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Black Dahlia Murder, The

Storie von: arne, am 27.07.2005 ]

Detroits THE BLACK DAHLIA MURDER legen mit “Miasma” ihren zweiten Metal Blade-Longplayer vor, und dieser ist tatsächlich das starke Album geworden, auf das Fans in der ganzen Welt gehofft haben. Neben der “Clients“ Scheibe von The Red Chord markiert es das zweite essentielle Release des Labels in 2005, dass man als Fan komplexer Extrem-Klänge besitzen muss!

 
Sicherlich fehlt dem Quintett in Bezug auf auf “Miasma“ der Überraschungsmoment, den noch das fabelhaft ungestüme "Unhallowed" mitbrachte, doch den immensen Erwartungen an dessen Nachfolger haben sich die jungen Musiker offensiv gestellt, das wird schnell klar. THE BLACK DAHLIA MURDER wiederholen ihr MB-Debüt nicht, sondern bezeugen durch zehn neue Stücke eine qualitative Steigerung durch besseres Songwriting sowie eine stärkere Death Metal-Orientierung. An der grundlegenden, Ausrichtung hat sich natürlich nicht geändert, schwedische Thrash- und Death-Sounds treffen auf amerikanischen Hardcore, doch in punkto Intensität und dokumentiertem Verständnis längst erprobter Brutalo-Philosophien zeigt sich “Miasma“ gereift.

THE BLACK DAHLIA MURDER stehen diesbezüglich vor allem in der Tradition von Carcass und At The Gates. Sie setzen in vergleichbarer Art und Weise auf Unmengen an kraftvollen Riffs, Blast Beats und progressive Momente. Ohne die Genannten zu kopieren oder gängige Klischees aufzugreifen, überführt die Band die benutzten Stilelemente in schlichtweg effektive Strukturen, denen man sich nicht entziehen kann. Vor allem die ausgeweiteten, leicht nostalgischen Gitarren-Soli dürften der jungen Band viele Fans im gesetzteren Metal-Lager bescheren, wie auch die Partizipation an den aktuell stattfindenen Ozzfests, auf die sich Gitarrist Brian Eschbach zum Zeitpunkt unseres Telefon-Gespräches gerade intensiv vorbereitete:

„Seitdem wir vor einem Monat von einer Tour mit King Diamond, Nile und Behemoth heimgekehrt sind, proben wir für die Ozzfests, auf die wir uns sehr freuen, die für uns zugleich aber auch eine große Herausforderung darstellen.“ Sicherlich ist die Begrenzung auf lediglich zwanzigminütige Slots nicht einfach für eine Band, deren Songs schnell die Marken von drei Minuten durchbrechen. THE BLACK DAHLIA MURDER gehen dennoch unbelastet auf die Reise:

„Ich weiß nicht so recht, was ich von dieser Festival-Tour erwarten soll, da wir niemals zuvor etwas vergleichbar Großes gespielt haben. Zweifellos werden ich mir jedoch jeden Abend Iron Maiden anschauen. Es stimmt, dass unser Set auf zwanzig Minuten beschränkt sein wird. Deshalb sind wir nicht einmal unglücklich, da es die Konsequenz des Ausmaßes der Ozzfests Wenn man mit 15 anderen Bands an einem heißen Sommertag spielt, muss man die Spielzeit aber einfach limitieren, das können wir nachvollziehen.“

Der Auftakt zum Support-Marathon für “Miasma“ startet also auf großer Bühne, und da passt es vortrefflich, dass die Platte etwas mehr Death Metal geworden ist. Sicherlich liefert der Fünfer nach wie vor auch hoch komplexe, vertrackte Choas-Passagen ohne Rücksicht auf


die Hörer, doch für ein intensives Live-Set stehen nunmehr Songs zur Verfügung, die breitere Publikumskreise ansprechen dürften:

„Aus meiner Sicht ist uns ein stärkeres und hochwertigeres Album gelungen als es "Unhallowed" war, denn jeder einzelne Song klingt genau so, wie wir ihn vor den Aufnahmen in unseren Köpfen hatten. Es war uns ein Anliegen, etwas entspannter zu agieren und eine schwere Platte einzuspielen, die sowohl einen gesunden Grooveals auch einen natürlich Fluss aufweist. Das ist uns gelungen, und wir sind nun unglaublich heiß darauf, den Leuten zu zeigen, dass wir uns weiterentwickelt haben. Die Ozzfests starten ja glücklicherweise nächste Woche.“ Verantwortlich für die Partizipation von THE BLACK DAHLIA MURDER an der wohl bekanntesten Festival-Tour ist natürlich die Rückendeckung durch Metal Blade. Von den Möglichkeiten, die sich durch das Signing für die Jungs ergeben haben, zeigt sich der Gitarrist noch immer überwältigt:

„Metal Blade ist vor allem für die breite Aufmerksamkeit verantwortlich, die wir als Band erfahren. Hätten sie "Unhallowed" nicht veröffentlicht, würde uns doch heute kaum jemand kennen oder Notiz von “Miasma“ nehmen. Für uns gleicht alles noch immer einem Traum, denn wir haben niemals damit gerechnet, von einem etablierten Metal Label gesignt zu werden oder derart surreale Reaktionen auf unsere Platten einzufahren.“ Das Verhältnis zu den anderen Formationen des Roasters ist durch Respekt und Freundschaft gekennzeichnet: „Wir haben inzwischen mit nahezu jeder Metal Blade-Band getourt, wobei unten ihnen The Red Chord sicherlich unsere engsten Freunde sind. Doch auch mit allen anderen Gruppen teilen wir die Liebe zum Metal. Viele Metal Blade-Bands haben uns maßgeblich geprägt und erst zu dem werden lassen, was wir heute sind.“

Obwohl die Detroiter durch und durch Metal sind, spielt das Quintett noch immer viele Hardcore-Shows, was jedoch nicht unbedingt so gewünscht ist: „Von Beginn an war es für uns einfacher, in dieser Szene akzeptiert zu werden und Gigs zu bekommen. Leider herrschen in der Metal-Szene oftmals nach wie vor engstirnige Klischees vor, und von einer Metal-Band wird erwartet, das sie einem bestimmten Look entspricht, dem wir nicht gerecht werden. Dennoch spielen wir überall dort, wo man uns lässt.“ Dabei wachsen THE BLACK DAHLIA MURDER mit den an sie gestellten Aufgaben: „Die größte Herausforderung für uns als Band ist es, eine Crowd voll engstirniger Idioten für uns zu gewinnen, ganz egal in welcher Szene wir diese vorfinden. Auf der Bühne fühlt man sich als Musiker schließlich nur dann heimisch, wenn das Publikum auf deine Songs reagiert und am Gig Spaß hat.“

 
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