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Bongzilla

Storie von: arne, am 20.10.2005 ]

Mit “Amerijuanican“ legen die bekennenden „jederzeit-und-überall-Kiffer“ BONGZILLA ihren neuen Longplayer für Relapse vor. Natürlich ist alles beim Alten geblieben! Von dieser Walz-Kombo erwartet doch wohl niemand ernsthaft musikalische Veränderung oder gar Weiterentwicklung?

 
Beides liefe gegen die grundlegende Konzeption der Band, viel zu rauchen und breit auf der Bühne bzw. im Studio zu stehen. In den massiven Songs von “Amerijuanican“ treffen Sludge, Heavy- und Southern-Rock, Doom sowie grooviger Blues aufeinander. BONGZILLA kommen zunächst nur langsam in die Gänge, dafür dann aber um so nachhaltiger und gewaltiger.

Ihre wuchtigen Songs türmen sich mit der Zeit immer höher auf und entwickeln eine bedrohliche Atmosphäre, die man angesichts ihres simplen Strickmusters nicht für möglich gehalten hat. Der rotzig-dreckige Charakter von “Amerijuanican“ verstärkt diese Wirkung zusätzlich. Mit schweren Riffs und tiefem Blues spielt sich die Relapse-Kombo durch sieben Stücke, die durch und durch Klischee sind. Songtitel wie ’Champagne & Reefer’, ’Weedy Woman’ oder ’Stonesphere’ bedürfen wohl keines weiterführenden Kommentars, und musikalisch bewegen sich BONGZILLA auf vergleichbar plattem Niveau.

Dennoch funktionieren ihre Songs, die schlichtweg fett und brachial rockig aus den Boxen kommen. Hasst oder liebt sie, BONGZILLA bleiben in jedem Fall so, wie sie schon immer waren. Auch Sänger und Gitarrist Muelboy sieht durch das neue Album den bisherigen Weg fortgesetzt, wenn auch mit Einschränkungen:

„Es ist ein weiteres, propagandistisch gefärbtes „Riff-Extravaganza”, mit dem wir uns für die Legalisierung von Haschisch einsetzen. Insofern ist schon alles beim Alten geblieben. Auch wenn du es sicher nicht glauben wirst, denke ich aber dennoch, dass sich unser Sound entwickelt hat. In meinen Augen ist “Amerijuanican” unsere bislang rockigste Platte, obwohl sie natürlich diesen typischen BONGZILLA-Sound führt.“

Die Gründe für das leicht veränderte Klangbild des “Gateway-“Nachfolgers liefert Muelboy unverzüglich: „Das Album ist komplett anders als seine Vorgänger entstanden. Da unser Bassist inzwischen


1.500 Meilen von uns entfernt lebt, konnten wir kaum proben. Als er einflog, hatten wir allein vier Tage im Proberaum, bevor wir das Studio enterten. Hinzu kommt, dass der Großteil der Stücke diesmal von mir stammt. Wohl aus diesem Grund ist es unsere bislang rockigste Platte geworden. Früher versuchten wir vor allem, die langsamste und massivste Band der Erde zu sein. Heute wollen wir schlichtweg rocken!“

Und das tun BONGZILLA gehörig, klar. Komplexer Strukturen oder eines gehobenen Anspruchs braucht es dabei nicht: „Schwere Riffs zu finden, ist nicht schwer. Sie sind einfach da. Im Grunde kommen alle unserer Songs unter Einfluss von Marihuana zustande. Erst, wenn wir ausreichend geraucht haben, kommen wir in die nötige Stimmung, neue Songs zu entdecken.“

Neben dem Genuss berauschender Substanzen sind BONGZILLA gleichfalls durch ein eingeschränkt politisches Anliegen angetrieben: „Das nach wie vor bestehende Verbot von Haschisch ist von jeher eines der zentralen Themen in meinem Leben. So lange der Konsum von THC nicht legalisiert wird, bin ich angepisst und versuche, dies zu ändern. Mit BONGZILLA versuchen wir, unsere Verärgerung auf möglichst viele Leute zu übertragen, um mit ihnen gemeinsam für die Freigabe von Joints zu kämpfen. Keine Regierung dieser Erde sollte das Recht haben, den Bürgern ihres Landes den Konsum von Haschisch vorzuenthalten. Die zentrale Aussage all unserer Alben ist so etwas wie „Smoke To Vote! Vote To Smoke!“

Als aussichtslos betrachtet Muelboy diesen Kampf nicht, jedoch zeigt er sich bei der Einschätzung der eigen Musik und des Stellenwertes der Band im Metal-Genre realistisch: „Wir selbst bezeichnen unseren Stil als „Devil-Weed-Doom“. Vom Verständnis her sehen wir uns als kleine Underground-Band mit gewissem Kult-Charakter und kleinem Fan-Kreis.“ Diesen haben BONGZILLA fraglos inne.

 
 Links:
  Relapse Records
 
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