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Chimaira

Storie von: arne, am 01.09.2005 ]

Da hatte sich aber Einiges an Wut angestaut: Mit ihrem schlicht selbstbetitelten Drittwerk legen Chimaira sowohl ihr bislang härtestes als auch fokussiertestes Album vor. Über zehn Songs hinweg setzt das Sextett aus Cleveland auf spröde Härte, präzise Aggression und ebenso deutlich auf traditionell orientierten Heavy Metal.

 
Der Trend hin zu vergangenen Tagen der großen Metal-Legenden ist gerade unter den Vertretern der New American Wave Of Heavy Metal in der jüngsten Vergangenheit immer stärker zu beobachten, und zu diesen zählen Chimaira bekanntlich. Obligatorische Metal-Soli und auf ein wesentliches Minimum reduzierte Songstrukturen zeugen davon. Die Songs kommen straight und unerbittlich aus den Boxen, Zeit zum kurzen Verschnaufen bieten allein die tollen Soli-Passagen, daneben gibt der Sechser durchweg Vollgas. Ein derart zurückgenommen-metallisches Studioalbum hatte ich Chimaira zugegebermaßen nicht zugetraut, um so größer ist meine Überraschung.

Die selbstbetitelte Platte liefert vor allem beinharte Metal-Tracks. Wer auf eingängige Hits spekuliert, wie sie Chimaira in der Vergangenheit lieferten, sieht sich vielleicht enttäuscht, doch die Band wollte es nach Shouter Hunter genau so: „Das neue Album musst du von Anfang bis Ende laufen lassen und es dir wieder und immer wieder anhören. Bei jeder Rotation werden dir neue Dinge auffallen, und irgendwann wirst du Songs wie ’Powertrip’ oder ’Pure Hatred’ erkennen, nur dauert es diesmal etwas länger. Natürlich habe ich schon von Fans gehört, die sich beklagen, aber dieses Risiko wollten wir als Band eingehen. Wir mussten uns einfach weiterentwickeln. Natürlich wäre es kein Problem für uns gewesen, unser letztes einfach Album zu kopieren, aber das wäre schließlich keine Herausforderung gewesen.“

In Bezug auf die Intention der Gruppe gilt es weiterhin Folgendes zu wissen: „Wir wollten, dass sich jeder einzelne Song zu einem tollen Riff erst steigert. Die Songs wachsen mit jedem Part und deshalb brauchst du einfach einige Durchläufe, bis du so richtig erkennst, was wir im Schilde führten.“ Ihre Fans haben Chimaira dabei nicht vergessen, nur werden sie durch das neue Material eben stärker gefordert:

„Natürlich erwarten


wir von unseren Fans, dass sie sich mit den neuen Songs auseinandersetzen und sich dieser Herausforderung stellen. Ich glaube sehr wohl, dass unsere Fans intelligent und aufgeschlossen genug sind, auch dieses neue Album nach zu vollziehen.“ Und diese Einschätzung scheint mit der Zeit auch aufzugehen, wie sich nicht zuletzt am ersten zugänglichen Track ’Nothing Remains’ zeigte: „Es war wirklich spannend zu sehen, wie sich die Einschätzungen und Kommentare auf unserem Message-Board mit der Zeit ins genaue Gegenteil verkehrten. Zunächst wussten viele Kids mit dem Stück nicht so richtig viel anzufangen, doch irgendwann gingen sie dann total auf es ab. Mit der gesamten Platte ist es genau so. Irgendwann macht es Klick, und dann erkennen die Kids, worum es uns geht. Wie gesagt, es sind nicht die einzelnen Songs, es ist das volle Album, das den Aha-Effekt ausmacht.“

Doch nicht allein der Rückgriff auf Stilelemente etablierter Metalgrößen wie Slayer, Metallica oder Pantera ist die Ursache für die deutlich fokussiertere, metallischere Anlage des dritten Chimaira-Albums: „Das selbstbetitelte Album ist schlichtweg durchdachter, und wir haben jeder einzelnen Note Aufmerksamkeit geschenkt und sie bewusst verwandt. Wir haben an unseren Ideen lange gearbeitet, sie aufs Wesentliche reduziert und so lange perfektioniert, bis tolle Metal-Tracks entstanden waren.“ In den Texten spiegelt sich das wider, und das scheint nicht allein zufällig so zu sein:

„Auf jeden Fall, meine Lyrics sollten wie auch die Musik reifer, ernster und dunkler sein. Für mich zählt zunächst die Musik einer Band, und erst schaue ich auf ihre Texte, aber viele Fans legen viel wert auf Texte. Also habe ich mir diesmal noch mehr Gedanken gemacht und noch mehr Zeit auf die Aussagen verwendet. Ich denke, jeder unserer Fans kann etwas aus meinen Texten in sich wieder finden und sich mit ihnen identifizieren.“

 
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