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God Forbid

Storie von: arne, am 06.11.2005 ]

Derart treffsicher und konsequent wie auf ihrem dritten Longplayer präsentierten sich GOD FORBID bislang noch nicht. Ihr “IV: Constitution Of Treason“ ist so etwas wie der optimal ausbalancierte Brückenschlag zwischen klassischem Heavy Metal aus Death und Thrash sowie moderneren Hardcore-Sounds.

 
Zu diesen von Haus aus eher harten und aggressiven Elementen gesellt sich in den zehn neuen Stücken der Band aus New Jersey ebenfalls eine gehörige Portion Melodie. In Bezug auf ihr Drittwerk für Century Media haben GOD FORBID hörbar viel Wert auf ein stimmiges Verhältnis von Eingängigkeit und Brachialität gelegt. Und diese Rechnung geht auf! Wirkte der Vorgänger “Gone Forever“ bisweilen noch etwas zu spröde und eindimensional angelegt, präsentiert sich “IV: Constitution Of Treason“ in allen Belangen als variables, rundum stimmiges Album, dass den Hörer in gleichem Umfang unterhält wie fordert.

Die zehn Tracks sind sowohl durch direkte Härte und unerbittliches Tempo als auch durch groovigen Mosh und Hardcore-typische Breakdowns geprägt. Obligatorisch ist hierbei die handwerkliche Klasse von GOD FORBID, die heute weitaus technischer als in früheren Tagen agieren. Sicherlich ist das Quintett vornehmlich noch immer zur sogenannten New American Wave Of Heavy Metal zu rechnen. Doch mit einem solch starken und für unterschiedlichste Hörerkreise kompatiblen Album wie “IV: Constitution Of Treason“ sind sie diesem Label eigentlich längst entwachsen. Das Quintett spielt schlicht und ergreifend tollen Metal, und da stört es überhaupt nicht, dass die neue Platte gerade mal ein Jahr nach “Gone Forever“ erscheint.

Da gemeinhin längere Zeitspannen zwischen zwei Longplayern die Regel sind, bat ich Shouter Byron im Gespräch, mich über die Hintergründe über das „frühe“ Release aufklären: „Das ist keine große Geschichte. Wir hatten einfach genug starkes Material beisammen und wollten es veröffentlichen. “Gone Forever“ kam erst sechs Monate nach seiner Fertigstellung auf den Markt, und als Band kann man nur eine begrenzte Zeit lang mit demselben Material touren, wenn man sich seine Motivation bewahren will. Wir nahmen also die Platte auf, gingen sofort drei Monate auf Tour, mussten dann aber noch einmal drei Monate warten, bis das Album erhältlich war, um dann noch einmal richtig Live-Support fahren zu können. In der Zwischenzeit blieb uns genügend Zeit, das nächste Album in Angriff zu nehmen und starke Riffs zu schreiben. Und selbst auf Tour haben wir an den neuen Songs weiter gearbeitet, so dass die nächste Platte schnell beisammen war. Die intensive Arbeitsphase begann dann aber doch erst zu Beginn diesen Jahres.“

Angesichts des immensen Erfolges, den GOD FORBID mit “Gone Forever“ einfahren konnten, ist es für die weitere Entwicklung des Quintetts nur förderlich, gleich den nächsten Longplayer nachzulegen, der noch dazu auf allen Ebenen ein neues Level erreicht. Byron sieht das ebenso: „Stimmt, es hat einfach Sinn gemacht, aber das war nicht der alleinige Grund, den Hype unserer letzten Platte auszunutzen. Schließlich streben wir als Künstler danach, uns zu entwickeln und zu steigern, und das ist uns mit der neuen Scheibe gegl


ückt. Es hat sich als Glücksfall erwiesen, dass wir die besagten Wochen Zeit hatten, in denen wir starke Stücke schreiben konnten. Nach der Arbeit an “Gone Forever“ waren wir noch voll auf Songwriting eingestellt, jedoch darin souveräner und durch die ersten Gigs noch motivierter, in Richtung Metal weiter zu gehen. Das Ergebnis heißt “IV: Constitution Of Treason“.“

Das klingt fast zu einfach, doch nach Byron sind GOD FORBID „lediglich“ eine noch engere Einheit geworden: „Sicherlich haben wir intensiver geprobt als jemals zuvor geprobt, doch der entscheidende Schub kommt meiner Ansicht nach aus der Tatsache, dass wir als Band immer näher zusammengewachsen sind und uns im Songwriting vollends aufeinander eingestellt haben. Zwar sind wir im Arbeitsprozess extrem fokussiert, doch ist stets Spaß dabei, und so bewahren wir uns eine gewisse Lässigkeit, die Basis unserer neuen Souveränität ist.” Doch da ist noch mehr, schließlich ist heißt “IV: Constitution Of Treason“ ein dreigeteiltes Konzeptalbum, was bereits durch das eindeutige Cover-Artwork optische Umsetzung erfährt. Anders als von mir erwartet, entstand der thematische Rahmen der Platte erst nach dem Recording der Instrumentenspuren. Byron klärt auf:

„Wir haben nicht bewusst an einem Konzeptalbum gearbeitet, und das Konzept kristallisierte sich erst beim Verfassen meiner Texte heraus. Zwar bestand von Beginn an ein Arbeitstitel, mit dem wir unsere Ablehnung gegenüber der Politik der amtierenden US-Regierung Ausdruck verliegen, aber nicht alle Songs sollten sich diesem Thema widmen. Alle Tracks hatten schließlich aber dennoch gemein, dass sie finstere und apokalyptische Aussagen transportierten. Nachdem wir die Songs in die musikalisch sinnvollste Reihenfolge gebracht hatten, und ich stimmte meine Texte darauf ab bzw. richtige sich anhand des übergeordneten Themas aus. Im Ergebnis passt alles wunderbar zusammen. Ob es die Leute letztlich zum Nachdenken anregen kann, liegt nicht in unseren Händen, aber “IV: Constitution Of Treason“ steht für eine klare Aussage, die jede/r mitbekommt, ob er unsere Sicht teilt oder nicht.“

Gerade im Metal-Sektor scheren sich jedoch viele Hörer keinen Deut um die (politischen) Aussagen von Bands und wollen lediglich bangen und Spaß haben. Da ist es nur löblich, dass GOD FORBID viel Wert auf ihre Texte legen. Musikalisch ist jedoch klar, wie die Band aus New Jersey positioniert ist:

„Wir sind eine Metal-Band! Alles anderen wird unserem Stil nicht gerecht. Sicherlich sind noch vereinzelte MetalCore-Einflüsse zu hören, doch in meinem Verständnis sind GOD FORBID eine Metal-Band, und das waren wir auch schon immer. Mit dem Term MetalCore weiß ich auch nicht so viel anzufangen. Unsere musikalischen Wurzeln liegen klar im Thrash- und Death-Metal. Erst als wir anfingen, Shows zu spielen, kamen wir mit Hardcore in Berührung.“

 
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