten herausgefordert. Der atmosphärische Tenor der Platte entspringt dabei der brutalen Ehrlichkeit, mit der wir an den Stücken gearbeitet haben.“

Das blieb natürlich auch für die Musiker selbst nicht ohne positive Folgen: „Das Schöne für uns ist, dass wir uns nach wie vor selbst überraschen können. Als wir für die Aufnahmen ins Studio gingen, hatten wir nur unkonkrete Vorstellungen, wie das Album klingen würde. Zwar hat man vorab Songs geschrieben, doch die eigentliche Arbeit passiert beim Aufnahmen, wenn du die Regeln außer Acht lässt und einfach der Musik ihren Lauf lässt. Natürlich hatte jeder vorab gewisse Vorstellungen, doch das Ergebnis bot für jeden Überraschungen. Wenn man so etwas auch noch nach Jahren erreicht, ist das ein tolles Gefühl.“

 
 Links:
  thejrewing.com
 
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