Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1769

Poostew

Storie von: arne, am 04.08.2005 ]

Die westfälischen POOSTEW haben unlängst mit ihrem Debüt “Struggle“ über Morde Chai einen tollen Vollzeit-Einstand vorgelegt, der seinen Titel wahrhaftig verdient. Rotzfrech und immer schön ungestüm geht das junge Quintett einen kompromisslosen Weg zwischen (Heavy) Metal, Grind und MetalCore.

 
Dabei gibt’s ordentlich auf die Fresse, denn die 14 Stücke präsentieren sich durchweg fokussiert und präzise.Für den tollen Sound der Platte zeichnet Systral’s Dirk Kusche verantwortlich, der mit seinen Kuschelrock Studios (u.a. Mörser, AcMe) längst Garant für tolle Extrem-Platten geworden ist. “Struggle” ist ein solcher, und geschickt legen POOSTEW kompakte Metal-Granaten vor, die sich als gesunder Kompromiss aus explosivem Highspeed-Geknüppel und zäheren Mid-Tempo-Passagen (bis hin zu kurzen Sludge-Sequenzen) darstellen.

Das Soundbild ist jede Sekunde in Bewegung und hoch dynamisch bis hin zum toll umgesetzten Guns’n’Roses-Cover (‘You Could Be Mine’) zum Ausklang. Trotz viel Technik und komplexer Songstrukturen bleibt “Struggle” jederzeit flüssig hörbar. Auch der Vocal-Einsatz zwischen wildem Screamo-Gekeife und tiefstem Gegrowle überzeugt vorbehaltlos.

Im Gespräch mit Sänger Christian war eine Nachfrage zum Bandnamen unvermeidlich, denn unbewusst schließt man über diesen immer auch auf die Musik einer Band, was im Fall von POOSTEW nicht unbedingt etwas Positiven erwarten lässt: „Auf diese Frage gibt es leider keine sinnige Antwort. Zur ersten Show musste ein Name her. Ich habe etliche Vorschläge gemacht, die Guido (Drums) und Paul (Gitarre) nicht wollten. Eines Tages sind die beiden dann dicht in den Proberaum gekommen und meinten, sie hätten "den" Namen. Da zu dem Zeitpunkt leider noch Demokratie in der Band herrschte, wurde ich überstimmt, und seitdem steht das Ding. Mittlerweile versuchen wir es auch gar nicht mehr groß zu erklären sondern den Namen als Eigennamen durchzukriegen.“

Auf die musikalische Ausrichtung haben sich die POOSTEW-Jungs schneller festlegen können: „An unserem Stil ist vor allem Paul schuld. Obwohl Guido und ich fixen Grind mit Hardcore-Einflüssen machen wollten, hat er immer wieder diese melodiösen Riffs ausgepackt und


uns dadurch gleich eine persönliche Note verpasst. Dass zwischendurch immer wieder rockige/groovige oder Hardcore-Riffs einfließen, liegt an dem Versuch der Band Paul davon abzuhalten, nur noch Melodien zu spielen und das Ganze abwechslungsreicher zu gestalten. Ich glaube, dass wir unseren jetzigen Stil in der Zeit zwischen der Split-CD mit Ripped 2 Shreds und “Struggle“ gefunden haben.“

Und es stimmt tatsächlich! POOSTEW überzeugen gerade aufgrund ihres frischen und eigenständigen Sounds. Der unterschiedliche Background der Musiker in Bands wie Hatemate, Muad ´dib oder Lt. Mosh scheint in der neuen Gruppenkonstellation Wunder zu wirken. Das dokumentierte Metal-Verständnis ist jedenfalls frei von Konventionen:

„Das liegt sicherlich an unseren breiten Musikgeschmack. Paul ist stark von schwedischem Metal wie Entombed und Burst beeinflusst, hört aber auch viel Stoner-Rock und Garagen-Sachen wie Queens of the Stone Age. Guido hingegen hört so ziemlich alles, von extremen Grind Sachen wie The Berzerker bis zu Adam Green und ist von Schlagzeugern wie Kevin Talley oder Matt Byers beeinflusst. Tim ist der jenige, der noch am meisten mit dem Hardcore verwurzelt ist, hört aber mittlerweile durch meinen schlechten nachbarschaftlichen Einfluss immer mehr Metal zwischen Nasum und Amon Amarth. Ich selbst habe auch einen weitgefächerten Musikgeschmack, bin vor allem Fan von schwedischen Produktionen bis zu gut produziertem US-Grind wie Misery Index.“

Letztere haben unverkennbar Einfluss auf POOSTEW ausgeübt: „Stimmt, das gilt aber auch für Dying Fetus, was sich vor allem im Dumming äußert. In Bezug auf unsere Shows hat uns die Live-Präsenz von Nasum und Cephalic Carnage sehr beeindruckt, auch wenn wir musikalisch nicht von ihnen nicht so stark beeinflusst sind.“ Wer die Westfalen live erleben möchte, sollte nach den Daten ihrer Tour mit He Who Corrupts Ausschau halten.

 
 Links:
  Poostew - Bandpage
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  Aleister
  Beneath The Massacre
  Regarde Les Hommes Tomber
  Sylosis
  Eizbrand

Interviews/Stories:

  Spoil Engine
  Une Misere
  Eskimo Callboy

Shows:

  18.02. Petrol Girls - Hamburg
  20.02. Beartooth - Munchen
  20.02. Engst - Wiesbaden
  20.02. Erik Cohen - Dortmund